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Jean Alesi

"Ich fahre nächstes Jahr in Indy"

Jean Alesi Foto: xpb 48 Bilder

Update ++ Jean Alesi wird 2012 beim traditionellen Indy 500-Rennen antreten. Was auto motor und sport.de schon im Juni berichtet hat, bestätigte der Franzose am Rande des GP Singapur nun offiziell.

11.06.2011 Michael Schmidt

An seinem 47. Geburtstag ließ Jean Alesi die Bombe erstmals platzen. Im Fahrerlager von Montreal fachsimpelte der Franzose mit Niki Lauda und sprach dabei erstmals über ein mögliches Comeback. Der 201-fache Grand Prix-Teilnehmer hatte einen Plan ausgeheckt, der verrückt klingt. "Ich fahre nächstes Jahr beim Indy 500 mit.". Lauda schüttelte damals nur den Kopf: "Willst du mal so aussehen wie ich?" und zeigte auf seine Brandwunden im Gesicht.

Doch Alesi lachte nur: "Ich weiß, auf was ich mich einlasse. Das ist meine letzte Chance, noch einmal an einem großen Rennen teilzunehmen. Ich bin Formel 1 in Monte Carlo gefahren, ich war bei den 24 Stunden von Le Mans dabei, jetzt fehlt mir nur noch Indy. In meinem Alter muss ich zuschlagen. Das ist meine letzte Chance." Der kühne Plan hat mittlerweile Gestalt angenommen. Am Rande des GP Singapur machte er die Entscheidung offiziell.

Indy 500 als Karriere-Highlight

Alesi hält es zuhause nicht mehr aus. "Ich muss wieder ins Rennauto. Was bleibt mir da noch? Für die Formel 1 bin ich zu alt. Die GT-Autos sind mir zu langsam. Die DTM ist ein abgeschlossenes Kapitel. Das Indy 500 wäre noch mal ein großes Highlight für mich."

Alesis neuer Arbeitgeber Lotus macht es möglich. Der Sportwagenhersteller, der zur Proton-Gruppe gehört, hat bereits ein IndyCar-Team. 2012 setzt er auch eigene Motoren ein, die von John Judd entwickelt werden. "Wenn der Motor fertig ist, werde ich die Testphase bestreiten", freut sich Alesi.

Alesi hat sich bereits akribisch mit dem Thema Indy befasst. "Ich habe mir das komplette Training und das Rennen am Fernseher angeschaut und mir die Kommentare der Fahrer angehört. Die meisten klagen darüber, dass ihr Auto übersteuert. Damit habe ich kein Problem." Alesi holte sich auch Rat bei seinem alten Kumpel Gerhard Berger ein. "Der hat mich gewarnt: Sei vorsichtig, dein Fahrstil passt nicht zu der Rennerei im Oval." Der Franzose gab trotzig zurück: "Das werde ich schon lernen."

Mit 48 Jahren reif für Indianapolis

Die Unfälle im berühmtesten Nudeltopf der Welt schrecken Alesi nicht ab. "Indy ist viel sicherer geworden. Das ist nicht mehr vergleichbar mit früher. Ich werde zwölf Monate auf dieses Ziel hinarbeiten." Mit dann bald 48 Jahren wird Alesi im nächsten Jahr im besten Indy-Alter sein. Der älteste Sieger in der 100 jährigen Geschichte des 500 Meilen-Rennens war Al Unser senior. Am Tag seines vierten Siegs war Unser 47 Jahre und 360 Tage alt. "Das passt", grinst Alesi. "Ich werde bei meinem Start ungefähr gleich alt sein."

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