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Hülkenberg in Austin

"Alles aus der Dose rausgequetscht"

Hülkenberg vs. Schumacher Formel 1 Austin GP USA 2012 Foto: xpb 66 Bilder

Nico Hülkenberg ist eine sichere Bank für Force India. In den letzten fünf Rennen fuhr der Rheinländer vier Mal in die Punkteränge und holte dabei 22 Zähler. Beim GP USA verteidigte er 30 Runden lang Platz acht gegen die Williams und hätte um ein Haar einen Riesencrash mit Kimi Räikkönen gehabt.

19.11.2012 Michael Schmidt

Im Titelduell Sebastian Vettel gegen Fernando Alonso ging alles unter. Die Aufholjagden von Felipe Massa und Jenson Button. Das erneute Mercedes-Drama. Und der achte Platz von Nico Hülkenberg. Es war seine zehnte Platzierung in den Punkterängen in diesem Jahr und die vierte in den letzten fünf Rennen. Und wieder konnte Hülkenberg von sich sagen, dass er das bestmögliche Ergebnis geschafft hat. "Ich habe alles aus der Dose rausgequetscht."

Der Renntag begann für Hülkenberg mit einer schlechten Nachricht. Er rückte wegen Felipe Massas Getriebestrafe einen Startplatz vor. In Austin war das nicht unbedingt ein Vorteil, denn der Force India-Pilot musste nun von der schmutzigen Seite der Zielgeraden starten. Und die bot 20 Prozent weniger Grip.

Hülkenberg schnappt sich Schumi früh

Trotzdem machte Hülkenberg das Beste daraus. Er startete als Sechster und kam als Sechster oben am Hügel an. Zwar schoss Fernando Alonso an ihm vorbei, doch dafür revanchierte sich der Deutsche bei Kimi Räikkönen.

Michael Schumacher fertigte Hülkenberg gleich in der ersten Runde ab. Er wunderte sich noch scherzhaft darüber, wie einfach der Platztausch ging: "Hat er Schlafpillen genommen? Normalerweise wehrt sich Michael bis gar nichts mehr geht."

Nach zehn Runden tauchten der erste Gegner in seinem Rückspiegel auf. Kimi Räikkönen drängelte. "Bei mir haben ab der zehnten Runde die Hinterreifen stark nachgelassen. Ich hatte echt zu kämpfen." Zu Beginn der 13. Runde startete Räikkönen seinen Angriff. Hülkenberg kam in der ersten Kurve etwas zu weit nach außen, so dass sich der Lotus vor der zweiten Kurve links neben ihn setzen konnte.

Hülkenberg verhindert Kollision mit Kimi

Eine Szene zum Luftanhalten. Hülkenberg erzählt, wie eng es war. "Ich habe Kimi echt nicht gesehen und wollte voll auf die Ideallinie zurück. Plötzlich höre ich, dass sich links von mir die Tonlage ändert. Da erst wurde mir klar, dass Kimi neben mir ist. Hätte ich da durchgezogen, hätte das einen Riesen-Crash gegeben."

Wegen der Hinterreifen-Misere kam Hülkenberg schon in der 17. Runde an die Box. "Ich habe lange mit einem Zweistopprennen gerechnet. Erst in der 40. Runde war klar, dass wir mit diesem Reifensatz durchfahren können."

Hülkenberg 46 Runden im Blindflug

Der Blondschopf aus Emmerich fuhr noch mit einem weiteren Handikap. Ab der zehnten Runde fiel am Auto mit der Startnummer 12 die Telemetrie aus. "Es war eine Fahrt ins Blaue", erzählt Sportdirektor Otmar Szafnauer. "Wir hatten keinerlei Information von Nicos Auto. Nichts über den Spritverbrauch, nichts über den Reifenzustand, nichts über den Ladezustand von KERS. Deshalb haben wir ihn gebeten, in den Benzinsparmodus zu schalten. Das hat ihn schon mal zwei Zehntel pro Runde gekostet."

"Ohne die Daten von den Reifentemperaturen und Luftdrücken waren wir voll auf Nicos Aussagen angewiesen. Er hat uns mal während des Rennens gefragt: Soll ich attackieren? Wir mussten ihm antworten: Wir wissen nicht, in welchem Zustand deine Reifen sind. Ohne die Probleme hätten wir vielleicht noch Grosjean gekriegt." Der Franzose lag im Ziel nur 3,4 Sekunden vor Hülkenberg.

Williams generiert mehr Abtrieb als Force India

Ab der 35. Runde fuhr Hülkenberg nur noch mit Blick in die Rückspiegel. Von hinten flogen die Williams an. "Mann, haben die Abtrieb", wunderte sich der WM-Zwölfte. "Die können in dem Geschlängel voll an mir dranbleiben, dabei habe ich dort alles gegeben, um sie auf Distanz zu halten. Trotzdem kleben die mir auf der folgenden Geraden mit offenem DRS im Getriebe. Der kleinste Fehler, und die fahren an mir vorbei."

Hülkenbergs Glück: Pastor Maldonado und Bruno Senna bekommen sich in den letzten Runden selbst in die Haare. Das verschafft dem Force India-Piloten etwas Luft. Jetzt gibt es noch ein realistisches Ziel für den GP Brasilien. Kamui Kobayashi liegt in der WM-Tabelle fünf Punkte vor Hülkenberg. Mit einem siebten Platz kann der künftige Sauber-Fahrer an dem Japaner vorbeiziehen.

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