Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Interview mit McLaren-Teamchef Eric Boullier

"McLaren muss wieder gewinnen“

Eric Boullier - McLaren - Formel 1 - GP Deutschland - Hockenheim - 18. Juli 2014 Foto: xpb 19 Bilder
Interview

McLaren-Teamchef Eric Boullier spricht im Interview mit auto motor und sport, über die Fortschritte, die Honda gemacht hat, warum der McLaren das beste Chassis haben wird und wie man Fernando Alonso bei Laune halten will.

09.03.2016 Michael Schmidt
Wo steht McLaren-Honda?

Boullier: Von der McLaren-Seite sind wir auf Plan. Vom Motor her noch nicht. Aber es gibt gute Anzeichen von Fortschritt. Wir konnten die zweite Testwoche wenigstens fahren und das Auto entwickeln. Letztes Jahr war das nicht möglich.

Sind die alten Schwachstellen des Motors auch die neuen?

Boullier: Nein, das möchte ich nicht sagen. Wir befinden uns jetzt in einer Evolution. Da treten Probleme auf.

Eines der größten Probleme letztes Jahr war die Nutzung der elektrischen Leistung. Wurde das gelöst?

Boullier: Ja. Das Speichern und Abgreifen der elektrischen Leistung funktioniert viel besser.

Was bedeuten die Rundenzeiten von Alonso und Button im Vergleich zur Konkurrenz?

Boullier: Alonso fuhr seine schnellste Runde noch mit der ersten Version des MP4-31. Ab dem sechsten Testtag haben wir begonnen das Auto mit Entwicklungsteilen zu versehen. Das Auto ist noch nicht da, wo wir es haben wollen. Der Motor hat noch nicht die Zahlen erreicht, die für 2016 eingeplant waren. Wir haben bis Melbourne einiges an Rundenzeit in der Hinterhand. Deshalb wissen wir noch nicht genau, wo wir stehen. Fernando glaubt, dass wir ein paar Podiumsplätze in diesem Jahr erreichen können. Ich glaube, das sollte möglich sein.

Es gibt mehr Freiheiten bei der Motorentwicklung. Wird das Honda helfen?

Boullier: Es hilft, aber du kannst zwei Jahre Rückstand auf Mercedes nicht so einfach wettmachen.

Waren in dem Motor bei den Testfahrten in Jerez die Entwicklungs-Token Stand Melbourne bereits eingesetzt?

Boullier: Von den Token her war es der Melbourne-Motor. Aber an der Software wird bis Melbourne noch gearbeitet. Da erwarten wir uns auch noch ein gutes Stück Leistung. Je nach dem wie du die Klopfgrenze verschieben kannst, liegen da 30 PS drin. Wir haben auch noch Token in der Hinterhand, weil wir Teile des 2016er Motor schon 2015 eingeführt haben. Ich sage nicht, dass wir Mercedes schlagen werden. Aber wir können uns noch massiv verbessern.

Honda sitzt isoliert in Japan. Sind die Japaner etwas offener geworden?

Boullier: Das sind sie, aber der Standort Japan wird immer eine logistische Herausforderung bleiben. Ein Teil der Arbeit wird jetzt aber auch in Milton Keynes in England erledigt.

Alonso hat gesagt, dass McLaren in Spanien das beste Chassis im Feld haben könnte. Worauf begründet sich sein Optimismus?

Boullier: Bis jetzt haben wir alles gehalten, was wir ihm versprochen haben. Er sieht an den Simulationen, was wir planen. Sie sind jetzt absolut übertragbar auf die Strecke. Er vertraut diesen Zahlen, und was er gesehen hat, hat ihm gefallen. Ich wurde von McLaren angestellt, um sicherzustellen, dass wir das beste Auto auf die Straße stellen. Das Auto ist mein Verantwortungsbereich. Für den Motor kann ich nichts.

Wie hat McLaren die Wende beim Chassis geschafft?

Boullier: Du brauchst drei Jahre, bis ein Konzept ausgereift ist. Nach 2012 gab es keine Kontinuität. McLaren hat in verschiedene Richtungen entwickelt. Letztes Jahr haben wir beschlossen, mit einem weißen Blatt Papier zu beginnen. Als wir anfingen, hatten wir bei weitem nicht das beste Auto. Am Ende der Saison 2015 war der McLaren das drittbeste Chassis. Die GPS-Daten im kurvenreichen Sektor 3 bestätigen das. Wir haben in einem Jahr massiv aufgeholt. Der Schritt über den Winter und die Entwicklung bis zum GP Spanien wird uns noch näher an die Spitzenautos heranbringen.

Alonso geht mit ehrgeizigen Zielen in die neue Saison. Er spricht von Podiums und Siegen. Sind seine Ansprüche eine tickende Zeitbombe?

Boullier: Kein extra Druck. Wir wollen gewinnen, nicht nur Fernando. McLaren muss gewinnen. Wenn wir Honda in diesem Jahr auf ein bestimmtes Level bringen und eines der besten Auto im Feld hinstellen, dann wird Fernando wieder Spaß haben.

Welche Rolle wird Jost Capito spielen?

Boullier: Ich habe ihn nicht angestellt. Da müssen sie Ron Dennis fragen. Seine Erfahrung wird der McLaren Group sicher helfen. McLaren Racing ist ja nur ein Teil davon. Er hat Erfahrung mit großen Automobilherstellern. Das kann hilfreich sein in der Beziehung mit Honda.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden