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Jean Alesi im Interview

"Erster Indy-Test im Dezember"

Jean Alesi Lotus 2011 Foto: Lotus 48 Bilder

Jean Alesi lässt sich mit 47 Jahren noch einmal auf ein großes Abenteuer ein. Zehn Jahre nach seinem Formel 1-Rücktritt will der Franzose 2012 für Lotus beim 500 Meilen-Rennen von Indianapolis antreten. auto motor und sport sprach mit dem GP-Veteranen.

24.09.2011 Michael Schmidt
Wieso das Indy 500-Rennen in diesem Alter?

Alesi: Ich will noch einmal ein großes Rennen fahren. Mit richtigen Rennautos. Nicht so etwas wie GT. Zurück in die Formel 1 kann ich nicht. Indy fehlt mir noch in meiner Sammlung. Lotus hat mir für nächstes Jahr ein Auto angeboten. Da konnte ich nicht Nein sagen.

Das klingt nach einer Schnapsidee.

Alesi: Überhaupt nicht. Ich habe mir die Entscheidung reichlich überlegt. Das letzte, was ich will, ist mich lächerlich zu machen. Ich habe fast ein Jahr für die Vorbereitung. Es gibt im nächsten Jahr in der IndyCar-Serie neue Autos und neue Motoren. Es fangen also alle bei Null an. Das macht den Reiz der Sache aus.

Wann sitzen Sie im Auto?

Alesi: Die ersten 65 Runden habe ich im Simulator gedreht. Wir haben mit unterschiedlichen Spritniveaus geübt und den Einfluss des Reifenabbaus auf das Fahrverhalten getestet. Im Auto sitze ich zum ersten Mal im Dezember.

Warum fahren Sie nicht die ganze Saison?

Alesi: Ich will mich auf dieses eine Rennen konzentrieren, um dort so gut wie möglich abzuschneiden.

Haben Sie keine Angst vor einem Unfall?

Alesi: Ich habe mir viele Videos von Indy angesehen. Der Respekt vor diesem Rennen ist groß. Ich werde es nicht unterschätzen. Die Geschichte von Indianapolis zeigt aber auch, dass dieses Rennen immer sicherer geworden ist. Die Autos sind stabil, und die Einführung der Schutzbarriere vor der Mauer hat unheimlich viel geholfen.

Die IndyCar-Serie bietet für das Finale in Las Vegas fünf Millionen Dollar Prämie, wenn ein Newcomer gewinnt. Das wäre doch ein gutes Training mit einem tollen Anreiz?

Alesi: IndyCar-Chef Randy Bernhard hat mir das angeboten. Ich will aber nicht. Es würde so aussehen, als wäre ich nur hinter dem Geld her. Außerdem ist Las Vegas ganz anders als Indianapolis. Die Steilkurven haben viel mehr Neigung.

Indianapolis verlangt einen sanften Fahrstil. Sie sind eher als wilder Hund bekannt. Passt das zusammen?

Alesi: Ich bin in meiner Formel 1-Karriere zwei Mal von der Pole Position gestartet. Beide Male in Monza. Das heißt, dass ich mit Autos, die auf wenig Abtrieb getrimmt sind, gut umgehen kann. 

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