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Interview Sebastian Vettel

"Spüre keinen zusätzlichen Druck"

Foto: Red Bull 38 Bilder

Sebastian Vettel fuhr bis zur Mittagspause am Montag (9.2.) nur drei Runden im neuen Red Bull RB5. Im Interview äußerte er die ersten Eindrücke von seinem neuen Dienstfahrzeug.

09.02.2009 Michael Schmidt

Was halten Sie vom neuen Auto?
Vettel: Es sieht toll aus. Aber wichtiger wäre, dass es auch schnell ist. Und noch lieber wäre mir, wenn ich endlich mal fahren könnte.

Was fällt Ihnen auf den ersten Blick auf?
Vettel: Die beiden Höcker vor dem Cockpit auf dem Chassis, die weit nach unten gezogenen Endplatten des Heckflügels und die Liebe zu Detail. Da sind schon ein paar tolle Lösungen dabei. Das Problem ist, dass man schwer einschätzen kann, wer gut ist und wer nicht. Neue Regeln bergen die Chance, alles richtig zu machen, aber auch die Gefahr, alles falsch zu machen.

Red Bull ist drei Mal so groß wie Toro Rosso. Ein Unterschied?

Vettel: Am Ende kommt es darauf an herauszufinden, wer die entscheidenden Leute sind. An der Strecke sind das auch nicht mehr als bei Toro Rosso. Richtig ist aber, dass die Größe des Teams theoretisch mehr Wissen, also auch mehr Potenzial bedeutet.

Red Bull RB5: F1 Technik 2009 1:52 Min.

Wie groß ist der Druck, die Vorjahresergebnisse zu steigern?
Vettel: Ich spüre nicht mehr Druck als vorher, weil ich immer von mir erwarte zu gewinnen. Es kümmert mich nicht, was andere von mir erwarten. Ich brauche keinen, der mir sagt, welche Resultate ich erzielen soll. Wenn das Auto gut ist für einen Startplatz zwischen fünf und zehn, dann will ich auf den fünften Startplatz fahren.

Mussten Sie auch abspecken?

Vettel: Ich habe mich nicht daran beteiligt, Gewicht zu verlieren. Mit Helm und Anzug wiege ich so 67 bis 68 Kilo. Damit bin ich gut dabei. Ich bin ja nicht der Größte. Ich halte das Gewichtsthema für überbewertet. Nigel Mansell zum Beispiel war gut bestückt und hat trotzdem gewonnen.

Sind die zusätzlichen Knöpfe eine Chance für den intelligenten Fahrer?

Vettel: Wer schnell begreift, wie er die Knöpfe nutzen kann, sollte daraus einen Vorteil ziehen.

Was kann Red Bull 2009 erreichen?
Vettel: Die Favoriten sind wieder Ferrari und McLaren. Red Bull hat das Potenzial aufzuschließen. Wenn wir mit dem Auto gute Arbeit geleistet haben, sollten wir regelmäßig in die Punkte fahren können.

Wie stehen Sie zu KERS?

Vettel: Unser System sollte sicher sein. Aber wir sind noch nicht damit gefahren. Bis jetzt haben wir nur in der Theorie alle Szenarios durchgespielt. Ich habe für bestimmte Fälle bestimmte Instruktionen bekommen. Zum Beispiel, dass ich mit beiden Beinen gleichzeitig abspringen soll, wenn ich nach einem Unfall aus dem Auto steige.

Weniger Testen bedeutet mehr Zeit für Sie. Was machen Sie damit?

Vettel: Wegen der Testbeschränkungen müssen wir Fahrer uns überlegen, was wir mit der zusätzlichen Freizeit anfangen. Ich muss mir wahrscheinlich noch was anderes zum Fahren suchen, zum Beispiel Kartfahren. Wie ein Fußballspieler, der Spiele braucht, muss auch ein Rennfahrer in Übung bleiben und seine Fahrreflexe auffrischen.

Wird das Überholen einfacher?
Vettel: Überholen ist schon in der Formel 3 schwierig, und diese Autos haben kaum Aerodynamik. Auch wenn die Formel 1 aerodynamisch einen Schritt zurückgemacht hat, wird es jetzt nicht einfach werden. Das Problem beim Überholen ist, dass man sich hinter dem Vordermann schnell festfahren kann, wenn der sich keinen Fehler erlaubt. Als Folge davon gehen die Vorderreifen kaputt, und du kommst gar nicht mehr in eine Position, ihn anzugreifen.

Haben Sie Ihre Lizenzgebühr an die FIA schon entrichtet?

Vettel: Ich habe die Lizenzgebühr an die FIA überwiesen. Es geht uns Fahrern mehr um die Art, wie die FIA bei dem Thema mit uns umgegangen ist, als um die Frage, ob wir zahlen oder nicht. Von Streik ist nicht die Rede.

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