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Diffusor-Streit

In Melbourne droht Protest

Brawn GP Foto: Daniel Reinhard

Obwohl FIA-Rennleiter Charlie Whiting die doppelstöckigen Diffusoren von Brawn GP, Toyota und Williams bereits für legal erklärt hat, droht schon beim Saisonauftakt in Melbourne (29.3.) ein Protest.

23.03.2009 Michael Schmidt

Die Konkurrenzteams legen das Reglement in diesem speziellen Punkt anders aus. Für sie sind die Unterböden des Brawn GPB001, des Toyota TF109 und des Williams FW31 illegal. Aus Ferrari-Kreisen ist zu hören, dass man in Melbourne mit einem Protest liebäugelt. Möglicherweise ist auch Renault mit im Boot.

McLaren unterstützt zwar die Interpretation von Ferrari, will aber den Ball flach halten. Man müsse erst einmal die Probleme mit dem eigenen Auto lösen, heißt es aus Woking. Die Diffusor-Kritiker wollen klarstellen, was das Reglement wirklich erlaubt. Bei einem Protest müssen die Sportkommissare entscheiden, was schlimmstenfalls in einer Berufungsverhandlung in Paris endet. Dieses Ergebnis ist dann aber bindend für den Rest der Saison.

Reglement unpräzise formuliert

Die FIA hat sich mit ihrem in vielen Details vage formulierten Reglement wieder einmal selbst eine Grube gegraben. Renault-Ingenieur Pat Symonds nimmt FIA-Mann Whiting jedoch in Schutz: "Charlie wird von uns Teams über den Winter mit Reglementsanfragen bombardiert. Die meiste  reichen nur irgendwelche Skizzen ein, ohne genau zu erklären was wirklich dahintersteckt. Eine einzelne Person kann unmöglich bei der Vielzahl der Anfragen überall erkennen, wo Schlupflöcher ausgenutzt werden."

Der Vorstoß von Ferrari, Renault und Co hat auch einen ganz banalen Hintergrund. Man hat Angst, dass Brawn GP in der Weltmeisterschaft auf und davon fährt. Bis man den Unterboden kopiert hat, ist der WM-Zug möglicherweise abgefahren. "Wer auf die Schnelle kopiert, gewinnt vielleicht ein, zwei Zehntel", erklärt ein Ingenieur. "Um es richtig zu machen, braucht man Zeit. Und die hat keiner."

Die Diffusor-Rebellen sollten sich jedoch nicht allzuviel Hoffnung machen, dass ihr Protest Erfolg hat. Die Sportkommissare sind keine Ingenieure. Sie hören sich zwar alle Argumente an, doch am Ende zählt die Meinung der FIA-Delegierten dann halt doch meistens mehr. Und der Verband steht auf dem Standpunkt, dass die Diffusoren legal sind.

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