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Delhi-Simulation

Force India mit bester Quali-Prognose

Paul di Resta - GP Indien - Delhi - 29.10.2011 Foto: xpb 63 Bilder

Wir haben die Teams schon vor dem ersten Training gefragt, wie schnell die Runden im Qualifying sind. Am genauesten tippte Force India die Rundenzeit. Nur drei Zehntel lagen die Experten daneben.

29.10.2011 Tobias Grüner

Formel 1-Ingenieure glauben, sie könnten alles simulieren. Bevor es auf eine neue Rennstrecke geht, werden Großrechner mit riesigen Datenmengen gefüttert. So hoffen die Teams, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Wir wollten es genau wissen: Noch bevor die Autos im ersten Freien Training auf die neue Piste in Delhi gelassen wurden, haben wir die Ingenieure nach ihren Prognosen für die schnellste Runde im Qualifying gefragt.

Teams schneller als ihre Prognosen

Nicht alle Teams wollten uns ihre eigenen Vorhersagen geben. Aus Sorge, in der Realität langsamer zu sein als vorausgesagt, berechneten einige lieber die ideale Rundenzeit für die Pole Position. Die Angst war unbegründet: Kein Team hat sich nach unten verschätzt. Alle Simulationen haben langsamere Zeiten vorhergesagt als in Wirklichkeit gefahren wurden.

"Der Asphalt bot deutlich mehr Grip als wir gedacht haben", erklärte Mercedes-Teamchef Ross Brawn. Schon parallel zur Tipp-Abgabe hatten viele Ingenieure den unberechenbaren Untergrund als Entschuldigung für falsche Prognosen vorgeschoben. Der viele Staub in Delhi sorgte für eine zusätzliche Variable.

Auch Pirelli hatte eine Unbekannte für die Gleichung parat: "Die Reifen haben besser funktioniert als erwartet", gab Brawn nach dem Qualifying als zweiten Grund für die teils deutlich zu langsamen Vorhersagen an. Mit einer Abweichung von gut acht Zehnteln erreichte Mercedes aber immerhin Rang fünf in unserem kleinen Wettbewerb.

Barrichello am PC besser als auf der Strecke

Pirelli hätte eigentlich wissen müssen, dass sie mit der weichen Mischung einen sehr guten Reifen für den Buddh International Circuit gebaut haben. Doch auch die Ingenieure des italienischen Gummi-Herstellers waren bei ihrer Simulation einen Tick zu konservativ. 1,5 Sekunden erwartete man die Pole Position langsamer. Damit war der Reifenlieferant aber immer noch näher dran als Hermann Tilke. Der Architekt der Strecke in Delhi kalkulierte die Trainingsbestzeit ganze 3,3 Sekunden hinter dem tatsächlichen Wert.

Auch Rubens Barrichello beteiligte sich - außer Konkurrenz - am auto motor und sport-Contest. Der Brasilianer spielt mit Begeisterung Rennspiele am heimischen Computer. Statt im teuren Williams-Simulator zu testen, ließ sich Rubinho die neue Strecke von Delhi in seinen eigenen PC programmieren. Nach den ersten virtuellen Proberunden überschlug der Routinier seine eigene Bestzeit auf 1:26.3 Min.

Barrichello gab damit den einzigen Tipp ab, der schneller war, als das tatsächliche Ergebnis. Mit einer Abweichung von unter einer Sekunde hätte es dennoch für einen Spitzenplatz gereicht - auf jeden Fall der Fahrer präziser als die Berechnungen der Williams-Ingenieure. Wäre er im Qualifying so schnell wie Teamkollege Pastor Maldonado gefahren, hätte es sogar zum Sieg gereicht. "Ich musste im Q2 durch die Staubwolke eines anderen Autos und danach haben die Reifen keinen Grip mehr entwickelt", lieferte der Mann aus Sao Paulo die Begründung für den leichten Zeitverlust.

Force India sichert sich Gesamtsieg

Den Sieg sicherte sich am Ende eines der kleineren Teams. Force India gab zwei Tage vor dem Qualifying einen Pole Position-Tipp ab, der nur 0,322 Sekunden über dem tatsächlichen Wert von Sebastian Vettel lag. "Bei uns arbeiten ja schließlich auch Profis", freute sich Sportdirektor Otmar Szafnauer grinsend über den ersten Platz.

Das Sauber-Team blieb mit einer halben Sekunde Abweichung nur knapp dahinter. Immerhin konnten die Schweizer Ingenieure die eigene Zeit am genauesten vorhersagen. Teammanager Beat Zehnder hatte sogar schon auf den Sieg in der Gesamtwertung spekuliert, musste dann aber erkennen, dass Sergio Perez im Q1 noch etwas schneller war als im Q2. "Dann haben wir ihm ja ganz umsonst gesagt, er soll langsamer machen", erklärte der Schweizer mit einer guten Portion Galgenhumor. Gratulieren darf man trotzdem: Zehnder feiert in Indien seinen 300. Grand Prix als Teammanager.

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