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Honda oder Mercedes: Welchen Motor fährt McLaren 2014?

Sergio Perez - McLaren - Formel 1 - Test - Barcelona - 2. März 2013

Noch hat McLaren keinen Motorenvertrag für 2014. Mercedes drängt auf eine Entscheidung in den nächsten Tagen. Doch auch McLaren muss wissen, wo die Reise hingeht. Honda steht in den Startlöchern. Es ist nur noch die Frage, ob die Japaner schon 2014 oder erst 2015 bereit sind.

Es ist die spannendste Frage auf dem Motorenmarkt. Wer fährt 2014 welche Motoren? Und was macht McLaren? Zwei Kunden kennt Mercedes schon für seinen neuen V6-Turbo mit Hybridantrieb: Das Werksteam und Force India. Doch die Marke mit dem Stern würde gerne noch ein drittes Team beliefern.

Ganz oben auf der Liste steht McLaren. Doch von dort gibt es noch keine eindeutige Zusage. Es ist ein schlecht gehütetes Geheimnis, dass McLaren mit Honda spricht. Die Frage ist nur: Wann kommen die Japaner? Schon nächstes Jahr oder erst 2015?

Honda interessiert an neuer Motorenformel

Die Gerüchteküche köchelt bereits seit zweieinhalb Jahren vor sich hin. Schon in Suzuka 2010 haben hochrangige Honda-Mitarbeiter hinter vorgehaltener Hand erzählt, dass man an einem Motorenprojekt für die neue Turbo-Ära arbeite. Man brauche nur noch das grüne Licht vom Vorstand. Der zeigte sich seit dem Ausstieg Ende 2008 wenig Motorsport freundlich.

Doch die Zeiten ändern sich. Honda hat verstanden, dass sportlicher Erfolg für diese Marke die beste Imagepflege ist. Motorsport hat in dieser Firma Tradition. Für Firmengründer Soichiro Honda war der Wettbewerb auf der Rennstrecke immer Triebfeder für die Fahrzeug- und Motorradentwicklung und Motivation für junge Ingenieure. Da war er Enzo Ferrari nicht unähnlich.

Honda V6-Turbo bereits fertig

Die neue Motorenformel ist für Honda attraktiv. Sie bietet Downsizing, Turbomotoren, Direkteinspritzung und Hybridantrieb - also genau das, was man 2008 in der Formel 1 vermisste und als Grund für den Ausstieg angegeben hat. Zeitgemäße Technologie.

Der Fahrerlagerfunk berichtet, dass Honda seinen V6-Turbo fertig entwickelt hat und dass in der McLaren-Fabrik Woking bereits Honda-Techniker stationiert sind, um die optimale Installation des Motors in das Chassis zu gewährleisten. Es ist aber offenbar immer noch nicht klar, wann dieser Motor seine Rennpremiere feiern kann. Ein offizieller Vorstandsentscheid dazu steht noch aus.

McLaren und Mercedes läuft die Zeit davon

McLaren und Mercedes läuft langsam die Zeit davon. Wer im nächsten Jahr mit einem konkurrenzfähigen Paket an den Start gehen will, muss langsam wissen, wie sein künftiger Motor aussieht. Die Architektur des V6-Turbo mit seinen zwei Elektromotoren unterscheidet sich gravierend vom aktuellen Achtzylinder. Und es wird auch von Hersteller zu Hersteller Unterschiede geben.

Mercedes seinerseits muss wissen, mit welchen Kunden man rechnen kann. Die Entwicklungskosten müssen ja wieder eingespielt werden. Angeblich soll in den nächsten Tagen eine Entscheidung fallen, ob die Ehe zwischen McLaren und Mercedes in ihr 20. Jahr seit 1995 geht. Wenn McLaren den Wunsch äußert, bei Mercedes Motoren einzukaufen, ist Mercedes verpflichtet Motoren an seinen früheren Partner abzugeben. Das ist Teil des Auflösungsvertrages von 2009.

Angst vor Technologietransfer zu Honda

Daran schließt sich die nächste Frage an: Wenn McLaren einen neuen Vertrag mit Mercedes abschließt, für wie lange? Man hört, dass McLaren nur einen Einjahresvertrag will. Um 2015 frei für Honda zu sein. Das bringt Mercedes in Schwierigkeiten. Alles was McLaren 2014 bei Mercedes sieht, könnte Honda eine Hilfe sein.

Im Falle eines Falles müsste sich die Motorenschmiede in Brixworth Methoden überlegen, die sicherstellen, dass McLaren möglichst wenig Informationen absaugen kann. Sollte sich McLaren gleich verabschieden, muss sich Mercedes einen neuen Partner suchen. Und das wird in der Kürze der Zeit nicht einfach. Die Teams, die noch Motoren für 2014 suchen, sind nicht gerade auf Rosen gebettet.

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Michael Schmidt

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