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Interview mit Bernie Ecclestone

"Ich baue keine Motoren"

Bernie Ecclestone - Maurizio Arrivabene - GP Russland - Sochi - Donnerstag - 8.10.2015 Foto: xpb 41 Bilder

Bernie Ecclestone bezog im Gespräch mit auto motor und sport Stellung zu den Motorenproblemen von Red Bull, zu der Untersuchung der EU-Kommission, zum Verkauf der Formel 1 und zum Rennkalender. Wie immer bei Bernie waren einige Bonmots darunter.

08.10.2015 Michael Schmidt
Machen Sie sich Sorgen, dass Red Bull aussteigen könnte?

Ecclestone: Ich mache mir keine Sorgen, weil ich nicht weiß, was passiert. Ich mache mir Sorgen, wenn es so weit ist.

Sollte Red Bull verschwinden, welche Folgen hätte das für die Formel 1?

Ecclestone: Es wäre schlecht für die Formel 1, schlecht für den Sport.

Wäre damit das Motorformat gescheitert?

Ecclestone: Es ist gescheitert, bevor es richtig begann.

Fühlen Sie sich bestätigt, oder sind sie mehr frustriert, dass es zu dieser Situation gekommen ist?

Ecclestone: Es ist nicht clever sich darüber zu freuen, dass man richtig gelegen hat.

Stört es Sie, dass im Moment die Motorenhersteller die Macht haben, nicht Sie oder Jean Todt?

Ecclestone: Sie entscheiden doch nichts. Sie tun das, was ihnen die Regeln erlauben.

Was können Sie tun, damit Red Bull in der Formel 1 bleibt?

Ecclestone: Ich baue leider keine Motoren.

Wir haben vier Motorhersteller, alle mit einem eigenen Team. Ist es nicht naiv zu glauben, die würden Red Bull Motoren geben?

Ecclestone: Die Hersteller geben anderen Teams Motoren. Mercedes zum Beispiel. Sie geben Motoren an Marussia. So wie ich es verstehe, hat Red Bull um Motoren angefragt, bevor Mercedes mit Marussia in Verhandlungen getreten ist. Ich glaube, man hat sich bei Mercedes folgendes gedacht: Wenn wir Red Bull Motoren geben, können sie uns schlagen. Das wird uns mit Marussia nicht passieren.

Das ist ein Problem, das Red Bull immer haben wird?

Ecclestone: Korrekt.

Würden Sie Herrn Mateschitz raten, 2015er Ferrari-Motoren zu nehmen?

Ecclestone: Er soll Volkswagen kaufen.

Ernsthaft?

Ecclestone: Wenn sie ihm einen Motor geben, würde ich ihm dazu raten. Aber sind Sie bereit dazu?

Ziemlich sicher

Ecclestone: Würden Sie ein Auto bauen für einen Motor, den sie ‚ziemlich sicher‘ bekommen?

Sie zweifeln also daran, dass Ferrari an Red Bull 2015er Motoren geben will?

Ecclestone: Ich weiß es nicht. Fragt doch mal Ferrari.

In der Vergangenheit hätte ein Anruf genügt, und Sie hätten das Motorenproblem von Red Bull gelöst. Fühlen Sie sich machtlos?

Ecclestone: Vor zehn Jahren waren die Zeiten anders. Ich kann die Leute nicht zwingen. Das einzige, was uns die Regeln erlauben ist, dass wir einem Hersteller verbieten können, mehr als drei Teams zu beliefern.

Wie kann Honda dann sagen, dass sie ihre Motoren nicht an andere Teams geben?

Ecclestone: Weil sie es nicht müssen.

Also hätte man die Hersteller dazu zwingen müssen, eine Mindestzahl an Teams zu beliefern?

Ecclestone: Zu welchem Preis?

Sagen wir 10 Millionen Euro?

Ecclestone: Ich sage Ihnen, was dann passiert. Die EU würde das als ein Kartell betrachten und es zerschlagen. Vor zehn Jahren gab es diese Probleme nicht.

Gutes Stichwort: Müssen Sie sich davor fürchten, dass die EU-Kommission nach der Klage von Force India und Sauber einschreitet?

Ecclestone: Ich? Überhaupt nicht. Ich betreibe kein Kartell.

Wer muss sich denn fürchten?

Ecclestone: Leute, die Dinge tun, die sie nicht tun sollten. Warten wir mal ab, was die EU-Kommission darüber denkt.

Könnte es passieren, dass die privilegierten Teams ihre Bonuszahlungen zurückgeben müssen?

Ecclestone: Es gibt Verträge. Ich glaube nicht, dass die EU-Kommission uns auffordert, diese Verträge zu brechen.

Mercedes war nicht glücklich, dass sie beim GP Japan so wenig im Fernsehen aufgetaucht sind. Was sagen Sie dazu?

Ecclestone: Die Leute machen uns den Vorwurf, dass man so wenig Überholmanöver sieht. Wir haben sie gezeigt. In Japan gab es einen Haufen Überholmanöver. Leider nur im Mittelfeld. Wenn Sie die Zahlen genau studieren, dann haben fast alle Teams eine ähnliche Sendezeit bekommen.

Werden Sie weiter so verfahren?

Ecclestone: Ich denke, wir sollten das tun. Es ist nicht gut, wenn wir einen einsamen Spitzenreiter zeigen. Wir hatten das gleiche schon mal, als nur Michael Schumacher gewonnen hat.

Sie haben vor ein paar Tagen über den Verkauf der Formel 1 gesprochen. Was ist da dran?

Ecclestone: Ich habe nur gesagt, dass es drei Leute gibt, die Interesse haben zu kaufen. Sie sprechen ein bisschen mit den aktuellen Besitzern. Wenn die Anteilseigner verkaufen wollen, verkaufen sie. Das Problem ist, dass Hauptaktionär Herr MacKenzie behauptet, er wolle nicht verkaufen.

Glauben Sie, dass jemand in der Augenblick so unsicheren Lage wirklich ernsthaft kaufen will?

Ecclestone: Jeder, der die Formel 1 verfolgt, weiß dass wir auch das überstehen und auch in einer Million Jahren noch da sein werden.

Werden Sie Geschäftsführer der Formel 1 bleiben?

Ecclestone: Wir werden sehen. Ich muss nicht gehen. Die drei Leute, die die Formel 1 kaufen wollen, haben mich gebeten dabeizubleiben.

Sie haben mit ihrem jüngsten Kalender Le Mans eine Grube gebraben?

Ecclestone: Warum?

Weil am gleichen Tag der GP in Aserbaidschan stattfindet?

Ecclestone: Ja und? Wir veranstalten kein 24 Stunden-Rennen.

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