Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Indy-Crash von James Hinchcliffe

Kann das auch in der Formel 1 passieren?

James Hinchcliffe  - Indy 500 - Training 2015 Foto: Indycar

James Hinchcliffe wurde bei einem Unfall zum Training für die 500 Meilen von Indianapolis lebensgefährlich verletzt. Beim Aufprall in Turn 3 bohrte sich ein Querlenker der Vorderradaufhängung durch beide Beine. Kann dieser Unfall auch in der Formel 1 passieren? Wir haben nachgefragt.

20.05.2015 Michael Schmidt

Der letzte Unfall einer unheimlichen Serie war der schlimmste. Nachdem im Verlauf der Trainingssitzungen zum 500 Meilen Rennen von Indianapolis bereits mehrere Autos Unterluft bekamen und furchterregende Flugeinlagen hinlegten, kam es am vergangenen Montag in Kurve 3 zum ersten Unfall mit ernsten Folgen.

Hinchcliffe nach Indy-Crash im Cockpit festgenagelt

James Hinchcliffe war mit seinem Dallara-Honda in Turn 3 vermutlich in Folge eines Aufhängungsschadens mit hoher Geschwindigkeit in stumpfen Winkel in die Absperrungen gerast (>> YouTube-Video). Dabei drang einer der Querlenker der rechten Vorderradaufhängung in das Chassis ein. Das Stahlteil bohrte sich durch den rechten Unterschenkel des 28-jährigen Kanadiers und von dort in den linken Oberschenkel. Dabei wurde auch eine Beinarterie getroffen.

Der unglückliche Hinchcliffe war in seinem Cockpit quasi festgenagelt. Wegen des hohen Blutverlustes bestand unmittelbare Lebensgefahr. Nach letzten Meldungen aus Indianapolis befindet sich der Pilot zum Glück auf dem Weg der Besserung. Die schnellen und kompetenten Einsatzkräfte am Unfallort haben ihm wohl das Leben gerettet. Hinchcliffe liegt aber immer noch auf der Intensivstation des Methodist Hospital.

Formel 1 schützt Fahrer mit Zylon-Verstärkung

Das Unfallszenario wirft die Frage auf, ob ein solcher Unfall auch in der Formel 1 passieren könnte. Der GP Monaco ist da in schlechter Erinnerung. Ralf Schumacher wurde 2000 bei einem Unfall in der Ste. Dévote-Kurve von einem Querlenker der Vorderachse am linken Unterschenkel verletzt.

Dieser Unfall ist nach Aussage von FIA-Experten heute nicht mehr möglich. "Wir haben über die gesamte Cockpitlänge den Zylonschutz, der verhindert, dass von außen Teile in die Fahrerzelle eindringen können", erklärt der technische Delegierte der FIA, Jo Bauer. Zylon ist ein Stoff, der für schusssichere Westen verwendet wird. Neuerdings ist das ganze Chassis mit dieser Schutzhülle seitlich und von unten ummantelt.

In der IndyCar-Serie kommt das Material angeblich auch zum Einsatz. Allerdings hat die Verstärkung in diesem Fall offenbar nicht funktioniert. Selbst die Tatsache, dass die Querlenker der IndyCar-Autos im Gegensatz zur Formel 1 aus Stahl und nicht aus Carbon sind, dürfte mit einem guten Zylon-Schutz keine solch dramatische Auswirkungen haben.

Einen Verdacht haben die Unfall-Experten allerdings: Vielleicht sind die zusätzlichen Schutzschichten an der Cockpitwand schon vorher durch den Aufhängungsbruch mit herausgerissen worden. Das ist in der Formel 1 übrigens nicht möglich, weil Zylon großflächig um das gesamte Cockpit verlegt ist und nicht nur im Bereich der Aufhängungspunkte.

Auch die Fahrer aus kleineren FIA-Kategorien sind mittlerweile vor Unfallfolgen wie bei Hinchcliffe sicher. Sie haben dort, wo die vorderen Querlenker am Chassis befestigt sind als Gegenstück in der Karbonröhre eine Stahlleiste, die ein Eindringen ins Cockpit ausschließen soll. IndyCar hat auf diesem Gebiet offenbar Nachholbedarf. Dallara ist jetzt gefordert, die Fahrgastzelle besser zu schützen.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden