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Jenson Button

McLaren geht erneut zu hohes Risiko

Jenson Button GP Monaco 2011 Foto: xpb 57 Bilder

Jenson Button hatte den Sieg in Monaco in den Händen. Doch die Risiko-Strategie von McLaren ging nicht auf. Die Safety-Car-Phasen machten dem Engländer einen Strich durch die Rechnung.

29.05.2011 Tobias Grüner

McLaren wurde an diesem Wochenende gleich zwei Mal von Unfällen auf dem falschen Fuß erwischt. Im engen Leitplankendschungel von Monte Carlo schienen die Strategen aus Woking die Möglichkeit von Crashs nicht einkalkuliert zu haben.

Zweimal geht die Taktik nicht auf

Schon nach der Qualifikation musste McLaren viel Kritik einstecken. Lewis Hamilton wartete im Top Ten-Finale so lange mit seiner schnellen Runde, bis Sergio Perez seinen Sauber in der Hafenschikane in die Bande schmiss. Mit Startplatz neun bekam der Engländer die Quittung für den Taktik-Poker.

Im Rennen erwischte es dann Jenson Button. Der Champion von 2009 war auf einer Dreistopp-Strategie unterwegs, die nur bei einem sauberen Rennen Chancen auf Erfolg hatte. Der Brite ließ sich zunächst alle drei Sätze der weichen Reifen aufziehen, bevor er endlich den Pflichtrun mit der harten Mischung startete.

Bis zur ersten Safety-Car-Phase sah die Strategie noch erfolgversprechend aus. In Runde 32 ging Button mit 13,3 Sekunden Vorsprung auf Vettel zu seinem zweiten Stopp. Hätte er im dritten Stint die gleiche Zeit herausfahren können, dann wäre er vielleicht am Deutschen vorbeigekommen.

McLaren hatte Einstopp-Strategie von Vettel nicht auf der Rechnung

Die McLaren-Crew machte dabei nur einen kleinen Fehler. "Eigentlich dachten wir, Sebastian ist auf einer Zweistopp-Strategie. Wir wollten deshalb etwas anderes machen." Vettel dachte aber gar nicht dran, zu einem weiteren Wechsel an die Box zu fahren. Button hätte somit auf jeden Fall auf der Strecke überholen müssen.

Nach dem Rennen lamentierte Button lange darüber, ob ihn die erste Safety-Car-Phase vielleicht den Sieg gekostet hat. Doch die Analyse der Zeiten zeigt das Gegenteil. Nach seinem Stopp ging Button mit knapp zehn Sekunden Rückstand auf Vettel auf die Strecke. Eine Runde später folgte auch schon die Neutralisation. Buttons Rückstand verkürzte sich somit auf einen Schlag auf nur noch vier Sekunden.

Alonso kommt Button dazwischen

Button kann höchstens argumentieren, dass er ohne die Safety-Car-Phase noch mehr Zeit auf Vettel aufgeholt hätte. Und natürlich war es Pech, dass Fernando Alonso während der Neutralisation stoppte und damit Buttons dritten Reifenwechsel zum Platztausch nutzte. Button lief bei seiner Schlussattacke somit zunächst auf den Ferrari auf.

Nach seinem dritten Stopp konnte sich der 31-Jährige aber immer noch Hoffnungen auf den Sieg machen. "Fernando hat Sebastian richtig unter Druck gesetzt. Ich konnte erkennen, dass er sich für einen Angriff in Kurve eins bereit machte. Das war lustig zuzuschauen. Sie waren auf dem besten Weg zu crashen. Oder es hätte sich zumindest eine Möglichkeit für mich ergeben, durchzuschlüpfen, während sie gegeneinander kämpften. Jeder von uns drei hätte das Rennen zu diesem Zeitpunkt gewinnen können."

Whitmarsh: "Jenson hätte beide überholen können"

Doch dann machte der Rennabbruch in der 72 Runde alle Sieghoffnungen zunichte. Button wollte die Taktik jedoch nicht als Ausrede für den dritten Platz gelten lassen. "Ich denke, die Dinge sind heute einfach nicht für uns gelaufen. So ist Monaco nun mal. Es ist sicherer, auf weniger Stopps zu setzen aber wir mussten ein höheres Risiko gehen - weil es eben Monaco ist und man nicht überholen kann. Wir mussten etwas anderes probieren."

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh verteidigte auch nach dem Rennen die Strategie. "Wäre das Rennen nicht unterbrochen worden, als Jenson gerade Sebastian und Fernando eingeholt hatte, denke ich, dass sich die Entscheidung als die richtige herausgestellt hätte. Jetzt werden wir es natürlich nie erfahren. Aber mit besseren Reifen hätte er den Vorteil in den letzten Runden ausspielen und sowohl den Ferrari als auch den Red Bull überholen können."

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