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Interview mit Nico Hülkenberg

"Ich konnte mich nicht mehr retten"

Nico Hülkenberg - Marcus Ericsson - GP Russland 2015 - Sochi - Rennen Foto: xpb 22 Bilder

Nico Hülkenbergs Grand Prix von Russland dauerte nur 20 Sekunden. Der Force India-Pilot erzählt im auto motor und sport-Interview über den Unfall in der zweiten Kurve und den Poker seines Teams, Perez mit einem frühen Boxenstopp auf Platz 3 zu bringen.

14.10.2015 Michael Schmidt
Was lief da genau beim Start?

Hülkenberg: Der Start selbst war nicht so gut. Ich habe eine Position an Checo verloren. In Kurve 2 sind alle nach innen gegangen. Ich habe mich für die Außenspur entschieden, weil da eine Lücke war. Bis dahin war noch alles okay. Beim Anbremsen kam das Auto schon quer. Die Bremsbalance war vielleicht ein bisschen zu weit nach hinten gestellt, weil die Hinterachse gleich blockiert hat. Als ich dann eingelenkt habe, habe ich komplett das Heck verloren. Es war nicht so ein kurzes Übersteuern, so dass ich die Lenkung hätte aufmachen und außen rumfahren können. Ich habe das Auto komplett verloren und konnte mich nicht mehr retten.

Und dann kamen Verstappen und Ericsson?

Hülkenberg: Der Streifschuss von Verstappen war noch nicht so schlimm, aber der Ericsson ist mir voll drauf. Wir haben uns komplett ineinander verkeilt. Da gab es kein vor und kein zurück.

Perez wurde Dritter. Hätten das auch Sie sein können?

Hülkenberg: Das ist hypothetisch. Durch meinen Unfall kam erst das Safety Car raus und dann nimmt das Rennen eine ganz andere Dynamik an. Nur so war ein Podium möglich. Bei einem normalen Rennen fahren wir nicht aufs Podium. Die Umstände haben uns da schon geholfen. Aber es war so ein Rennen, wo man einfach drinbleiben muss. Da wären mit Sicherheit gute Punkte möglich gewesen.

Ihr Team hat sich offenbar bereits in der Strategiebesprechung am Morgen für einen Boxenstopp bei einem frühen Safety Car entschieden. Hätten Sie es auch riskiert?

Hülkenberg: Ich denke schon. Es war ja eine Entscheidung vom Team. Ironischerweise sogar von meinem Renningenieur. Da ist eine Möglichkeit, die so ein Team wie unseres nutzen muss. Dadurch gewinnst du Positionen und musst halt dann irgendwie versuchen, das Ding bis zum Ende durchzuschaukeln. Eigentlich war unser Podium schon weg, und dann wurde es uns wieder geschenkt. Aber so ist Motorsport.

Wie schwierig war es für Perez abzuschätzen, ob die Reifen halten. Ihr hattet ja während des Trainings kaum Zeit für Rennsimulationen?

Hülkenberg: Wir hatten trotz der knappen Zeit einen guten Eindruck gewonnen und wussten, was wir den Reifen zumuten können. Es war klar, dass wir bei so einem frühen Stopp mit den Reifen ans Limit gehen würden.

Force India hat den fünften Platz in der WM ausgebaut. Ist der vierte Rang noch möglich?

Hülkenberg: Ich kenne den Punktestand nicht genau. Wir haben zwar aufgeholt, aber es kommen auch wieder Strecken, wo Red Bull stark sein wird. Bei den nächsten zwei Rennen zählt der Motor. Da sollten wir uns davor platzieren können. Interlagos wird wieder schwieriger für uns. Ich glaube, der Rückstand auf Red Bull ist zu groß.

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