Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Husarenritt von Perez

Bestes Sauber-Ergebnis aller Zeiten

Sergio Perez Sauber GP Malaysia 2012 Foto: xpb 47 Bilder

Obwohl er den Sieg knapp verpasste, war Sergio Perez der Held von Malaysia. Selbst im Team wusste man nicht genau, wie das Wunder möglich war. Der zweite Platz war das beste Sauber-Ergebnis in der Formel 1-Geschichte des Teams.

25.03.2012 Tobias Grüner

Seit 1993 fährt Sauber im Grand Prix-Zirkus mit. Einen zweiten Platz hat das Schweizer Privatteam dabei noch nie gefeiert. Im 236. Rennen war es soweit. Sergio Perez kletterte als erster Sauber-Pilot auf die zweite Stufe des Podiums. Doch ganz glücklich schien der schnelle Mexikaner damit nicht zu sein. "Der Sieg war heute in Reichweite."

Perez wächst über sich hinaus

Die Experten rieben sich verwundert die Augen. Und auch die Strategen an der Boxenmauer konnten es kaum glauben. Als das Rennen in der 13. Runde wieder gestartet wurde, setzte sich Perez zusammen mit Ferrari-Pilot Fernando Alonso an der Spitze ab. "Wir hatten eigentlich nur gehofft, dass Checo den Abstand nach hinten zu Hamilton konstant halten kann. Dass die Lücke immer größer wurde, haben wir auch nicht erwartet", berichtet Teammanager Beat Zehnder vom Kommandostand.

Perez konnte sich nicht nur von seinen Verfolgern absetzen. Je mehr die Strecke abtrocknete, desto näher kam der Mann aus Guadalajara dem führenden Ferrari. "Das kennt man ja auch aus anderen Sportarten", analysiert Zehnder. "Wenn man um die Spitze kämpft, wächst man manchmal über sich hinaus."

"Der Sieg war in Reichweite"

Die psychologische Seite ist aber nur eine Erklärung für die plötzliche Leistungsexplosion. Perez ist bekannt für sein außergewöhnliches Fahrgefühl. Der Mexikaner beherrscht perfekt die Balance zwischen Speed und Reifenschonen. Während viele andere Piloten mit den Intermediates kämpften, schien "Checo" Perez über den Kurs zu fliegen.

"Es war einfach nur schön. Aber es strapaziert auch die Nerven ganz schön", lobte Teamchef Peter Sauber anschließend seinen Schützling. "Man muss Sergio manchmal schon ein bisschen zügeln. Ich war überrascht, dass Hamilton und Co. nicht aufschließen konnten. Der Fahrer muss schon gut sein, aber das Auto eben auch."

Nur einmal gerieten Fahrer und Auto aus der Spur. Als Perez in der 43. Runde gerade zum Überholvorgang gegen Alonso ansetzte, rutschte er in Kurve 14 neben die Strecke. "Ich bin auf den feuchten Kerb gekommen und dann ging es nur gerade aus", berichtet der Pilot. "Es ist schade, der Sieg war in Reichweite. Aber auch mit Platz zwei kann ich glücklich sein." Auch Peter Sauber zog ein bittersüßes Fazit: "Ohne den Fehler von Sergio hätte es wahrscheinlich mit dem Sieg geklappt, aber wir dürfen zufrieden sein."

Spekulationen über Wechsel zu Ferrari

Bei Sauber fuhr man das ganze Rennen über eine Sicherheitsstrategie. "Wir sind die konservative Schiene gefahren", erklärte Zehnder anschließend. "Wir haben mit den Reifenwechseln immer auf die anderen reagiert. Wenn wir eine Runde vor Alonso auf die Slicks gewechselt hätten, hätte Perez wohl gewonnen. Wenn es dazwischen aber angefangen hätte zu regnen, wären wir die Deppen gewesen."

Nach dem Husarenritt von Perez begannen im Fahrerlager die Spekulationen. Die Schwächephase von Felipe Massa und der Aufschwung des Mexikaners lassen einige Ferrari-Fans bereits träumen. Perez stammt aus dem Nachwuchskader der Italiener. Da wäre ein Wechsel keine Überraschung. "Ich konzentriere mich diese Saison nur auf Sauber", winkte der Pilot ab. Teamchef Peter Sauber kennt das Geschäft schon etwas länger: "Irgendwann werden wir Sergio vermutlich ziehen lassen müssen, aber das hat noch ein wenig Zeit."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden