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Jenson Button beeindruckt

Interessantes Strecken-Duell mit Red Bull

Jenson Button - McLaren - Bahrain - Formel 1 - Test - 2014 Foto: xpb 22 Bilder

Jenson Button konnte mit seinem vorletzten Testtag in Bahrain nicht zufrieden sein. Getriebeprobleme bremsten den McLaren nachhaltig. Und dann fuhr dem Briten plötzlich auch noch Red Bull beim Longrun um die Ohren.

28.02.2014 Tobias Grüner

Nach den ersten beiden Testwochen wurde McLaren mit Mercedes noch zu den Favoriten für Melbourne gezählt. Mittlerweile ist die Euphoriewelle etwas abgeflaut. Weder in der Zeitentabelle noch in der Kilometerwertung konnte Jenson Button am Freitag (28.2.2014) große Sprünge machen. Ein Getriebeproblem zwang den Weltmeister von 2009 für die meiste Zeit des Tages in die Beobachterrolle.

Am Ende der Sitzung blieb gerade noch die Gelegenheit für einen letzten Longrun. Doch auch da folgte eine Ernüchterung: "Ricciardo war 2 Sekunden pro Runde schneller als ich - bei der gleichen Anzahl an Runden insgesamt", staunte Button. "Sie sind also schnell unterwegs. Und mit einem Run über 21 Runden haben sie auch schon einen guten Teil des Rennens geschafft. Wir wussten ja immer, dass sie gut sind, wenn sie auf der Strecke sind. Sie waren nur bisher nicht so oft auf der Strecke."

Red Bull schnappt sich McLaren in der schnellen Kurve

Button warnt: "Einen vierfachen Weltmeister wie Red Bull darf man nie abschreiben. Es ist nur nicht klar, ob sie beim ersten Rennen schon konkurrenzfähig sind oder erst nach 3 Rennen." Ganz vergleichen ließen sich die Leistungen der beiden Autos aber nicht. Hinter der Spritmenge stand noch ein Fragezeichen. "Außerdem war er auf weichen Reifen, ich auf medium", analysiert Button. "Das hat sicher etwas ausgemacht. Vor allem bei den etwas kühleren Temperaturen am Nachmittag."
 
Trotzdem wurden die Unterschiede zwischen dem McLaren und dem Red Bull schon bei dem kurzen Vergleich bereits deutlich. "Wir sind schneller auf der Geraden. Das wissen sie sicher. Wir sind ein paar Runden hintereinandergefahren. Da ist Daniel auf der Geraden nicht vorbeigekommen. Er hat mich dann in Kurve 11, einem Highspeed-Linksknick, überholt. Das war schon interessant. Sowas habe ich noch nie erlebt. Sie haben also auch ihre starken Bereiche."

 Die eigene Leistungsfähigkeit will Button nicht zu euphorisch beschreiben. "Das Gefühl im Auto ist gut. Es besitzt Potenzial. Aber ich weiß, dass wir das erste Rennen nicht mit 30 Sekunden Vorsprung gewinnen. Da gibt es ein anderes Team in Silber, das dafür eher in Frage kommt. Wir verstehen das Auto immer besser. Aber wir sind einfach nicht schnell genug."

Updates und Setup-Arbeit stehen noch bevor

Der Routinier lässt sich von dem Rückstand aber nicht beeindrucken: "Das ist ganz normal, wenn noch nicht alle Updates am Auto sind und man nicht genug Abtrieb hat. Auch wenn wir an den letzten 2 Tagen erstmals richtig am Setup arbeiten, wird es schneller werden. Da können wir noch viel rausholen. Bisher haben wir hauptsächlich daran gearbeitet, das Auto zuverlässig zu machen und die Antriebseinheit zu verstehen."
 
Einige der erwähnten Updates soll noch in den letzten beiden Tagen zum Test eintreffen. Der Rest kommt dann in Melbourne ans Auto. "Es ist Last-Minute, wie immer", stöhnt Button. Von Test zu Test verändert sich viel. Alleine die Wetterschwankungen in Bahrain hatten einen großen Einfluss auf den Speed. Mit der Hitze kommt der McLaren nicht ganz so gut zurecht. "Letzte Woche haben wir uns auf der Renndistanz noch gut gefühlt. Diese Woche ist das nicht mehr der Fall. Ich habe das Gefühl, dass wir da noch Arbeit vor uns haben", so Button.

Die Konkurrenz macht derweil immer mehr Fortschritte. Das Kräfteverhältnis wurde in den letzten beiden Tagen neu durchgemischt. "Beim letzten Test hätte ich noch gesagt, dass Mercedes auf eine Runde sehr stark ist, der Williams auf die Renndistanz sogar noch besser. Bei diesem Test sind Mercedes und Williams immer noch gut. Aber jetzt sieht auch der Force India, der Ferrari und der Red Bull konkurrenzfähig aus. Es ändert sich ständig. Andere Autos werden plötzlich um Sekunden besser."

Button erwartet enge Zweikämpfe

Egal ob an der Spitze des Feldes oder weiter hinten – an allen Enden der Boxengasse wird hart gearbeitet. Sogar für Marussia hatte Button ein Lob übrig. "Ich bin kurz hinter Bianchi gefahren. Dieses Auto sieht so viel besser aus als letztes Jahr. Da werden noch einige Leute überrascht sein." Button erwartet, dass sich die Teams bis Melbourne noch weiter angleichen. "Es liegen wohl nicht 1,5 Sekunden Abstand zwischen den Autos, wie wir letzte Woche noch gedacht haben. Die Abstände im Feld sind wohl viel enger. Es wird gute Fights geben."
 
Am Ende gab es noch einen Seitenhieb an die Kollegen, die behaupten nicht auf die Konkurrenz zu schauen. "Das ist absoluter Müll, wenn Fahrer sagen, dass sie sich nur auf sich selbst konzentrieren. Man fährt natürlich seine eigenen Programme, aber man schaut auch auf die Zeiten der anderen. Es wäre ja auch dumm, wenn man das nicht machen würde."

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