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Horner verteidigt Vettel

"Es muss etwas am Auto gewesen sein"

Daniel Ricciardo - GP Belgien 2014 Foto: Wilhelm 58 Bilder

Red Bull feierte seinen dritten Saisonsieg. Schon wieder mit Daniel Ricciardo. Während der Australier seinen Höhenflug fortsetzt, kommt Sebastian Vettel in Erklärungsnot. Teamchef Christian Horner verteidigt seinen Starpiloten und vermutet wie Vettel ein Problem mit dem Auto.

27.08.2014 Michael Schmidt

Hat irgendjemand auf einen Sieg von Daniel Ricciardo in Spa gewettet? Wer sich getraut hat, darf sich jetzt freuen. Der WM-Dritte ging nur als 30:1 Außenseiter in die Ardennen-Schlacht. Sebastian Vettel wurde vor dem Rennen höher eingeschätzt. Wenigstens von den Buchmachern. Sie legten die Siegchance des Weltmeisters auf 20:1 fest. Doch Vettel wurde nur Fünfter.

Red Bulls Abstimmungspoker hat sich ausgezahlt. Adrian Newey ließ die Autos auf Top-Speed trimmen. "Ausschlaggebend für uns war, wie viel Zeit wir im zweiten Sektor auf die Mercedes verlieren würden. Wir haben den Flügel genommen, den wir gerade noch verantworten konnten."

Vettels Bestwert im kurvenreichen Sektor 2 lag 1,677 Sekunden über dem Rekord von Nico Rosberg. Dafür fuhren die Red Bull in den Sektoren 1 und 3 fast auf Augenhöhe. Und lagen mit 341,8 km/h (Vettel) und 334,8 km/h (Ricciardo) im Top-Speed-Bereich der Mercedes.

Ricciardo fährt schonend schnell

Daniel Ricciardo hat wieder seine Chance genutzt. Zum dritten Mal schlug er zu, als die Silberpfeile Probleme bekamen. Red Bull lotste ihn wieder mit der perfekten Taktik durch die 44 Runden. "Wir haben uns gefragt, ob wir der Strategie von Rosberg folgen sollten, aber dann wären wir mit einem Vorsprung von nur drei Sekunden in den letzten Stint gegangen", erklärte Teamchef Christian Horner. Also setzte Red Bull auf eine Verteidigungsschlacht. Einen Stopp weniger, und mit harten Reifen zum Schluss einen Vorsprung von 22,5 Sekunden verwalten.

Ricciardo erledigte die Aufgabe wie ein angehender Weltmeister. Abgeklärt, fehlerlos, konstant wie ein Uhrwerk. Horner: "Wir haben Daniel eine Zielzeit von 1.53,4 Minuten vorgegeben, unter der Annahme, dass Rosberg mit den weichen und frischeren Reifen 1.51er Zeiten fahren könnte. Daniel hat das Ziel immer erfüllt." 15 Runden am Stück spulte der Australier in seinem letzten Stint zwischen 1:53.178 und 1:53.740 Min. ab. Konstanter geht es nicht.

Red Bull weiß, dass man aus eigener Kraft nicht gewinnen kann: "Deshalb gilt bei uns die Ansage: Setzt Mercedes so unter Druck, dass sie Fehler machen. Und dann müssen wir zur Stelle sein. Das hat jetzt mit Montreal und Spa zwei Mal auf Strecken geklappt, auf denen wir von der Papierform keine Chancen hatten."

Klar, dass Horner das Mercedes-Duell gefällt: "Es ist richtig, dass Mercedes seine beiden Fahrer gegeneinander fahren lässt. In solchen Situationen kann es schon einmal zu Kollisionen kommen. Für mich sah es nach Rennunfall aus." Da schwang noch die Erinnerung an 2010 mit, als Red Bull das gleiche mit Sebastian Vettel und Mark Webber erlebte.

Vettel fühlt sich im Auto nicht wohl

Spa zeigte auch: Ricciardo ist keine Eintagsfliege. Der Dauerlächler aus Perth hat sich in die Liga der Top-Piloten gefahren. "Ich bekomme immer mehr Selbstvertrauen, und es macht immer mehr Spaß", freute sich Ricciardo über seinen dritten GP-Sieg. Auch Horner applaudiert: "Wir wussten, dass er schnell ist, aber auch bei uns hätte keiner geglaubt, dass er so früh so gut wird. Er hat die Gabe schnell zu fahren und dabei noch die Reifen zu schonen."

Genau das ist das Problem von Sebastian Vettel. Eine schnelle Runde geht. Das hat das Training gezeigt. Doch im Rennen rutscht sein Red Bull über alle vier Räder, und der Reifenverschleiß schnellt in die Höhe.

Vettel äußerte später den Verdacht, dass es alleine am Fahrstil nicht gelegen haben kann. Horner teilt die Meinung seines Piloten: "Da muss etwas am Auto gewesen sein. Wir müssen die Daten checken. Normalerweise hat Seb ein sehr gutes Gefühl für die Reifen, deshalb gibt es keine Erklärung, warum sie so stark abgebaut haben."

Im Gegensatz zu seinem Weltmeister glaubt Horner, dass der verlorene Freitag eine Rolle spielte: "Seb konnte sich nie richtig für das Rennen vorbereiten. Er musste das Setup von Daniel übernehmen."

Adrian Newey merkt an, dass Vettel sich im aktuellen Auto nicht wohl fühlt. "Und das hat sehr viel mit der Motorcharakteristik zu tun. Der Motor reagiert auf der Bremse und beim Beschleunigen nicht so, wie er es gerne hätte. Man kann das Unbehagen von Seb am besten am Kurvenausgang erkennen. Daniel kommt da immer sauber raus, und Seb muss mit dem Auto kämpfen."

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