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Jerez-Test 3

Webber setzt Duftmarke

Foto: Red Bull 143 Bilder

Nach dem Doppelschlag von McLaren-Mercedes am Dienstag hat am Mittwoch (13.2.) Red Bull-Pilot Mark Webber seine Duftmarke gesetzt. Der Australier markierte mit 1:18.628 Minuten nicht nur die Tagesbestzeit, sondern auch die schnellste Runde, die bis jetzt mit einem Auto der 2008er Generation in Jerez gedreht wurde.

13.02.2008 Michael Schmidt

Webbers Zeit vom Vormittag überlebte auch die zweite Tageshälfte. Der starke Wind verhinderte eine Verbesserung der Zeiten. Nur Webbers Teamkollege David Coulthard kletterte noch mit einer flotten letzten Runde mit 1:19.889 Minuten auf Platz sieben der Rangliste. Bei Red Bull geht man vorsichtig optimistisch in die neue Saison, zumal es sich immer noch um die Basisversion des neuen RB4 handelt.

Red Bull mit wenig Benzin unterwegs

Das endgültige Aerodynamikpaket soll erst für den Saisonstart in Melbourne fertig werden. "Jedes neue Teil, das wir ans Auto geschraubt haben", freut sich Webber, "hat einen Fortschritt gebracht. Das ist ein gutes Zeichen." Zu seiner Bestzeit meinte der Australier: "Wir haben vorher Benzin abgelassen, aber auch unter diesen Umständen ist das keine schlechte Zeit." Wegen eines Defekts an der Hinterachse musste der Red Bull-Pilot zeitweise pausieren. Es war das erste größere technische Problem, das bisher bei Red Bull aufgetreten ist.

Williams unterstrich mit den Plätzen zwei und drei für Nico Rosberg und Kazuki Nakajima, dass die Frontflügelprobleme gelöst sind. Das Team hatte wegen einer zu schwachen Befestigung des Flügels an der Nase den letzten Test in Barcelona vorzeitig abbrechen müssen. Für Jerez wurden zwei komplett neue und ein modifizierter alter Flügel in Sonderschichten angefertigt. Rosberg probierte den neuen, Nakajima den modifizierten alten Flügel. Die Not-Operation hat Konsequenzen an anderer Stelle. Sie wird den Bau des vierten Chassis etwas verzögern, doch das kann Williams verschmerzen. "Auch der zweite Eindruck ist gut", blickt Nico Rosberg nach einer persönlichen Bestzeit von 1:19.091 Minuten auf die Tage von Jerez zurück. "Dieses Auto ist in allen Belangen ein deutlicher Schritt nach vorne."

Williams in Lauerstellung

Nachdem Valencia dem FW30 ein gutes Zeugnis für den mechanischen Grip ausstellte, steht jetzt auch fest, dass die Aerodynamik funktioniert. Jerez ist ein Mix aus schnellen und langsamen Kurven. "Die Aerodynamik war bis jetzt immer unser wunder Punkt. Es tut gut zu sehen, dass wir vor allem da aufgeholt haben", erzählte Rosberg. Williams ist in Jerez mit einem Jubiläums-Lackierung auf der Strecke, auf dem die gesammelten Meilensteine der 30-jährigen Teamgeschichte verzeichnet sind.

Williams gehört wie BMW, Renault und Red Bull zu der Vierergruppe hinter den beiden Top-Teams Ferrari und McLaren-Mercedes. "Ich schätze aus dieser Gruppe BMW am stärksten ein", urteilte Nico Rosberg. BMW-Pilot Robert Kubica widerspricht: "Unser Auto ist immer noch sehr nervös, besonders bei dem Wind." Trotzdem beendete der Pole den Tag mit 1:29.829 Minuten als Fünfter. Nick Heidfeld sieht es positiver als sein Stallrivale: "Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Die Probleme, die wir anfangs hatten, sind schon geringer geworden."

