Nächstes Rennen: 10. Juni 2012
GP Kanada

Jean Todt exklusiv: Todt wirbt für KERS-Rückkehr 2011

Der neue FIA-Chef Jean Todt hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass schon in der nächsten Formel 1-Saison wieder mit dem Energierückgewinnungs-System KERS gefahren wird. Todt ist optimistisch, die Teams noch zu diesem Schritt überreden zu können.

"Ich bin nicht glücklich darüber, dass sich die Teams einstimmig gegen den Einsatz von KERS für die Saison 2010 ausgesprochen haben. Und ich setze mich persönlich dafür ein, diese Entscheidung für 2011 zu überdenken", sagte Todt in der aktuellen Ausgabe von auto motor und sport (Heft 13, ab 3. Juni im Handel).

"Wir können nicht die ganze Automobilwelt über umweltfreundliche Technologien diskutieren lassen, und in der Formel 1 stellen wir uns taub." Er habe zwar "nichts in der Hand, das die Teams zwingen würde, KERS ab 2011 wieder einzusetzen", so Todt. "Ich bin aber optimistisch, dass ich die Teams noch überreden kann."

Todt will nicht noch zweieinhalb Jahre warten

Eine Einführung von KERS parallel zur Einführung neuer Motoren 2013 hält Todt nicht für sinnvoll. "Zweieinhalb Jahre Nichtstun können wir uns nicht leisten. Der Druck auf uns wird jeden Tag größer. Ich als Privatmann muss KERS nicht haben. Ich will gute Rennen sehen, das reicht mir. Aber als Verantwortlicher der FIA muss ich in diese Richtung Druck machen. Nur so sind wir glaubwürdig. Wir können nicht auf der Straße neue Technologien fordern und sie auf der Rennstrecke ignorieren. Man würde mich zu Recht dafür kritisieren, etwas verschlafen zu haben."

Insgesamt fordert Todt von der Formel 1, sich zu modernisieren. "Die Formel 1 ist so strukturiert, dass jede Entscheidung erst durch die Arbeitsgruppen, dann durch die Formel 1-Kommission und schließlich durch den FIA-Weltrat muss. Auch wenn es heute mit einer 70-Prozent-Mehrheit einfacher geworden ist, Dinge voranzutreiben, muss ich leider feststellen, dass in der Formel 1 der Wille zu Veränderungen fehlt. Aber wir müssen uns ändern, weil sich die Welt weiter dreht."

Todt verfolgt ambitionierte Ziele

Todt nennt vier Ziele, die die Formel 1 erreichen solle. "Kosten reduzieren, die Show verbessern, neue Technologien einführen und, wenn möglich, das Image des Sports dazu nutzen, die Straßen sicherer zu machen. Wenn uns das gelingt, kommen auch die Hersteller, die Zulieferer und die Sponsoren zurück. Wenn wir das nicht tun, bekommt der Motorsport ein echtes Problem."

Dementiert hat Todt Spekulationen, nur für eine Amtszeit an der Spitze der FIA zur Verfügung zu stehen. auto motor und sport sagte Todt: "Das stimmt nicht. Ich denke doch heute noch nicht über eine zweite Amtszeit nach", so Todt. "Meine Priorität ist, meine Zeit so gut wie möglich zu nutzen, meine Ziele mit der FIA zu erreichen."

Kommentare
Bild vergrößern
Michael Schmidt

Autor:

Anzeige
Thema
Formel 1: Weitere Artikel zu diesem Thema
Formel 1-Gipfel in Monaco: Formel 1-Zukunft ohne FIA-Regeln?

Wenn sich die Mächtigen der Formel 1 am Montag (28.5.) in Monaco treffen, wird auch über die zukünftigte Rolle der FIA diskutiert.

FIA Truck GP Monaco 2012
Mercedes-Teamchef Ross Brawn: "Kein Aufschub für Turbo-Motoren"

Die kleinen Teams fordern einen Aufschub der Turbo-Motoren. Mercedes-Teamchef Ross Brawn rät davon ab.

Norbert Haug  Ross Brawn - GP Malaysia - 24. März 2012
WGV Beitragsrechner Kfz-Versicherung
ANZEIGE

Überzeugend gut, gnadenlos günstig!

Jetzt Auto bei der wgv versichern und mehrere hundert Euro im Jahr sparen!

Top Artikel
Aerodynamik: Aerodynamik soll weiter beschnitten werden

Noch wird es nur in Kreisen der Technischen Arbeitsgruppe diskutiert. Doch die Formel 1-Autos könnten sich im nächsten Jahr weit mehr ändern als im Diffusorbereich.

F1 Aerodynamik 2010
Formel 1: KERS würde eine Million Euro kosten

Die Frage, ob in der Saison 2011 wieder mit KERS an Bord gefahren wird, ist noch nicht geklärt. Die FIA will es, einige Teams sind skeptisch. Die Technikchefs haben die Kosten diskutiert.

Mercedes V8
Newsletter
Sportauto
F1 GP Monaco 2012 Ergebnis: Kein Protest - Webber behält Monaco-Sieg

Den F1 Grand Prix von Monaco hat Mark Webber gewonnen. Der Red Bull-Pilot fuhr vor Nico Rosberg und Fernando Alonso ins Ziel.

Kein Protest - Webber behält Monaco-Sieg
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...