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Hülkenberg heiß aufs Fahren

"Der Winter-Rost muss runter"

Nico Hülkenberg - Force India - Formel 1-Test - Barcelona - 21. Februar 2015 Foto: xpb 59 Bilder

Nico Hülkenberg will einfach nur fahren. Seit dem GP Abu Dhabi saß er nicht mehr in einem Rennauto. Da nimmt er es auch in Kauf, dass sein Wintertest mit dem alten Force India beginnt. Das neue Auto ist erst im letzten Test einsatzbereit.

22.02.2015 Michael Schmidt

Es war ein langer Winter für Nico Hülkenberg. Force India hatte kein Auto für ihn. Da waren die beiden Testwochen mit dem Le Mans-Porsche die reinste Erholung. So ließ sich die Enttäuschung, dass der neue Force India Verspätung hat, besser verdauen. Insgesamt hat Force India acht Testtage mit dem 2015er Auto verloren. "Klar ist das nicht die ideale Vorbereitung", zieht Hülkenberg Bilanz. "Und das wird in den ersten paar Rennen nicht spurlos an uns vorbeigehen. Wir müssen jetzt den Schaden gering halten."

Hülkenberg erfuhr Mitte Januar davon, dass der neue VJM08 in Verzug ist. Der angestammte Chassishersteller hatte nach dem Umzug der Firma Probleme mit einer Fertigungsmaschine. Als immer mehr Zeit davonlief, musste Force India auf einen anderen Lieferanten umdisponieren. Und wartete wieder. Zunächst war nur der erste Test in Jerez betroffen. "Vor zwei Wochen habe ich dann erfahren, dass es auch für den zweiten nicht reicht. Zum Glück haben wir einen Mercedes-Motor. Da kann man sich so ein Problem noch am ehesten leisten."

"Dort anschließen, wo wir 2014 aufgehört haben"

Die Entscheidung des Teams, die zweite Testwoche mit dem Vorjahresmodell zu bestreiten, findet Hülkenbergs Zustimmung: "Wenn wir die Woche auch noch ausgelassen hätten, wäre das tödlich gewesen. So konnten wir wenigstens die Reifen kennenlernen. Das Reifenverständnis ist ja unsere große Stärke. Und da haben wir viel gelernt. Ich hoffe, dass wir davon in den ersten Rennen profitieren. Vielleicht sind wir in der Startaufstellung nicht so weit vorne, aber dank der Reifenerfahrung sollten wir das im Rennen wie im Vorjahr wieder ausgleichen können."

Der Test im Altwagen ist aber auch aus Sicht des Fahrers wieder wichtig: "Ich bin wieder heiß und muss mal wieder fahren. Der Winter-Rost muss runter. Ich will das Auto spüren und die Abläufe verinnerlichen." Das Saisonziel ist klar abgesteckt: "Wir müssen dort anschließen, wo wir letztes Jahr aufgehört haben. Ich gehe davon aus, dass wir von Anfang an in der Lage sein werden, in die Top Ten zu fahren."

Und dann kommen die Upgrades, von denen sich Hülkenberg viel verspricht. Technikchef Andy Green hatte auto motor und sport gegenüber bereits angedeutet, dass man die gesamte Aerodynamik-Philosophie geändert habe. Auch dank neuem Personal im Technikbüro. Und die Daten im Toyota-Windkanal sind vielversprechend. "Uns wurden die Augen geöffnet", tut Hülkenberg geheimnisvoll.

"Allrad zieht dich in die Kurven rein"

Der lange Rheinländer fährt in diesem Jahr zweigleisig. In Spa und Le Mans ist er für Porsche unterwegs. Die Testfahrten in Aragon und Bahrain haben dem Formel 1-Pilot eine andere Welt gezeigt. "Schon die Testfahrten laufen ganz anders. Du bis ganz allein auf der Strecke unterwegs mit einem Auto, das du dir mit zwei anderen Fahrern teilst, du fährst viel längere Stints und hast einen ganzen Haufen Leute nur für dich. Zwischendrin gibt es viel längere Wartezeiten."

Auch das Auto ist für Hülkenberg eine neue Erfahrung. "Mit dem Allradantrieb zieht es dich in die Kurve förmlich rein. Du hast eine Traktionskontrolle und musst mit dem Gasfuß nicht so sensibel umgehen wie in der Formel 1. In schnellen Kurven ist ordentlich Abtrieb da, was aber durch das höhere Gewicht kompensiert wird. Dafür kommt mir der Porsche in langsamen Kurven schneller vor. Weil der Allrad hilft. Du musst nicht ewig warten, bis du aufs Gas steigen kannst."

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