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Horror-Jahr für McLaren & Williams

Williams zahlte 131.700 Euro Strafe

Pastor Maldonado - GP Brasilien 2013 Foto: Wilhelm 45 Bilder

Für die britischen Traditionsteams McLaren und Williams war es ein schlechtes Jahr. McLaren kämpfte erstmals seit 2009 nicht um den Titel mit. Und Williams schaffte wie 2011 nur fünf Punkte. Dafür führt der Rennstall aus Grove das Strafen-Register bei der FIA an.

27.11.2013 Michael Schmidt

McLaren ist der zweitälteste Rennstall der Formel 1. Er stellte 12 Fahrer-Weltmeister und gewann acht Mal den Konstrukteurs-Titel. Die letzte Saison ohne Podium datiert aus dem Jahr 1980. Das letzte Jahr ohne Sieg von 2006. In diesem Jahr gab es weder Podium noch Sieg.

Das Finale in Brasilien brachte mit 20 Punkten und Jenson Buttons viertem Platz das Highlight dieser Saison. "Keine Frage", gibt Teamchef Martin Whitmarsh zu, "diese Saison entsprach nicht unseren Ansprüchen. Wir sind es gewohnt um den Titel zu kämpfen."

Button versucht die positiven Seiten zu sehen. "Von den Ergebnissen her war es eine Enttäuschung, vom Teamwork eine neue Erfahrung. Das schlechte Jahr hat uns noch mehr zusammengeschweißt." Der Absturz von 2012 auf 2013 war brutal. Vom WM-Platz 3 und 378 Punkten auf den fünften WM-Rang und 122 Zähler.

Keiner zuverlässiger als McLaren

Trotzdem kann der letztjährige WM-Dritte einen Rekord feiern. Zum ersten Mal waren beide Autos bei jedem Grand Prix klassiert. Was nicht heißen muss, dass sie immer im Ziel waren. In Malaysia gab Button drei Runden vor Schluss aus taktischen Gründen freiwillig auf. Er lag aussichtslos zurück. Der Rückzieher erlaubte einen Getriebewechsel zum nächsten Rennen ohne Strafe.

Beim GP England musste Sergio Perez sechs Runden vor dem Ende wegen der Reifenexplosion aufgeben. Er hatte aber noch 90 Prozent der Renndistanz zurückgelegt und blieb damit in Wertung. Mit 11.488 Rennkilometern legte McLaren 99,17 Prozent aller möglichen 11.584 Rennkilometer zurück. Auch das ist Rekord.

Williams mit zwei schlechten Jahren 2011 und 2013

Williams wendete die schlechteste Saison der Firmengeschichte mit fünf Punkten im Schlussspurt gerade noch ab. Vor Austin stand das Konto auf einem mickrigen WM-Zähler. Trotzdem war das Jahr eine Pleite.

Es erinnert an die Saison 2011, als Rubens Barrichello und Pastor Maldonado schon einmal mit nur fünf Punkten auf Platz 9 eine Saison beendeten. Doch 2012 berappelte sich Williams mit einem Sieg und 76 Zählern. Nur in der Anfangszeit, als das Team von Frank Williams teilweise noch mit Fremdfabrikaten fuhr, waren die Ergebnisse noch schlechter.

Auch der zweite britische Rennstall führte eine Rangliste an. Eine wenig schmeichelhafte. Keiner zahlte mehr in die FIA-Kasse. In Summe 131.700 Euro Strafe. Davon gingen 125.000 Euro an das Team und 6.700 Euro an Valtteri Bottas. Maldonado weist 2013 erstaunlicherweise eine weiße Weste auf.

McLaren-Experiment misslungen

McLaren büßte in diesem Jahr für ein technisches Experiment. Die Ingenieure erkannten im letzten Jahr, dass mit dem MP4-27 das Ende der Fahnenstange erreicht war. Dieses Konzept war ausgereizt.

Nach einem Jahr Erfahrung mit den geänderten Auspuffregeln hatten die Techniker dazugelernt und dem Auspuffstrahl praktisch wieder jene Energie gegeben, die er 2011 hatte, als die Endrohre noch im Boden verlegt werden durften. Deshalb versuchte es McLaren mit einem neuen Ansatz. Mit einer neuen Frontflügel-Philosophie, einer höheren Nase, einer Pullrod-Vorderachse und neu geformten Seitenkästen.

Sie sind aus zwei Gründen damit auf die Nase gefallen, aber sie hätten vermutlich auch mit einer Fortsetzung der MP4-27 Baureihe keine Bäume ausgerissen. Die 2013er Reifen verformten sich stärker, was die Strömung im Diffusor störte. Selbst bei der Rückkehr zu den 2012er Konstruktionen wurde es kaum besser.

Die Wirbel, die der Frontflügel produzierte, nahmen wegen der höheren Nase und der Zugstreben-Aufhängung einen anderen Weg zum Heck. Und dort fehlte es an Abtrieb. Teilweise rüstete McLaren den MP4-28 zurück auf Vorjahres-Technik, löste das Problem aber nie ganz.

Erleuchtung kam beim vorletzten Rennen

Williams verzockte sich total. Es dauerte bis zum vorletzten Grand Prix, bis man wusste warum. Die Ingenieure bekamen den Coanda-Auspuff einfach nicht in den Griff. Der Anpressdruck schwankte, je nachdem wie stark der Fahrer auf dem Gas stand.

Der neue Technikdirektor Pat Symonds erklärt, warum das Vertrauen der Fahrer oft mehr wert ist als schöne Abtriebswerte: "Wenn der Anpressdruck schwankt, nutzen die Fahrer nur das, was mindestens vorhanden ist. Aerodynamiker glauben immer, dass der Mittelwert verfügbar sei."

Symonds sprach kurz vor Saisonende ein Machtwort. Nachdem die Techniker bereits den Rest des FW35 auf den Stand des FW34 zurückgerüstet hatten, kam jetzt auch noch der alte Auspuff ans Auto, der mit maximalem Endrohrdurchmesser von 75 Millimetern innen an der Motorabdeckung vorbei auf das untere Heckflügelelement blies. Das reduzierte zwar den Abtrieb, gab den Fahrern aber Vertrauen zurück. Prompt wurden die Rundenzeiten besser. Und dank der größeren Endrohre gab der Renault V8 auch noch 20 PS mehr ab.

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