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Jagd auf BrawnGP

Formel 1-Saison beginnt in Barcelona neu

Start GP Australien Foto: Brawn GP 46 Bilder

Teil eins der F1-WM 2009 ging klar an BrawnGP. Doch die Jagd der Konkurrenz auf Button & Co. hat schon längst begonnen. Mit neuen Teilen blasen viele Verfolger in Barcelona zum großen Angriff.

05.05.2009 Michael Schmidt

Die Erben von Honda haben fast doppelt so viele WM-Punkte auf dem Konto wie der hartnäckigste Verfolger Red Bull. Doch der Vorsprung an Rundenzeit hat sich vom ersten zum vierten Rennen halbiert. Auf eine Runde waren die Red Bull zuletzt sogar einen Tick schneller. Erst wenn die Reifen abbauen spielt der BrawnGP sein Plus an Anpressdruck wieder aus.
 
Bei BrawnGP beeindruckt nicht nur der Speed. Die Autos laufen wie die Uhrwerke, was angesichts des Umbaus des BGP001 auf den Mercedes-Motor doppelt zählt. Dazu kommt, dass der Achtzylinder von Mercedes im Heck des BrawnGP nur ein Provisorium ist. "Die haben die Motoren einfach hinten reingeschraubt", erzählt Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "BrawnGP ist noch weit von der optimalen Abstimmung des Motors entfernt."

Auch Brawn GP rüstet auf

Das Team der Stunde will seinen zuletzt geschrumpften Vorsprung verteidigen. In Barcelona kommt der BGP001 in abgespeckter Version, mit größeren Kühleinlässen und neuer Aerodynamik daher. "Der Schritt ist notwendig, weil auch die anderen mit großen Modifikationen in Barcelona erscheinen", erklärt Teamchef Ross Brawn.
 
Während der direkte Gegner Red Bull auf große Änderungen noch bis Monte Carlo warten muss, legt Toyota, die Nummer drei im Feld, aerodynamisch nach. Toyota hatte den Rückstand von Melbourne bis Bahrain von durchschnittlich 0,7 auf 0,4 Sekunden pro Runde reduziert. Den größten Sprung machte McLaren. Von zwei Sekunden Abstand bei den Testfahrten bis auf 0,9 Sekunden in Bahrain. Doch Vorsicht! McLarens gute Form in der Wüste hatte weniger mit den letzten Modifikationen (Diffusor, Seitenkästen) zu tun, sondern mit der Streckencharakteristik.

Hersteller-Teams drängen Richtung Spitze

Die Top-Teams stehen in Barcelona schon mit den Rücken zur Wand. Ferrari, BMW und McLaren-Mercedes reisen mit einem Facelift ihrer Autos zum GP Spanien. Auch Renault schiebt nach der Diffusor-Offensive in Shanghai neue Teile nach. Der Sprung von vier Zehnteln durch den Doppeldiffusor war in Bahrain schon fast wieder aufgezehrt. Wenn die großen Vier in Barcelona nicht hoch punkten, ist der WM-Zug für sie endgültig abgefahren. Einwände, dass man einen Sprung aus dem Mittelfeld nach vorne nicht erwarten könne, gelten nicht. Wenn nicht jetzt, wann dann? Der Vorsprung von BrawnGP ist viel zu groß, als dass man sich auf eine langatmige Aufholjagd einrichten könnte.

Während McLaren-Mercedes bei den ersten vier Rennen einen Aufwärtstrend erkennen ließ, dümpelten Ferrari und Renault trotz zahlreicher Modifikationen zwischen Melbourne und Bahrain weiter im Mittelfeld herum. Das lässt befürchten, dass die Basis der beiden Autos wenig Spielraum für große Steigerungen lässt. Ferrari wird es in Barcelona mit einem halbneuen Auto versuchen. KERS inklusive. Renault hat seinen ersten Pfeil schon verschossen, will aber bei Fernando Alonsos Heimspiel auf KERS verzichten. Im Köcher von Flavio Briatore befindet sich für Barcelona noch einen weiterentwickelter Doppeldiffusor, neue Radabdeckungen und ein neuer Heckflügel.

Alles neu bei BMW-Sauber

Dramatisch ist die Situation bei BMW. Liest man die Änderungsliste (Frontflügel, Nase, Seitenkästen, Motorabdeckung, Diffusor, Heckflügel - kein KERS), dann muss es eigentlich einen entscheidenden Ruck nach vorne geben. Wenn nicht, dann gute Nacht. BMW ist innerhalb von vier Rennen von Platz drei auf Rang acht abgerutscht, weil man das Auto praktisch unverändert ließ. Das war möglicherweise ein Fehler. Teamchef Mario Theissen räumte in Bahrain ein, dass man nach einer Analyse der Verbesserungen für Barcelona entscheiden werde, ob der Entwicklungsfahrplan in Zukunft geändert wird. Soll heißen: Jedes Rennen etwas Neues.

Die größte Enttäuschung der ersten vier Rennen war Williams. Der Traditionsrennstall aus Grove holte aus einem guten technischen Paket nur 3,5 Punkte. Das Auto entwickelte sich trotz zahlreicher Änderungen rückwärts. Der Rückstand ist von 0,7 auf 1,1 Sekunden angewachsen. Williams schiebt in Barcelona die zweite Hälfte der Bahrain-Evolution nach, doch die muss funktionieren. Denn Toro Rosso bekommt die jüngste Aerodynamik-Konfiguration des A-Teams von Red Bull. Einziger Unterschied ist dann noch das neue Karbon-Getriebe, das in Mark Webbers Auto in Barcelona Premiere feiern wird.

Force India machts vor

Wie schnell sich die Situation wegen der insgesamt geringen Abstände ändern kann, zeigt das Beispiel Force India. Die letzte Aerodynamik-Ausbaustufe samt Doppeldiffusor brachte das Schlusslicht näher an das Feld heran. Force India holte sogar auf BrawnGP auf. 1,9 Sekunden Rückstand sind im vierten Rennen auf 1,5 Sekunden geschrumpft.

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