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Honda selbstkritisch nach F1-Rückkehr

Mehr Leistung in zweiter Saisonhälfte

McLaren-Honda - GP Ungarn - Budapest - Donnerstag - 23.7.2015 Foto: ams 24 Bilder

Zwischen 1988 und 1991 dominierte McLaren-Honda die Formel 1. Doch der Wiederzusammenschluss in diesem Jahr war mit einigen Stolpersteinen versehen. Vor allem in Bezug auf den Motor. Das veranlasst Honda-Motorsportchef Yasuhisa Arai zu selbstkritischen Tönen. In der zweiten Saisonhälfte soll das Team aber gemeinsam konkurrenzfähiger werden.

05.08.2015 Andreas Haupt

Der GP Ungarn war für McLaren-Honda das bislang erfolgreichste Wochenende nach der Wiedervereinigung. Fernando Alonso spülte mit einem fünften Platz zehn Punkte auf das Teamkonto. Jenson Button heimste zwei weitere Zähler auf der neunten Position ein. "Ungarn war ein kleiner Wendepunkt. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Standfestigkeitsprobleme hinter uns liegen, was bedeutet, dass wir unsere Konzentration darauf legen können, mehr Leistung aus dem Paket zu holen", sagt Honda-Motorsportchef Yasuhisa Arai.

Honda von hoher Komplexität geplagt

Insgesamt steht McLaren bei 17 WM-Punkten. Nach zehn Rennen wohlgemerkt. Dass die zwischen 1988 und 1991 schier unbezwingbare Liaison nicht gleich einen Sieg an den nächsten reihen würde, war vor der 2015er Saison abzusehen. Schließlich hatten Mercedes, Ferrari und Renault eine Saison Vorsprung auf der Strecke mit den neuen Power Units.

Doch dass McLaren-Honda derart von technischen Gebrechen geplagt werden würde, war in dieser Form nicht zu erwarten. In der ersten Saisonhälfte haben sowohl Alonso als auch Button fünf Triebwerke verschlissen. Das jeweils sechste saß in Ungarn im Auto. "Die meisten Fans haben großartige Erinnerungen an das Erbe von McLaren-Honda. Deshalb haben sie erwartet, dass wir sofort konkurrenzfähig sein werden", meint Arai.

Dem war allerdings nicht so. Der Japaner rechtfertigt die mangelnde Zuverlässigkeit und den fehlenden Speed durch die technische Komplexität. "Die aktuelle Technologie ist so anspruchsvoll, dass es schwierig ist, ein gutes Rennauto zu bauen." Arai gibt sich aber durchaus selbstkritisch: "Wir wussten, dass es nicht einfach werden würde, aber vielleicht haben wir uns nicht vorgestellt, dass es so hart wird. Ich selbst habe mir nicht vorstellen können, auf was für eine Herausforderung wir hinsichtlich der Technologie treffen würden."

Vermutlich zwei Token für Spa

Honda hat für seine Rückkehr einen kompakten Sechszylinder-Turbo entworfen. Vor der Saison sprach man bei McLaren von einer radikalen Integration der einzelnen Bestandteile der Power Unit ins Auto. Doch die kompakte Bauweise führte zu Hitzeproblemen. "Wir mussten etwas Radikales entwerfen, um die Konkurrenz zu schlagen", rechtfertigt Arai den Honda-Weg. "Denn es ist unser ultimatives Ziel, die besten zu sein."

Arai veranschaulicht die Komplexität des Motors und der Hybridkomponenten und spricht von einem Domino-Effekt. "Wenn man versucht, Energie von der MGU-H abzuzwacken, belastet das den Turbo sehr. Wenn der Turbolader unter Stress ist, kann er nicht das tun, was er soll. Nämlich mehr Luft in die Brennräume zu zwingen, um mehr Power auszuschöpfen. Das ist das Resultat, wenn ein Teil gegen das andere kämpft, statt zusammen zu arbeiten."

Für die zweite Saisonhälfte rüstet Honda auf. In Belgien wird man nach dem GP Kanada die nächste Entwicklungsstufe zünden. Vermutlich zum Preis von zwei der restlichen sieben Token. Insgesamt hatte man für die Saison neun Entwicklungstoken zur Verfügung.

Keine Spannungen zwischen McLaren und Honda

Die Modifikationen betreffen aber nicht wie in Kanada den Turbolader. In Ungarn wurde für das Rennen nach der Sommerpause über einen Eingriff am Zylinderkopf gemutmaßt. Arai gibt einen kleinen Ausblick auf die Modifikationen für Spa und die restliche Saison: "Der Verbrennungsmotor ist der wichtigste Bereich. Das aktuelle Reglement verlangt beim Verbrenner eine hohe Effizienz. Daher wollen wir Änderungen am Design der Brennkammern, bei der Luftaufnahme und am Layout des Auspuffs vornehmen. Außerdem ist es ein Ziel, die mechanische Reibung zu reduzieren."

Negative Spannungen zwischen McLaren und Honda sieht der Honda-Sportchef nicht. "Dass wir manchmal aneinander geraten, zeigt, dass wir alle 100 Prozent geben und wir extrem leidenschaftlich sind."

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