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Red Bull-Chef Horner unter Druck

Ist Sebastian Vettel der neue Chef?

Christian Horner GP China Foto: xpb 18 Bilder

Red Bull-Teamchef Christian Horner hatte eine harte Zeit in Shanghai. Nach dem Stallregie-Drama von Malaysia wurde seine Führungsrolle hinterfragt. Wer ist eigentlich der Boss im Team: Sie, Herr Horner oder schon Sebastian Vettel?

12.04.2013 Michael Schmidt

Das hat man nun davon, wenn man Teamchef des erfolgreichsten Rennstalls der letzten drei Jahre ist. Kaum geht etwas schief, steht man am Pranger. Christian Horner stand drei Wochen nach dem Stallregie-Drama von Malaysia im Kreuzverhör. Die Fragen hatten alle den gleichen Tenor: Sind Sie noch der Chef von Red Bull, Herr Horner? "Sebastian weiß, dass er nicht das Team leitet. Und er hat auch nie einen Gedanken daran verschwendet. Er kennt seine Rolle und weiß dagegen sehr genau, dass er ohne die 600 Leute in seinem Rücken nicht Weltmeister werden kann."

Horner war nicht glücklich

Doch wie reagiert ein Teamchef, wenn sein Fahrer ganz offensichtlich einen Befehl von oben ignoriert? Horner holte tief Luft: "Ich war nicht happy, dass er meinen Befehl nicht befolgt hat. Er hat sich beim Team und bei mir dafür entschuldigt. Damit ist das Thema erledigt. Ich glaube auch nicht, dass er es noch einmal machen würde. Er weiß, dass es ein Fehler war, sonst hätte er sich ja nicht entschuldigt."

Der jüngste Teamchef der Formel 1 musste aber zugeben, dass Vettel auch deshalb drei Mal Weltmeister geworden ist, weil er nicht immer alles geschluckt hat, was ihm vorgesetzt wurde. "Er wollte diesen Sieg unbedingt. Da hat er alles drumherum vergessen."

Eine gesunde Rivalität hilft auch Red Bull

Horner sieht keinen Grund, irgendetwas an seiner Fahrerpaarung zu ändern, nur weil Vettel jetzt zum ersten Mal offiziell seine Vorbehalte dem Teamkollegen gegenüber erklärt hat. Zu sagen, dass er Webber diesen Sieg wegen diverser Vorfälle in der Vergangenheit nicht gegönnt hätte, ist eine klare Stellungnahme. Da gibt es nichts mehr zu interpretieren. "Diese Fehde existiert ja nicht erst seit gestern", blickt Horner zurück. "Am Ende ist es aber eine gesunde Rivalität. Wir haben daraus immerhin drei Mal die Konstrukteurs-WM gewonnen. Man muss das auch einmal positiv sehen. Beide haben aus dem Unfall in Istanbul gelernt, dass man sich im Zweikampf auch genug Platz lassen kann."

Ein bisschen Spannung zwischen den Piloten ist vielleicht gar nicht so schlecht, meint Horner: "Ich erwarte nicht, dass die beiden Weihnachten miteinander verbringen. Wir haben sie angestellt, weil wir glauben, dass sie die beste Paarung im Feld sind." Webber müsse deshalb auch nicht um seinen Platz im Team fürchten. "Sebastian hat einen langfristigen Vertrag mit uns. Bei Mark haben wir es immer so gehalten, den Vertrag von Jahr zu Jahr zu verlängern. Das passiert nicht vor Spätsommer. Deshalb werden wir uns mit ihm in diesem Zeitraum wieder zusammensetzen und über die Zukunft reden. Es macht keinen Sinn, das schon nach zwei Rennen zu tun."

Mateschitz will, dass die Fahrer gegeneinander kämpfen

Das Stallregie-Verbot von Red Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz sieht Horner differenziert: "Was ist denn eigentlich Stallregie? Dietrich will einfach nicht mehr sehen, dass wir unsere Fahrer daran hindern, gegeneinander zu kämpfen. Es kann aber im Rennen Zwänge geben, die es nötig machen, den Fahrer bestimmte Vorgaben in Bezug auf die Reifen, den Spritverbrauch, die Motoreinstellung, Kers oder Standfestigkeitsparameter zu machen. Die müssen sie natürlich befolgen. Auch in Zukunft. In Malaysia ging der Befehl, sich nicht mehr anzugreifen nur raus, weil wir Angst um die Reifen hatten. Nicht, weil wir den einen oder anderen zu Sieger bestimmen wollten."

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