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Hülkenberg sauer nach Kollision

"Massa hat zu spät zurückgesteckt"

Nico Hülkenberg - GP Singapur 2015 Foto: xpb 54 Bilder

Ein Unfall, zwei Meinungen. Nach dem Crash mit Felipe Massa verstand Nico Hülkenberg die Welt nicht mehr. Nach Ansicht des Force India-Piloten lag die Schuld klar beim Brasilianer. Stattdessen gab es eine Strafe für Hülkenberg. Und dass, ohne Chance sich zu rechtfertigen.

21.09.2015 Tobias Grüner

Im Force India-Lager konnte man die Emotionen nach dem Rennen von Singapur nur schwer zurückhalten. Offen schimpfte Sportdirektor Otmar Szafnauer über die Rennleitung, die den Crash zwischen Nico Hülkenberg und Felipe Massa nach seiner Ansicht komplett falsch interpretiert hatte.

"Massa hat sicher über Funk mitgeteilt bekommen, dass er am Boxenausgang mit Nico um die Position kämpfen wird. Er ist aggressiv in die Kurve reingefahren. Man sieht auf den Fernsehbildern, dass er sich verbremst und unser Auto trifft. Nico lag zu diesem Zeitpunkt eindeutig vorne. Also gehört ihm die Kurve. Er hat das Recht auf die Ideallinie", so die Argumentation von Szafnauer.

Hülkenberg sieht Schuld bei Massa

Der Pilot selbst sah die Situation ähnlich: "Ich habe Felipe am Eingang von Kurve 1 aus der Box kommen sehen. Aber in Kurve 3 war ich klar vorne. Ich bin die normale Rennlinie gefahren, dann habe ich einen Treffer hinten links gespürt und mein Rennen war vorbei. Nach meiner Ansicht gehörte die Kurve mir. Ich war überrascht, dass Felipe viel zu spät zurückgesteckt hat. Seine Räder blockieren kurz bevor er mich trifft."

Aus Sicht des Unfallgegners spielten sich die Dinge etwas anders ab. "Ich habe die Kurve normal angebremst. Er ist dann einfach in mich reingefahren", so Massa. "Er hat mir einfach keinen Platz gelassen. Also sind wir kollidiert."

Die Onboard-Aufnahmen bestätigen beide Aussagen. Massa war innen am Rande der Strecke und konnte nicht mehr ausweichen. Hülkenberg hätte den Unfall am Ende noch eher verhindern können, wollte aber auch nicht zurückstecken. Da keiner von beiden nachgeben wollte, kam es zur Kollision.

3 Plätze Strafe für Suzuka

Viele Experten im Fahrerlager stuften die Situation als normalen Rennunfall ein, bei dem man keinem Piloten eine Hauptschuld geben kann. Doch die FIA-Stewards sahen das anders. Sie ließen Hülkenbergs Argument nicht gelten, dass er die Nase vorne hatte. Weil er den Williams kommen sah und nicht genügend Platz ließ, wurde eine Rückversetzung um 3 Startplätze für das Rennen in Japan ausgesprochen.

"Ich verstehe nicht, warum ich die Strafe bekommen habe, ohne dass mir eine Chance gegeben wurde, den Stewards meine Sicht zu dem Unfall zu erklären", schimpfte Hülkenberg. Kurz wurde bei Force India sogar überlegt, ob man die Entscheidung anfechten solle. Doch eine Berufung hätte nur wenig Aussicht auf Erfolg gehabt. Hülkenberg muss in Suzuka in den sauren Apfel beißen.

Teamboss Vijay Mallya gab seinem Schützling Rückendeckung: "Ich bin wirklich überrascht über das Urteil. Vor allem weil es Nico war, der am Ende in der Mauer gelandet ist. Und ich bin überrascht, dass die Fahrer nicht in das Büro der FIA-Kommissare gerufen wurden, um die Situation zu diskutieren."

Die FIA-Schiedsrichter verteidigten den schnellen Schuldspruch mit der aus ihrer Sicht eindeutigen Sachlage. "Wenn Hülkenberg weitergefahren wäre, hätte es ja auch eine Entscheidung ohne Anhörung geben müssen. Dann wäre es wohl eine Durchfahrtsstrafe geworden", war aus dem Büro der Rennleitung zu hören.

Force India festigt Platz 5 in der Teamwertung

Der Ärger bei Force India saß so tief, dass man sich kaum über den guten siebten Platz von Sergio Perez freuen konnte. Trotz erneuter Probleme mit den Reifentemperaturen konnte sich der Mexikaner am Ende gut gegen die mit frischeren Reifen heranstürmenden Toro Rosso verteidgen. "Er musste vor allem die ersten 4 Runden überstehen. Dann war der Reifenvorteil von Verstappen dahin", analysierte Teammanager Andy Stevenson. "Er hat das hervorragend gemacht."

In der Teamwertung konnte sich Force India durch die 6 Punkte von Perez weiter von Hauptkonkurrent Lotus absetzen. Romain Grosjean und Pastor Maldonado gingen leer aus. 6 Rennen vor Schluss beträgt der Vorsprung nun 19 Punkte. Mehr als Platz 5 ist aber nicht mehr drin. Der kleine Traum einiger bei Force India, vielleicht noch das viertplatzierte Red Bull-Team zu attackieren, ist nach Singapur endgültig zerplatzt.

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