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Jenson Button: Geheimnisse einer Superfahrt

Button - GP Ungarn - Formel 1 - 31.7.2011 - Highlights

Was für ein Timing! Jenson Button gewinnt seinen elften Grand Prix beim 200. Start. Und zwar exakt an der Stelle, an der er vor fünf Jahren zum ersten Mal ganz oben auf dem Podest stand. Es war ein Sieg mit Köpfchen.

Jenson Button ist ein Spezialist für schwierige Rennen. Schon in Montreal trickste der Engländer seine Konkurrenten in einem Rennen aus, in dem es darauf ankam, zum richtigen Zeitpunkt das richtige zu tun. Damals gewann Button mit sechs Boxenstopps. Diesmal reichten ihm drei. Die Verhältnisse waren vergleichbar. Erst nasse Fahrbahn, später trocken. Das Timing passte auf den Punkt. Button wechselte bei den ersten beiden Stopps jeweils eine Runde früher als Sebastian Vettel. Und er nahm in den dritten Turn einen Satz der weichen Reifen mit, während Lewis Hamilton und Fernando Alonso mit den superweichen Mischung pokerten. Button balancierte seinen dritten Reifensatz die letzten 28 Runden so über die Distanz, dass er jeden Angriff von Vettel kontern konnte.

Button überholt Hamilton

Buttons Siegesfahrt begann mit einem passablen Start. Der Dritte des Trainings war auch Dritter in der ersten Runde. Vettel überholte der McLaren-Pilot durch den früheren ersten Boxenstopp, als er die Intermediates gegen Slicks der Marke "supersoft" eintauschte. Da war Teamkollege Lewis Hamilton schon aus dem Blickfeld. Button konnte den Sieben-Sekunden-Rückstand nur einfrieren.

Doch bereits in der frühen Phase des Rennens wurde klar, dass Buttons Stunde immer in den letzten Runden seines Turns schlug. Da nahm er Vettel und Hamilton Zeit ab. Als in der 47. Runde ein kleiner Schauer niederging, sah Button seinen Teamkollegen plötzlich vor sich. Hamilton hatte sich in der Schikane auf der schmierigen Piste gedreht. Button war drauf und dran, Paul di Resta zu überrunden. Geistesgegenwärtig sah er die gelben Flaggen, bremste fast zum Stillstand und zog dann an Hamilton vorbei, der nach seiner Pirouette nur langsam wieder in Fahrt kam.

Dann zeigte der spätere Sieger, dass er sehr wohl kämpfen kann, und dass er sich von Hamilton nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Die McLaren-Piloten überholten sich mehrmals gegenseitig. Mal segelte der eine, mal der andere in die Auslaufzone, doch in Summe machte Button weniger Fehler und hatte schließlich die Nase mit der Startnummer vier in Front.

Schlüssel war Buttons Speed

In der 52. Runde verlor Hamiltons Crew die Nerven. Sie baten ihren Fahrer an die Box. Es regnete erneut. Intermediates lagen bereit. Auch Button hörte den Funkspruch. Doch er ignorierte ihn. "Als ich Lewis in die Box abbiegen sah, fiel es mir leichter einfach weiterzufahren. Wir konnten ja nicht gleichzeitig reinkommen. Ich wollte sowieso nicht auf Intermediates umrüsten. Dazu war ich nicht langsam genug. In solchen Fällen verlasse ich mich lieber auf mein Gefühl." So wie in Montreal. So wie 2010 in Melbourne und Shanghai. Und eigentlich auch so wie 2006 am Hungaroring. Buttons erster GP-Sieg war eine Kopie seines elften. Auch damals war es abwechselnd nass und trocken.

Den Rest des Rennens zeigte der WM-Fünfte wieder einmal seine Qualitäten als Reifenflüsterer. Er ließ sich durch die eine oder andere schnelle Runde von Vettel und Fernando Alonso nicht beirren und brachte seine Reifen mit konstanten Rundenzeiten über die Distanz. Als über Button die Lobeshymnen hereinbrachen, sein taktisches Geschick, sein Gefühl für die Reifen und seine geringe Fehlerquote gelobt wurden, da bremste der Jubilar: "Vielleicht habe ich heute viele richtige Entscheidungen getroffen. Aber der Schlüssel zu meinem Sieg war mein Speed. Ohne den wäre es nicht gegangen."

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Michael Schmidt

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