Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Honda-Problem gelüftet

Elektronikboxen kommunizieren nicht

Jenson Button - McLaren - Formel 1-Test - Jerez - 4. Februar 2015 Foto: Stefan Baldauf 53 Bilder

Der Nebel über dem Fehlstart von McLaren-Honda lüftet sich langsam. Die Probleme erinnern an Renaults Leidensweg im Jahr zuvor. Die Elektronikboxen kommunizieren nicht miteinander. Eigentlich ein kleines Problem. "Doch dadurch sehen wir nicht, ob es auch große Probleme gibt", klagt ein Honda-Mitarbeiter.

04.02.2015 Michael Schmidt

Der dritte Tag war der beste. Fernando Alonso legte im McLaren-Honda 32 Runden zurück. Fast drei Mal so viel wie an den beiden Tagen zuvor. Der Rückstand auf die Spitze schrumpfte von 17 auf 14 Sekunden. Das sind immer noch Welten. Zum ersten Mal klang der Honda V6-Turbo wie ein echter Rennmotor. Ein Wasserleck beendete Alonsos Tag vorzeitig.

Das Team betreibt immer noch Schönwetterpolitik. Über die technischen Schwierigkeiten gibt es kaum Aufklärung. Immerhin gab Teamchef Eric Boullier zu, dass ein Leck im Kühlkreislauf das Auto zur Reparatur in die Boxen zwang. "Schuld war ein Defekt an einem Zuliefererteil."

auto motor und sport bringt trotz der Geheimhaltung etwas Licht ins Dunkel. Ein Honda-Mitarbeiter bittet um Geduld: "Wir hatten nur zwei Jahre Anlaufzeit. Bei unseren Gegnern waren es drei." Immerhin hatte Honda den Vorteil der Partnerschaft von McLaren mit Mercedes. So wussten die Japaner, wie das Ziel aussieht. "Aber du musst auch wissen, wie du das Ziel erreichst."

Elektronik-Kommunikation sorgt für Stillstand

Mit anderen Worten: Honda hat sich am Beispiel Mercedes abgeschaut, wo die Messlatte liegt, muss den Weg dorthin aber selbst finden. Und die Kinderkrankheiten in diesem Prozess erinnern an die Probleme der Hersteller, die diese Übung bereits im letzten Jahr hinter sich gebracht hatten.

Die ersten zwei Testtage litt der aufgeladene Honda-Sechszylinder an Kommunikationsproblemen zwischen den einzelnen Elektronikboxen. Ein ähnliches Problem hatte Renault vor einem Jahr bei seinem Probegalopp. Wenn die Elektronik verrückt spielt, dann bricht das komplexe Zusammenspiel der Energiequellen zusammen. Und sobald die Elektronik Probleme meldet, schaltet sich der Motor ab.

Auf dem Prüfstand lässt sich das nur schwer simulieren. Obwohl Honda wie Mercedes über einen so genannten VTT-Prüfstand verfügt. Da werden Motor und Getriebe im Originalauto getestet. Doch im Labor liegt ein Kabel nicht immer hundertprozentig dort, wo es sich im Auto befindet. Da vibriert sich kein Stecker los oder schlägt ein Sensor Alarm, weil er überhitzt.

4.000 Kilometer Vorbereitung waren das Ziel

Bei Honda ist man überzeugt, dass der Elektronikärger nur eine Fingerübung ist. Nichts, was man nicht lösen könnte. Schlimmer sei, dass ungelöste kleine Probleme die großen gar nicht auftreten lassen. Weil man nicht in der Lage ist, ein normales Testprogramm zu fahren.

Solange die Rundenzeiten 14 Sekunden über der Norm liegen, wird der Motor nicht gefordert. Erst im Volllastbetrieb wird Honda lernen, wo die Defizite liegen, die sich dann normalerweise nicht im Handumdrehen lösen lassen. Honda hat sich 4.000 Kilometer Vorbereitung zum Ziel gesetzt. Erst nach dieser Distanz wissen die Ingenieure, was von ihrer Antriebsquelle zu erwarten ist. Nach den ersten 3 Tagen von Jerez stand die Uhr noch bei 195 Kilometern.

Der Honda V6-Turbo wird komplett in Japan entwickelt. Die Elektrobausteine im Zusammenspiel mit McLaren. Acht Stunden Zeitdifferenz und 9.600 Kilometer Entfernung sind nicht hilfreich, wenn man schnell auf Schwierigkeiten reagieren muss. Dazu kommt, dass die Motorabteilung in Japan kleiner ist als bei Mercedes und Ferrari. Fazit eines Honda-Mannes: "Das wird ein hartes Jahr."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden