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Jean Todt

"Ich will FIA-Präsident werden"

Jean Todt Foto: dpa 60 Bilder

Der frühere Ferrari-Rennleiter Jean Todt hat nach der Empfehlung des noch amtierenden FIA-Präsidenten Max Mosley für seine Nachfolge seine Bereitschaft erklärt, für das höchste Amt im Automobil-Weltverband zu kandidieren.

16.07.2009 Michael Schmidt

Der Brief an die Präsidenten der in der FIA vertretenen Automobilclubs ist 19 Seiten lang und in sechs Sprachen verfasst. Jean Todt hat sich viel Zeit und Mühe gemacht, dem Wahlvolk zu erklären, warum er im Oktober für das Amt des Präsidenten kandidiert.

Der frühere Ferrari-Rennleiter bestätigte, was in der Szene seit Wochen ein offenes Geheimnis ist: "Nach der Entscheidung von Max Mosley nicht wieder für das Amt des Präsidenten zu kandidieren und aufgrund seiner Unterstützung bei meiner Kandidatur, habe ich an alle FIA-Mitglieder geschrieben, um sie darüber zu informieren, dass ich mich um den Posten des FIA-Präsidenten bewerbe. Ich will die außerordentliche Arbeit von Max Mosley der letzten 16 Jahre fortsetzen und weiter ausdehnen, sowohl im Sport als auch im Straßenverkehr."

Team bereits zusammengestellt

Todt hat für die Kandidatur bereits sein Team zusammengestellt, mit dem er in den nächsten fünf Jahren die Geschicke des Verbandes leiten will. Verantwortlich für die Belange des Straßenverkehrs soll Brian Gibbons vom neuseeländischen Automobilclub werden. Als Vizepräsident für den Sport ist der Engländer Graham Stoker vorgesehen. Senatspräsident soll der augenblickliche Vizepräsident Nick Craw werden, der zugleich dem mächtigen amerikanischen Verbandes ACCUS vorsteht.

Für ADAC-Sportpräsident Herrmann Tomczyk ist in Todts Mannschaft kein Platz. Die drei Auserwählten geben in einem Statement ihrem künftigen Chef Todt brav das beste Empfehlungsschreiben. Nick Craw erklärte dienstbeflissen: "Ohne Zweifel ist Jean Todt der beste Mann für das höchste Amt in der FIA." Dagegen nimmt sich die Kandidatur von Ex-Rallyeprofi Ari Vatanen ziemlich bescheiden, um nicht zu sagen naiv aus. Der Finne ging im Fahrerlager am Nürburgring auf Stimmenfang, nur war dort kaum einer der Herren vertreten, die ihn wählen könnten. Von Michel Boeri, dem Präsidenten des AC Monaco einmal abgesehen.

Formel 1-Teams: Keine offene Kritik


Bei den Formel 1-Teams löst die Kandidatur von Todt nicht eitel Freude aus. Offen traut sich keiner den Kandidaten zu kritisieren, doch hinter vorgehaltener Hand hört man Ängste heraus, Todt könnte in seiner neuen Funktion alte Rechnungen begleichen. Sein Abschied bei Ferrari zum Beispiel soll nicht so harmonisch verlaufen sein, wie es alle Parteien immer dargestellt haben. Präsident Luca di Montezemolo forderte nach seinem Abschied von den operativen Ämtern bei Fiat in Maranello mehr Einfluss zurück. Auch McLaren, Toyota und Williams hatten in Todts aktiver Formel 1-Zeit Zwist mit dem 63-jährigen Franzosen.

Todt gilt als starke Persönlichkeit. Einer, der Mosleys Werk fortführt, ohne von dem noch amtierenden Präsidenten ferngelnkt werden zu müssen. Todt und Mosley funken auf einer Wellenlänge. Genau das wollten die Teamchefs vermeiden. Sie haben nach Mosleys Abschied eher auf einen Grüßaugust im Amt des FIA-Präsidenten gehofft.

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