Piquet noch in der Lernphase

Nelsinho Piquet glaubt, dass Renault im Moment die dritte Kraft ist, gefolgt von BMW. "Red Bull und Williams liegen unseren Berechnungen nach leicht dahinter." Der Brasilianer verliert immer noch zu viel Zeit auf Teamkollege Fernando Alonso, der vor allem bei längeren Stints eine gute Figur macht. "Ich brauche dringend Fahrpraxis", erklärt Piquet. Er hat sich deshalb für jeden Testtag bis zum Saisonbeginn einteilen lassen." Toro Rosso-Teamchef Franz Tost fiel beim Streckenstudium auf: "Alonso kaschiert einige Schwächen des Renault mit seinem Fahrstil. Da fehlt Piquet wahrscheinlich noch die Erfahrung." Deshalb war es dem Sohn des dreifachen Ex-Weltmeister Nelson Piquet wichtig, wieder einen Tag mit mehr als 100 Runden abgespult zu haben. Nach 110 Runden war Piquet mit 1:20.014  Minuten um drei Zehntel langsamer als Alonso (1:19.710 Minuten). "Ich spüre, wie das Vertrauen wächst, und mit dieser Sicherheit komme ich Fernando auch näher."

Der Spanier düste nach nur einem Testtag wieder ab. Als Vierter lag er zwei Plätze vor seinem letztjährigen Teamkollegen Lewis Hamilton. Die McLaren-Piloten hielten sich mit ihren Rundenzeiten zurück. Auf dem Programm standen Aerodynamiktests. Hamilton landete mit 1:19.857 Minuten auf Platz sechs, Heikki Kovalainen mit 1:20.152 Minuten auf Rang zehn.

Toro Rosso mit verbessertem Jahreswagen

Bei Toro Rosso spulten Sebastian Vettel und Sebastien Bourdais ohne Probleme ihr Programm ab. "Unsere Fahrer sind noch jung. Die brauchen jeden Kilometer", erklärte Teamchef Tost. Mit 6.721 Kilometern liegen Vettel und Bourdais gemessen an den abgespulten Distanz im oberen Drittel. "Von der Rundenzeit her liegen wir knapp hinter der Vierergruppe aber vor den Japanern", zieht Vettel Bilanz. Das wäre Platz sieben im Feld. "Natürlich orientieren wir uns nach vorne", lacht Vettel. "So wie es jetzt aussieht, können wir auch mit dem alten Auto in die Punkte fahren. Wir brauchen zwar immer noch Glück dafür, aber schon ein bisschen weniger als im letzten Jahr."

Mitbesitzer Gerhard Berger urteilt: "Wir liegen in unserem Plan. Die Vorbereitung war in diesem Jahr viel seriöser als im letzten." Schielt er bereits mit einem Auge auf den Red Bull RB4, den Toro Rosso ab dem fünften Grand Prix in Istanbul bekommen soll? "Eigentlich nicht", antwortet Berger. "Wir fangen bewusst mit dem alten Auto an, weil wir das vermeiden wollten, was uns im vergangenen Jahr passiert ist. Da haben wir bei jedem Test gezittert, ob genug Teile vom neuen Auto vorhanden sind, und wir haben für die Kinderkrankheiten bezahlt."

Zeitentabelle Jerez-Test (13.2.)

1. M. Webber - Red Bull - 1:18.628 - 72 Runden
2. N. Rosberg - Williams - 1:19.091 - 98 Runden
3. K. Nakajima - Williams - 1:19.215 - 91 Runden
4. F. Alonso - Renault - 1:19.710 - 104 Runden
5. R. Kubica - BMW Sauber - 1:19.829 - 116 Runden
6. L. Hamilton - McLaren-Mercedes - 1:19.857 - 68 Runden
7. D. Coulthard - Red Bull - 1:19.883 - 97 Runden
8. S. Vettel - Toro Rosso - 1:19.889 - 114 Runden
9. N. Piquet jr. - Renault - 1:20.014 - 110 Runden
10. H. Kovalainen - McLaren-Mercedes - 1:20.152 - 84 Runden
11. N. Heidfeld - BMW Sauber - 1:20.201 - 109 Runden
12. S. Bourdais - Toro Rosso - 1:20.536 - 76 Runden
13. J. Button - Honda - 1:21.147 - 85 Runden
14. T. Sato - Super Aguri - 1:21.376 - 101 Runden
15. R. Barrichello - Honda - 1:21.710 - 58 Runden
16. A. Sutil - Force India - 1:22.244 - 86 Runden

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