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Interview mit Nico Hülkenberg

"Auf Schlagdistanz zu den Williams"

Nico Hülkenberg - Force India - Formel 1 - GP Mexiko - 31. Oktober 2015 Foto: xpb 22 Bilder

Nach zwei Nullrunden hat Nico Hülkenberg sein Konto um sechs WM-Punkte aufgestockt. Der Force India-Pilot erzählt im auto motor und sport-Interview, warum er so früh die Reifen gewechselt hat, welche Tücken die Strecke hatte und wie er die Stimmung auf den Tribünen beim GP Mexiko 2015 empfand.

03.11.2015 Michael Schmidt
Endlich mal wieder Punkte. Erleichtert?

Hülkenberg: Aus meiner Sicht ein gutes Rennen. Endlich mal keine Vorfälle. Ich habe das Rennen nicht nur gut angefangen, sondern auch ohne Fehler nach Hause gebracht. Ich bin auch zufrieden mit dem Resultat. Mehr war heute nicht drin. Positiv ist, dass wir an den Williams und sogar den Red Bull sehr nah dran waren. Ich konnte mehr oder weniger auf Schlagdistanz bleiben. Man sieht, da hat Entwicklung an unserem Auto stattgefunden. Wir haben definitiv aufgeholt. Das sollte uns motivieren, noch mehr Gas zu geben.

Wie lief die erste Runde?

Hülkenberg: Ich glaube, alle waren ein bisschen vorsichtig und sehr fair. Neue Strecke, wenig Abtrieb, da hat keiner unnötig was riskiert und jeder hat dem anderen Platz gelassen. Ich hatte auch etwas mehr Sicherheitspuffer eingebaut.

Warum sind Sie so früh zum Reifenwechsel an die Boxen gekommen?

Hülkenberg: Es war einfach schwierig, die Reifen einzuschätzen. Die Strecke war neu, der Asphalt unheimlich glatt. Doch dann hat sich die Strecke mit der Gummiauflage ständig verändert. Vor dem Rennen war es sehr schwer, die Strategie festzulegen. Wir waren auf alles vorbereitet. Meine Reifen haben dann schnell gekörnt, die von Checo und dem Toro Rosso vor mir auch. Da habe ich der Box gesagt, dass es immer schlimmer wird. Wir haben uns dann dafür entschieden zu stoppen. Zu dem Zeitpunkt noch im Glauben, ich sei auf einer Zweistopp-Strategie. Dann aber haben die harten Reifen so gut funktioniert, dass wir vielleicht sogar durchgefahren wären. Das SafetyCar hat mir dann natürlich in die Karten gespielt.

Wie groß wäre das Risiko gewesen durchzufahren?

Hülkenberg: Das steht in den Sternen. Ich glaube schon, dass die letzten fünf Runden hart geworden wären. Bis zum SafetyCar war der Reifen aber noch konstant und voll intakt.

Ihr Teamkollege war nach dem Rennen sauer auf die Strategie. Berechtigt?

Hülkenberg: Wir haben vor dem Rennen über eine Einstopp-Strategie gesprochen, und Checo ist immer einer, der es versucht, weil er mit den Reifen gut umgehen kann. Da ist er diesmal auf die Nase gefallen.

Vor dem Rennen haben sich alle Sorgen um die Bremsen und die Motortemperaturen gemacht. War am Ende alles halb so schlimm?

Hülkenberg: Es war eine Herausforderung. Du bist ständig mit Blick auf die Bremsen und die Motortemperaturen gefahren. Und die Strecke ist generell anspruchsvoll. Sie verlangt einem viel ab. Ich habe selten erlebt, dass die Ideallinie so schmal sein kann. Auf der Ideallinie bist du gut klar gekommen, aber nur 10 Zentimeter daneben warst du weg. Es war wie ein Straßenkurs ohne Mauern drum herum.

Kurve 7 soll kritisch gewesen sein?

Hülkenberg: Ja, da war oft Rückenwind. Und wenn du beim Einlenken rechts auf den Randstein gefahren bist, konntest du auch ein Problem kriegen. Da war der Grip ziemlich niedrig.

Wie haben Sie die Stimmung auf den Tribünen mitbekommen?

Hülkenberg: Einfach gigantisch. Von der Atmosphäre her eines der besten Rennen, das ich je erlebt habe. Beim Rennen nimmst du nur wahr, dass die Tribünen gut gefüllt sind, aber so richtig kriegst du die Stimmung bei der Fahrerparade und beim Zieldurchlauf mit. Es ist schön zu sehen, wenn man so viel Zuspruch findet, wenn die Leute so interessiert sind an unserem Sport. Das hat Freude gemacht.

Wurden Sie als Teamkollege von Perez als halber Mexikaner adoptiert?

Hülkenberg: Ich hatte schon vor dem Rennen das Gefühl, dass ich toll aufgenommen wurde. Klar, Sergio war der Star und er hat die meiste Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Aber auch mir gegenüber waren die Mexikaner sehr fair und irgendwie auf meiner Seite.

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