Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Jenson Button mit Sorgen

McLaren rennt die Zeit davon

Jenson Button, McLaren, Formel 1-Test, Barcelona, 21. Februar 2013 Foto: xpb 22 Bilder

Jenson Button weiß noch nicht, was er von seinem neuen McLaren halten soll. Es gibt gute Ansätze und weniger gute. Weil der MP4-28 so viele neue Konzepte in sich trägt, ging die gesamte Zeit dafür drauf, das neue Auto zu verstehen. Jetzt läuft Button langsam die Zeit davon.

21.02.2013 Michael Schmidt

Wenn man Jenson Button fragt, wie gut sein neuer McLaren ist, dann erntet man ein Schulterzucken. "Ich weiß es nicht. Bis jetzt haben wir alle Zeit dafür aufgewendet, dieses Auto zu verstehen. Und wir haben immer noch nicht alle Antworten. Es gibt gute Ansätze und weniger gute. Was uns noch fehlt, ist Konstanz."

Bis jetzt mussten die McLaren-Piloten Basisarbeit verrichten: Aero-Tests, Systemchecks, Reifenvergleiche. "Mit der richtigen Testarbeit habe ich noch gar nicht begonnen." Richtige Testarbeit, das heißt unterschiedliche Abstimmungen durchzuspielen, um den MP4-28 zu optimieren.

Dazu muss man aber erst einmal wissen, wo die Basis ist. Insofern läuft Jenson Button und Sergio Perez langsam die Zeit davon. Wenn es am letzten Testtag in Barcelona wie angekündigt regnet, ist wieder ein Tag verloren.

McLaren-Revolution gegen Red Bull-Evolution

Dieser McLaren ist so neu, dass es Zeit brauchen wird, seine Geheimnisse zu entschlüsseln. Gegen einen Red Bull, der als Evolution des Vorjahresautos geboren wurden, kann das zumindest zu Saisonbeginn ein Problem werden. Button ist sich dieser Gefahr bewusst.

"Wenn wir mit einem modifizierten MP4-27 in Melbourne angetreten wären, hätten wir ein sehr gutes Auto gehabt. Aber wie lange? Drei, vier Rennen, dann wäre der Entwicklungsspielraum am MP4-27 ausgeschöpft gewesen. Die Saison besteht aber aus 19 Grand Prix. Und da gibt uns der MP4-28 einfach mehr Möglichkeiten. Wir hoffen, dass wir bald einen Trumpf in der Hand halten."

Um Red Bull über eine Saison zu schlagen muss das bald passieren. Da darf McLaren am Saisonbeginn nicht zu viele Punkte verschenken. Sonst schlägt die Evolution die Revolution.

Pirelli kann keine Winterreifen bauen

Die Reifen sieht Button nicht als Problem: "Ich glaube, wir haben sie schon verstanden. Die Probleme, die wir 2012 mit ihnen hatten, gibt es nicht mehr. Es ist relativ einfach, sie in ihr Arbeitsfenster zu kriegen. Dass nach zwei, drei Runden das Körnen beginnt, trifft alle gleich. Egal wie du fährst, ob aggressiv oder vorsichtig: Das Körnen setzt schon sehr früh ein, und es hört auch nicht mehr auf, weil vorher schon der ganze Gummi weg ist."

Der Melbourne-Sieger von 2009, 2010 und 2012 glaubt nicht, dass es in Australien ein Reifendrama geben wird. "Die Reifenprobleme, die wir hier alle haben, sind völlig normal für diese Bedingungen. Barcelona hat einen rauen Belag, es gibt Hochgeschwindigkeitskurven, und es ist kalt. Was willst du da erwarten? Pirelli kann seine Reifen nicht für die Wintertestfahrten maßschneidern. Sie müssen bei den Rennen funktionieren."

Reifenproblem erschwert Lernprozess

Trotzdem ist die Reifenmisere ärgerlich. Weil es noch schwieriger ist, den neuen McLaren zu entschlüsseln. "Du musst mit frischen Reifen Qualifikationsrunden fahren, um eine Aussage über das Auto zu bekommen. Sobald das Körnen einsetzt, spürst du gar nichts mehr. Die Frage ist, mit wie viel Sprit du diese Qualifikationsrunden drehen sollst, um eine repräsentative Aussage zu bekommen. Das erklärt auch die großen Unterschiede in den Rundenzeiten zu einer gegebenen Zeit. Da fahren Leute mit viel Sprit gegen andere mit wenig. Aber irgendwann will sich jeder mit einer schnellen Runde beruhigen."

Und dann gibt Button einen kleinen Einblick in die Umstände, unter denen die schnellsten Zeiten erzielt wurden. "Ich bin meine 1:22.8 Minuten mit harten Reifen und ordentlich Sprit gefahren. Es war eine gute Runde. Aber auch die 1.21,8 Minuten von Sergio gestern darf man nicht unterschätzen." Und wie steht McLaren zur Konkurrenz da? "Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass keiner grandios hervorsticht."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden