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Jerez-Test

Hamilton meldet sich zurück

Foto: dpa

Update + + Lewis Hamilton hat das erste Testduell nach der WM-Entscheidung in der Formel 1 klar gegen Titelträger Kimi Räikkönen gewonnen. Der Engländer erzielte am Mittwoch (5.12.) im spanischen Jerez im McLaren-Mercedes die Bestzeit in 1:19,371 Minuten.

05.12.2007 Michael Schmidt

Der zweite Testtag begann mit zwei prominenten Abflügen. Zuerst rutschte Nelsinho Piquet mit seinen Renault auf einem feuchten Fleck aus und bescherte seinen Mechanikern eine Stunde Arbeit. Dann feuerte Lewis Hamilton bei seinem ersten Versuch ohne Traktionskontrolle und Motorbremse den McLaren-Mercedes ins Kiesbett der Zielkurve. Am Ende des Tages stand der WM-Zweite mit 1.19,371 Minuten ganz oben in der Zeitenliste, gefolgt von David Coulthard (Red Bull) mit 1.19,421 Minuten und Felipe Massa (Ferrari) mit 1.19,761 Minuten. Nick Heidfeld, der Schnellste des ersten Tages war am zweiten mit 1.22,875 Minuten Letzter.

Slicks sind angesagt

Erneut wurde die Zeitenjagd dadurch verfälscht, dass sechs Piloten (Coulthard, de la Rosa, Piquet, Klien, Fisichella, Heidfeld) auf profillosen Slicks unterwegs waren. Selbst innerhalb dieser Gruppe war ein Vergleich nicht möglich. Während Coulthard mit dem aktuellen Abtrieb unterwegs war und dadurch als Zweiter glänzen konnte, übten McLaren-Fahrer Pedro de la Rosa und Nick Heidfeld bereits mit reduziertem Anpressdruck. Das erklärt Heidfelds letzten Platz. Coulthards Red Bull-Kollege Mark Webber musste seinen Test mit Slicks auf Donnerstag verschieben. Getriebeärger kostete den Australier viereinhalb Stunden.

Der Test mit flacher Flügeleinstellung macht Sinn. 2009, dem Jahr in dem die Slicks zurückkehren, wird der aerodynamische Abtrieb durch Korrekturen an den Flügeln und das Verbot sämtlicher Winglets und Leitbleche um 50 Prozent verringert. De la Rosa übte mit einem McLaren in Monza-Abstimmung und zeigte sich beeindruckt: "Mit sowenig Abtrieb hast du trotz der Slicks in schnellen Kurven und beim Bremsen Schwierigkeiten, das Auto auf der Straße zu halten. Aber in den langsamen Ecken spürst du den Extra-Grip von den Slicks."

Kimi Räikkönen gab sich ungewohnt aufgeräumt und redselig: "Ohne Traktionskontrolle fühle ich mich wie bei meinen ersten Formel 1-Kilometern im Sauber." Gravierender Unterschied: "Damals sind wir V10-Motoren gefahren, die von der Leistungsentfaltung gutmütiger waren. Bei unseren Achtzylindern heute setzt die Power schlagartig ein. Da bleibt kaum Zeit zum Reagieren." Ob es ein neues Gefühl sei, als Weltmeister ins Auto zu steigen? "Für mich nicht", nuschelte der Finne, "aber offenbar für alle anderen Leute."

Ehrungen für Räikkönen

Die Resultate in Jerez relativiert der neue Champion: "Jerez ist mit seinen vielen langsamen Kurven nicht die ideale Strecke für uns." In den nächsten drei Tagen muss Räikkönen Standfestigkeit auf einer anderen Bühne beweisen. Ihm stehen drei Parties bevor. Am Donnerstag ehrt ihn die finnische Staatspräsidentin Tarja Halonen zusammen mit Landsleuten, die im vergangenen Jahr durch herausragende Leistungen Finnland vertreten haben. Am Freitag holt sich Kimi in Monte Carlo bei der FIA-Preisverleihung seinen WM-Pokal ab. Am Samstag folgt dann die Ferrari-Weihnachtsfeier. Knapper Kommentar des trinkfesten Weltmeisters: "Diese Partys sind mir zu steif."

Ferrari-Teamkollege Felipe Massa begann seine Flitterwochen in Jerez. Eine Woche nach seiner Hochzeit jettete der Brasilianer mit seiner Frau nach Europa, um am Entwicklungsprogramm teilzunehmen. Nur die profillosen Slicks rührt er nicht an: "Das würde nur Verwirrung stiften. Unsere Aufgabe ist es, die besten Abstimmungen für das Fahren ohne Traktionskontrolle zu finden. Für das Fahren mit Slicks haben wir ja Michael Schumacher."

Toro Rosso mit Fortschritten

Bei Toro Rosso kamen die Chefs Gerhard Berger und Franz Tost zu einer Stippvisite. Berger notierte zufrieden: Wir machen immer mehr Fortschritte, vor allem beim Setup der Autos. Das sind die Hausaufgaben, die während der Saison nicht möglich waren, weil wir zu oft stehengeblieben sind." Sebastian Vettel landete mit 1.20,398 Minuten auf Rang acht. Teamkollege Sebastien Bourdais  lag mit 1.20,533 nur knapp dahinter.

Timo Glock behauptete sich mit 1.20,523 Minuten als Elfter im Mittelfeld. Der neue Toyota-Pilot ging mit Feuereifer an seine neue Aufgabe: "Wir haben am ersten Tag viel über das Setup gelernt und am zweiten schon davon profitiert." Der Formel 1-Neuling ist es im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen gewohnt ohne Traktionskontrolle zu fahren. In der GP2-Serie gab es keine elektronischen Fahrhilfen. Glock schränkt ein: "Das ist natürlich nicht eins zu eins zu vergleichen. Ein Formel 1-Auto hat viel mehr Power."

Williams konzentrierte sich auf Abstimmungsarbeiten im mechanischen Bereich. Nico Rosberg testete verschiedene Geometrien und Fahrwerkseinstellungen an der Hinterachse. Es geht darum, den Verlust der Traktionskontrolle so gut wie möglich zu kompensieren. Rosberg beendete seinen ersten Testtag in Jerez mit 1.20,671 Minuten als 13. Nico Hülkenberg kam mit 1.21,068 Minuten auf Rang 16. Der Deutsche bekam nach seinem zweiten Testtag für Williams Lob von höchster Stelle. Technikchef Sam Michael überzeugte sich vor Ort von den Fahrkünsten des 20-jährigen Deutschen: "Der Junge macht eine gute Figur." Das könnte der erste Schritt in Richtung eines Testvertrages mit dem englischen Rennstall sein.

Zeitentabelle Jerez (Tag 2):

1. Lewis Hamilton - 1:19.371
2. David Coulthard - 1:19.421
3. Kimi Raikkonen - 1:19.779
4. Felipe Massa - 1:19.828
5. Pedro de la Rosa - 1:19.887
6. Nelson Piquet - 1:19.982
7. Christian Klien - 1:20.187
8. Sebastian Vettel - 1:20.398
9. Giancarlo Fisichella - 1:20.470
10. Robert Kubica - 1:20.487
11. Timo Glock - 1:20.523
12. Sebastien Bourdais - 1:20.533
13. Nico Rosberg - 1:20.671
14. Andreas Zuber - 1:20.897
15. Mark Webber - 1:20.944
16. Nico Hulkenberg - 1:21.068
17. Anthony Davidson - 1:21.076
18. Rubens Barrichello - 1:21.184
19. Kamui Kobayashi - 1:21.699
20. Nick Heidfeld - 1:22.875

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