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James Allison verlässt Ferrari

Wo landet Allison?

James Allison - Ferrari Foto: xpb 54 Bilder

Ferrari verliert seinen technischen Direktor. James Allison verlässt nach knapp drei Jahren den italienischen Rennstall. Ferrari nominierte Mattia Binotto als vorläufigen Ersatz. Doch wo geht Allison hin? Die Gerüchteküche bietet drei Landeplätze an: Renault, McLaren und Mercedes.

27.07.2016 Michael Schmidt 1 Kommentar

Ferrari hatte es bis zuletzt dementiert. Nein, es gebe keine Probleme mit James Allison, hieß es noch beim GP Ungarn in Budapest. Drei Tage später ist es offiziell: James Allison verlässt Ferrari. In beiderseitigem Einvernehmen, wie es heute so schön heißt. Über die Gründe darf spekuliert werden. Die Statements der Beteiligten geben nicht einmal zwischen den Zeilen einen Hinweis.

Der Vollständigkeit halber drucken wir sie hier ab. Teamchef Maurizio Arrivabene zur Trennung von seinem Technikdirektor: „Das Team dankt James für seinen Einsatz und die Opfer, die er in der Zeit gebracht hat, die wir zusammen verbracht haben. Wir wünschen ihm viel Erfolg für die Zukunft.“

Spannungen mit Marchionne?

Allison fügte ähnlich nebulös hinzu: „Während der Jahre, die ich bei Ferrari in zwei unterschiedlichen Phasen und unterschiedlichen Positionen verbringen durfte, habe ich das Team und seine Mitarbeiter schätzen gelernt. Ich möchte mich bei Ihnen für die großartige berufliche und menschliche Erfahrung bedanken, die ich dabei gemacht habe. Ich wünsche allen eine glückliche Zukunft und viel Erfolg.“

So weit die üblichen nichtssagenden Konzern-Worthülsen. Doch warum geht Allison wirklich? Über eine Trennung wird schon seit langem spekuliert. Vor allem nach dem Tod seiner Frau im März diesen Jahres. Allison verbrachte daraufhin mehr Zeit in England, um sich um seine Kinder zu kümmern. Der 48-jährige Engländer war wegen der tragischen Umstände zuletzt nur noch dreieinhalb Tage pro Woche in Maranello.

Die Rückkehr nach England ist sicher einer der Gründe für die Trennung. Es gibt aber auch Stimmen, die behaupten, dass Firmenchef Sergio Marchionne mit Allison nicht klar kam. Weil der Engländer seine Meinung sagt und sich mit seinen 25 Jahren Motorsport-Erfahrung nicht irgendwelche unerfüllbaren Zielvorgaben von einem diktieren lassen wollte, der den Sport nur bruchstückweise versteht.

Renault, McLaren oder Mercedes?

James Allison wird in der Formel 1 hoch gehandelt. Die Gerüchteküche verkauft den Engländer, der in seiner Karriere schon für Benetton, Larrousse, Renault, Lotus und Ferrari gearbeitet hat, an viele Plätze. Zum Beispiel an Renault, weil er die Fabrik in Enstone und das Team am besten kennt. Lotus war seine letzte Station, bevor er im September 2013 zu Ferrari wechselte. Käme Allison, wäre einer zu viel an Bord. Dann müssten Bob Bell und Nick Chester vermutlich ihren Hut nehmen.

Auch McLaren ist im Gespräch. Angeblich gibt es aus Woking ein Angebot. McLaren stellt seit einigen Jahren die Verantwortlichkeiten im Technikbüro auf viele Beine. Die Fahrzeugentwicklung teilen sich Tim Goss, Neil Oatley, Peter Prodromou und Matt Morris in unterschiedlichen Positionen untereinander auf.

Zuletzt wurde auch Mercedes als mögliche Adresse für James Allison genannt. Der Vertrag von Technikdirektor Paddy Lowe läuft Ende des Jahres aus. Man hört, dass bis zum GP Deutschland eine Entscheidung fallen soll, ob Lowe verlängert oder nicht. Der erste Mann im Mercedes-Technikbüro wäre für Ferrari ein guter Fang. Weil er das Erfolgsgeheimnis des Seriensiegers genau kennt. Im Augenblick hat Motorenchef Mattia Binotto die Rolle des Technischen Direktors bei Ferrari übernommen.

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Vielleicht gibt es auch andere Erklärung. Tatsache ist das man beim Saisonstart eigentlich sagen konnte man sei auf dem rechten Weg. Aber zusammen mit der Freude kam der Tiefschlag für Allison der in einmal für einige Wochen von der Arbeit fern hielt.
Bisher hatte seine Frau in England dafür gesorgt das er sich voll auf die Arbeit konzentrieren konnte, auf einen Schlag viel das weg. Er war seither nie mehr ganz zurück bei Ferrari und das hat sicherlich nicht positiv auf die Weiterentwicklung ausgewirkt. Persönlich glaube ich das Allison damals Ferrari mitgeteilt hat das er aus den familiären Gründen zurück nach England muss.
Vermutlich kam man überein das er bis Ersatz gefunden ist weitermachen werde. Nun Ferrari hat in der Vergangenheit zu viel auf dem Markt (meist ohne genauem Ziel) gewildert, und diese dann wieder weggeschickt, auch Spitzenleute, Sie passten einfach nicht zusammen. Es gibt Hinweise dass man seit dem Frühling verschiedenen Leuten Angebote gemacht hatte, aber die Zeit als jemand sich schon in Maranello befand noch bevor man das Angebot fertig unterbreitet hatte ist vorbei.
Die Form des heutigen Abschieds, bei gleichzeitiger Interims Ernennung des Motorenchefs ist für mich eine Bestätigung dafür, die weitere Präsenz von Allison hätte nur Sinn wenn er zu 100% das neue Projekt weiter geführt hätte.

bschenker 27. Juli 2016, 13:50 Uhr
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