Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Hybrid-System KERS

Malaysia zeigt KERS-Potenzial

McLaren Foto: Daniel Reinhard 4 Bilder

Der Grand Prix in Malaysia hat phasenweise angedeutet, welches Potenzial in der Hybrid-Technik KERS steckt. Im Laufe der Saison wird das Pendel wohl noch stärker in Richtung KERS ausschlagen.

13.04.2009 Michael Schmidt

Noch ist das Hybridsystem KERS (Kinetic Energy Recovery System) kein Matchwinner. "Der Diffusor-Trick bringt mehr an Rundenzeit", lächelt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh gequält. Doch Malaysia zeigte, wo die Reise hingehen könnte.

Auf elf Strecken spricht die Theorie für KERS. Je besser die Teams die Auswirkungen des Ladezustands der Batterien auf die Bremsbalance in den Griff bekommen und je weiter die Autos abspecken, um Spielraum für Ballast zu schaffen, umso stärker wird das Pendel Richtung Hybrid ausschlagen.

KERS-Boost am Kurvenausgang

In Melbourne drückten die KERS-Piloten vier Mal pro Runde den Boost-Knopf. Die Simulationsprogramme hatten errechnet, dass es für die Rundenzeit am besten ist, wenn die 82 PS aus dem Elektroantrieb in den Beschleunigungszonen ausgangs der Kurven 2, 6, 9 und 16 freigesetzt werden. Auch in Malaysia teilten sich die 6,7 Sekunden Elektro-Boost auf vier Segmente auf: 25 Prozent ausgangs Kurve 2, 15 Prozent nach Kurve 4 und je 30 Prozent auf den beiden langen Geraden.

Der Vorteil beim Start hängt ab von der Länge des Weges zur ersten Kurve. In Melbourne sind es nur 260 Meter. Da bringen die 82 PS aus der Elektrokonserve nur drei Meter Gewinn. Bei 510 Meter Anlauf in Sepang waren es bereits zehn Meter. Lewis Hamilton differenziert: "Je weiter hinten du im Startfeld stehst, umso schwieriger wird es, die Extrapower zu nutzen. Im Pulk hast du nie freie Fahrt."

KERS als Defensiv- oder Offensiv-Waffe?

Der McLaren-Pilot sagt auch: "Der Boost eignet sich besser dazu, die Position zu verteidigen, als selbst einen Angriff zu starten." Felipe Massa widerspricht: "Ich habe auf der Geraden die Autos vor mir regelrecht inhaliert."

Schade, dass es sich bei KERS um eine von außen unsichtbare Technologie handelt. Der Energiespeicher von McLaren-Mercedes besteht aus 86 zusammengelaserten Batteriezellen. Ihre Energiedichte liegt beim Sechsfachen der Batterien von serienmäßigen Hybrid-Pkw.
 
Batterielieferant A123 verwendet Nano-Phosphat, eine Substanz, die im Fall eines Feuers gelöscht werden kann. Normalerweise widersetzen sich Batterien jedem Löschversuch. Sie brennen, bis nichts mehr da ist. Kimi Räikkönen musste am Freitag aus seinem Ferrari flüchten, als ihm weißer Rauch im Cockpit die Sicht vernebelte. Nach einem Kurzschluss überhitzten die Batterien. Um einen Brand zu verhindern, öffnet ein Ventil, und Gas strömt aus.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden