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Jenson Button rettet McLaren

Einstopp-Rennen mit acht Sekunden Zeitverlust

Jenson Button GP Korea 2013 Foto: xpb 66 Bilder

Jenson Button wurde Achter. Eigentlich kein Grund für große Lobeshymnen. Hätte nicht ein Frontflügelschaden seinen Grand Prix zu einem Einstopp-Rennen gemacht, bei dem im Vergleich zu den Schnellsten auch noch acht Sekunden in der Boxengasse liegenblieben.

07.10.2013 Michael Schmidt

Im Training waren die McLaren-Mercedes eine Enttäuschung. Weder Jenson Button, noch Sergio Perez schafften den Sprung in die Top Ten. Button machte Marussia-Fahrer Jules Bianchi dafür verantwortlich, dass er in Q2 hängenblieb. Der neue Frontflügel brachte zwar drei Zehntel, doch das reichte nicht aus, mit Red Bull, Lotus, Mercedes, Ferrari und Sauber mitzuhalten.

Im Rennen ging die Fahrt für Button erst einmal rückwärts. Der Engländer wurde von Adrian Sutil am Frontflügel getroffen. Der Force India-Pilot musste dem kreiselnden Felipe Massa ausweichen. Eigentlich hätte der Schaden an der Endplatte keinen Flügeltausch notwendig gemacht, doch wegen der geänderten Umströmung der Vorderräder stiegen die Bremstemperaturen schnell in den roten Bereich.
 
Nach vier Runden stand Button in der Box und bekam in 6,9 Sekunden vier neue Reifen und eine neue Nase verpasst. Das war vermutlich Weltrekord für eine solche Aktion.

Button fuhr ein verkapptes Einstopp-Rennen

Der frühe Boxenstopp warf alle taktischen Überlegungen über den Haufen. Button musste jetzt mit zwei Sätzen Medium-Reifen über 51 Runden kommen. "Das war praktisch ein Einstopprennen", rapportierte Teamchef Martin Whitmarsh. Anders als im Training ging der McLaren auf der härteren Mischung plötzlich problemlos. Und das obwohl McLaren seinem Fahrer den alten Frontflügel mit auf die Reise geben musste, der gar nicht zum Rest des Autos passte.
 
"Die Balance war viel besser als in der Qualifikation", lobte Button. Auf dem zweiten Reifensatz hielt er 18, auf dem dritten 33 Runden durch. Auch der zweite Boxenstopp verlief nicht in Idealzeit. "Zuerst kam Grün, dann Rot auf der Boxenampel. Deshalb habe ich kurz angehalten, im Rückspiegel geschaut, ob alles in Ordnung ist, und erst dann wieder Gas gegeben."
 
Die Aktion kostete 3,5 Sekunden Zeit. Insgesamt verbrachte Button 52,894 Sekunden in der Boxengasse. Zum Vergleich: Fernando Alonsos Boxenzeit betrug 45,015 Sekunden, die von Lewis Hamilton 44,521 Sekunden.

Button schafft 33 statt 20 Runden

Trotz all dieser Handikaps kam Jenson Button noch in die Punkte. Die letzten Runden wurden zur Qual. "Gegen Rosberg konnte ich mich nicht wehren. Seine Reifen waren sechs Runden frischer. Mein rechter Vorderreifen hatte in der letzten Runde absolut nichts mehr drauf. Nachdem ich durch die Phase des Körnens durch war, hat der Reifen einfach Gummi verloren. Irgendwann war die ganze Lauffläche abgerubbelt. Ich bin wie auf rohen Eiern gefahren."

Der lange Atem verdient Respekt, wenn man bedenkt, dass Pirelli die Marschroute herausgegeben hatte, nicht mehr als 20 Runden mit den Medium-Reifen zu fahren. Der rechte Vorderreifen, der Buttons Teamkollege Sergio Perez um die Ohren flog, war nur 21 Runden alt. Es reichte ein Verbremser, um die Lauffläche von der Karkasse zu ziehen. Da zeigte sich Buttons ganze Erfahrung. Obwohl er ständig in Zweikämpfe verwickelt war, schonte er nebenbei noch seine Reifen.

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