Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Formel 1: Red Bull-Teamchef Christian Horner im Interview

Zu wenig Respekt und zu wenig Platz

Christian Horner & Sebastian Vettel Foto: xpb 27 Bilder

Nach dem Crash in Istanbul hängt der Haussegen bei Red Bull schief. Teamchef Christian Horner ist sich allerdings sicher, dass der Streit bis zum GP Kanada aus der Welt ist. Im Teaminterview erklärt der Brite außerdem, dass beide Piloten gleichermaßen die Schuld tragen.

01.06.2010

Was ist in der 40. Runde passiert?
Horner: Es war eine einzigartige Situation während des Rennens in der Türkei, da die ersten vier Autos nur durch zwei Sekunden voneinander getrennt waren und Mark (Webber) bis zur 40 Runde immer in Führung lag. Das Rennen war das bisher schnellste der Saison und alle vier Fahrer haben sich gegenseitig extrem Druck gemacht. In der 38. Runde hat Mark sein Benzingemisch etwas magerer gestellt, was ihn bei gleichbleibenden Drehzahlen im Schnitt 0,18 Sekunden pro Runde kostete. Sebastian konnte zuvor mehr Sprit sparen und noch zwei weitere Runden etwas bessere Einstellungen fahren. In den Runden 38 und 39 wurde Sebastian immer schneller und konnte - mit Hamilton im Nacken - auf Mark aufschließen. Nachdem er Kurve 9 gut erwischt hatte, zog Sebastian aus dem Windschatten links neben Mark um zu überholen. Mark hat die Innenseite gehalten und eine defensive Position eingenommen, was auch sein gutes Recht war. Als Sebastian zu drei Vierteln vorbeigegangen war, zog er nach rechts. Als Ergebnis stießen beide zusammen, Sebastian musste aufgeben, Mark hat sich den Vorderteil des Autos beschädigt und das Team den Doppelsieg verloren. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich beide Fahrer mehr Raum lassen hätten sollen.

Kann man einem Fahrer die Schuld an dem Unfall geben?
Horner: Wir erwarten von unseren Fahrer in ihrer Rolle als Teamkollegen, dass sie gegenseitig Respekt zeigen und sich auf der Strecke genügend Platz lassen. Unglücklicherweise traf das am Sonntag auf keinen der beiden zu und das Endergebnis war ein Unfall. Bei den vorherigen sechs Doppelsiegen gab es viele Vorfälle mit enger Rennaction zwischen unseren Fahrern und sie haben die Absprachen jeweils eingehalten.

Was halten Sie von Sebastians Reaktion als er aus dem Auto stieg?
Horner: Das Adrenalin war am Anschlag und natürlich spielt da auch die Frustration mit, wenn man gerade aus dem Rennen kracht. Wir werden das diskutieren und ich bin mir sicher, dass der Streit bis zum GP Kanada aus der Welt ist.

Einige haben nach dem Rennen Mark Webber die Schuld gegeben – warum das?
Horner: Am Ende gewinnen wir als Team und wir verlieren als Team. Am Sonntag haben wir als Team verloren, weil unsere Fahrer einen Unfall bauten. Nachdem wir uns alle Informationen angeschaut haben, war klar, dass es sich um einen Rennunfall handelte, wie er zwischen zwei Teamkollegen eigentlich nicht passieren sollte. Auch  Dr. Marko (Red Bull-Berater, Anm. d. Redaktion) teilt diese Meinung, nachdem er sich alle Fakten angesehen hat, die direkt nach dem Rennen noch nicht zur Verfügung standen.

Gab es eine Anweisung an Sebastian, dass er Mark überholen soll?
Horner: Keinem Piloten wurde die Anweisung gegeben, die Position zu tauschen. Es gibt keine Stallregie bei Red Bull, außer dass sich die Fahrer mit Respekt begegnen sollen.

Wie wird die Situation nun gelöst?
Horner: Wir sind ein starkes Team und wir werden uns zusammensetzen und offen mit den Fahrern über das diskutieren, was passiert ist und wie man solche Situationen in Zukunft vermeidet. Eine unsere Stärken ist der Teamgeist, der auch zur guten Leistung in dieser Saison beigetragen hat. Beide Fahrer sind intelligente Menschen und bis zum GP Kanada wird die Sache geklärt sein.

Bekommt einer der Fahrer einen Nummer 1-Status?
Horner: Beide Fahrer werden, wie es immer der Fall war, gleich behandelt. Der Türkei GP war eine teure Lektion für beide Piloten. Wir sind zuversichtlich, dass solch eine Situation nicht wieder auftaucht.

Was denkt Dietrich Mateschitz (Red Bull-Chef, Anm. d. Redaktion) über den Vorfall?
Horner: Dietrich hat nach dem Vorfall mit beiden Fahrern gesprochen. Er hat beide Piloten immer gleichermaßen unterstützt und es mit den Worten zusammengefasst: "Shit happens… wir sollten nicht mehr über die Vergangenheit reden, sondern uns auf die Zukunft konzentrieren. Fakt ist, dass wir nicht nur das schnellste Auto besitzen sondern auch zwei der besten und schnellsten Fahrer."

Das Interview wurde uns vom Team Red Bull Racing zur Verfügung gestellt.

Umfrage
Wer trägt Ihrer Meinung nach die Schuld am Red Bull Crash?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden