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Honda & Renault

Deal für mehr PS

Foto: Wolfgang Wilhelm 61 Bilder

Nach außen demonstrieren die Formel 1-Teams Einigkeit, doch intern sind noch nicht alle Baustellen aufgeräumt. Streitpunkte sind immer noch die Angleichung der Motorleistung, die richtige Antriebsformel, Testrestriktionen und KERS.

07.11.2008 Michael Schmidt

Beim Thema Hybridantrieb weigert sich nur BMW, die Einführung von KERS auf 2010 zu verschieben. Beim Motor fordern Renault und Honda immer vehementer, dass sie - und nur sie - ihre Motoren nachbessern dürfen. Von der Zustimmung der anderen Teams hängt es ab, dass Renault und Honda in anderen Sparprogrammen mitspielen.

Renault fehlen angeblich 40 PS auf Mercedes und Ferrari, bei Honda sollen es sogar 50 PS sein. Beide Hersteller behaupten, dass nur sie die Regeln der FIA strikt befolgt hätten, als der Verband das Entwicklungsfenster noch einmal für vier Monate öffnete, bevor es ganz zufiel.

Renault-Teamchef Flavio Briatore ärgert sich: "Als wir uns alle darauf verständigt hatten, die Motorenentwicklung einzufrieren, da lagen alle Motoren plus, minus ein Prozent auf einem Niveau. Dann hatten einige Teams Sorge um die Standfestigkeit ihrer Motoren. Deshalb öffnete die FIA das Entwicklungsfenster noch einmal. Da Standfestigkeit für uns kein Thema war, haben wir nichts gemacht. Einige andere haben die Situation ausgenutzt und nicht nur an der Absicherung der Zuverlässigkeit gearbeitet, sondern auch Leistung gefunden."

Zustimmung zurückgezogen

Vor dem GP Brasilien hatten sich die Teamchefs eigentlich darauf verständigt, den Wunsch von Renault und Honda abzunicken. Doch dann schickten die Motorenchefs von Mercedes, Ferrari, BMW und Toyota einen Brief, dass man wegen Wettbewerbsverzerrung dem unmöglich zustimmen könne. Renault und Honda argumentieren, dass ihre Triebwerke ohnehin so weit ausgereizt sind, dass bei einem Eingriff mit maximal 20 bis 25 PS Leistungssteigerung zu rechnen sei.

Die Lücke zu den Topmotoren würde also nur verringert aber nicht geschlossen. "Es wäre aber nicht mehr so hoffnungslos", erklärt Honda-Teamchef Ross Brawn. Er könne 2010 das beste Auto bauen, das beste KERS haben, und doch würde er bei dem aktuellen PS-Defizit chancenlos hinterherfahren.

Mehr Power weniger Tests

Renault und Honda bieten für das Geschenk eine Gegenleistung an. Ross Brawn sagt: "Es soll auf allen Ebenen abgerüstet werden, nicht nur bei den Motoren. Wir würden uns bei der Aerodynamik dazu bereit erklären, auf einen unserer beiden Windkanäle zu verzichten." Renault würde der Reduzierung auf 15.000 Testkilometer zustimmen, sollten die anderen der einseitigen Motorenaufrüstung ihren Segen geben.

Briatore betrachtet dieses Gegengeschäft als einen fairen Deal: "Wir haben nur die Regeln befolgt. Jetzt will man uns die nächsten fünf Jahre dafür bestrafen. Als der Entwicklungsstopp ausgerufen wurde, haben wir 90 Mitarbeiter in Viry-Chatillon abgebaut. Das war eigentlich Sinn und Zweck der Aktion. Die anderen haben aber ihr Personal behalten. Wenn ich beim Motor bestraft werde und dann noch nicht einmal testen darf, stehe ich nirgendwo. Erlaubt man uns, den Motor nachzubessern, können wir über jede Testrestriktion reden."

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