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Indy-V6-Umbau für die Formel 1

Kurbelwelle ist das Problem

Honda - IndyCar - Motor Foto: Honda 28 Bilder

Die FIA will für 2017 einen Billig-Motor ausschreiben. Er soll von der Architektur dem aktuellen IndyCar-V6-Triebwerk sehr ähnlich sein. Ilmor hat solch einen Motor bereits im Angebot. Doch man müsste diesen Motor nicht nur von Alkohol auf Benzin umstellen, sagt Mario Illien.

09.11.2015 Michael Schmidt

Offiziell gibt es noch keine Daten von dem Billig-Motor für 2017. Inoffiziell ist zu hören, dass er dem aktuellen IndyCar-Motor sehr ähnlich ist. Also ein V6 im 90 Grad-Winkel mit 2,2 Liter Hubraum, Doppel-Turbolader und einem Mindestgewicht von 112,5 Kilogramm. Ilmor hat solch ein Triebwerk bereits gebaut. Im Auftrag von Chevrolet für die IndyCar-Serie. Auch Honda hat diesen Motortyp in der Schublade. Die Japaner dürfen an der Ausschreibung aber nicht teilnehmen, weil sie ein Hersteller sind.

In der IndyCar-Serie kostet der Motor die Flatratre von 1,3 Millionen Euro für ein Team mit zwei Autos. Für die Formel 1 darf er 6 bis 7 Millionen pro Team kosten. Ein Indy-Triebwerk muss 2.500 Meilen halten, also 4.000 Kilometer. Durchaus vergleichbar mit der Formel 1. Die mit E85-Kraftstoff betriebenen US-Triebwerke geben je nach Ladedruck zwischen 640 und 710 PS ab. Auf den Superspeedways sind 0,3 bar erlaubt, auf Straßenkursen 0,5 bar.

IndyCar-Motor benötigt mehr Ladedruck

Da muss mehr Power her, wenn der Motor in der Formel 1 konkurrenzfähig sein soll. Mario Illien schätzt: "Für 800 bis 850 PS bräuchten wir 0,7 bis 0,8 bar Überdruck." Er warnt aber auch: "Das Ansprechverhalten wird im Vergleich zu den Hybridantrieben schlechter sein, weil der Elektroantrieb fehlt. Also muss der neue Motor eigentlich mehr Power haben."

Und welcher Ladedruck wäre nötig, um die 1.000 PS-Hürde zu schaffen? "Mit 2 bar bist du locker dabei." Die größte Arbeit wäre es nicht, das Indy-Aggregat von Methanol auf Super-Kraftstoff umzurüsten. Die von der FIA berechneten 140 Kilogramm Sprit für eine Renndistanz hält Illien für realistisch. Ein Kostenfaktor ist laut Illien die Lage der Kurbelwelle. "Bei den Indycars liegt sie 100 Millimeter über dem Motorboden, in der Formel 1 nur 90 Millimeter. Da alle Formel 1-Getriebe für 90 Millimeter konstruiert sind, müsste man beim Motor den Block ändern, um die Kurbelwelle absenken zu können."

Ausbalancieren über das Startgewicht

Die FIA ist optimistisch, dass sie die unterschiedlichen Motortypen auf ein ähnliches Niveau ausbalancieren kann. Das Startgewicht der Autos wäre ungefähr das gleiche. Die Hybrid-Renner schleppen 37,5 Kilogramm mehr Motorgewicht herum, die Billigmotor-Fraktion 40 Kilogramm mehr Benzin.

Das Gewicht würde sich allerdings im Verlauf des Rennens zugunsten der neuen Motoren auswirken. Da müsste man also beim Startgewicht nachkorrigieren. Red Bull-Berater Helmut Marko kann sich spannende Rennen vorstellen: "Die Autos werden in unterschiedlichen Phasen des Rennens unterschiedlich stark sein."

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