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Jules Bianchi gestorben

Formel-1-Fahrer stirbt nach 9 Monaten im Koma

Jules Bianchi s/w Foto: xpb 51 Bilder

Jules Bianchi ist tot. Der Marussia Pilot ist am 17. Juli 2015 seinen schweren Kopf-Verletzungen erlegen. Die Ärzte hatten von Anfang an kaum eine Chance, das Leben des Franzosen zu retten. Die Formel 1-Welt trauert um einen talentierten Rennfahrer.

18.07.2015 Tobias Grüner

Der vor rund neun Monaten schwer verunglückte Formel-1-Fahrer Jules Bianchi ist in der Nacht zum Freitag gestorben. Die Kopfverletzungen, die sich der Marussia-Pilot bei seinem Horror-Unfall in Suzuka zugezogen hatte, erwiesen sich am Ende als zu schwer. Wie seine Eltern mitteilten, erlag der 25-Jährige im Krankenhaus im südfranzösischen Nizza den Folgen seiner Verletzungen. "Jules hat bis zum Ende gekämpft, wie er es immer gemacht hat, aber gestern ist sein Kampf zu Ende gegangen", heißt es in der Erklärung der Familie.

Jules Bianchi stirbt nach Horror-Crash

Schon direkt nach dem Horror-Crash am 5. Oktober 2014 hatte die Formel 1-Welt tagelang den Atem angehalten. Experten bezeichneten es schon als Wunder, dass der Pilot überhaupt noch einmal das Krankenhaus von Yokkaichi verlassen konnte. Der Transport nach Nizza und der monatelange Kampf gaben vielen Fans Hoffnung. Doch all die guten Wünsche und Gebete waren am Ende vergebens. Bianchis Unfall in Suzuka war nicht überlebbar.

Der Franzose war mit rund 140 km/h in einem Winkel von rund 30 Grad unter das hintere Ende eines Bergekrans geprallt. Das 9 Tonnen schwere Fahrzeug wurde eineinhalb Meter in die Luft gehoben. Der Marussia kam innerhalb von 5 Metern zum Stillstand. Die Wucht des Aufpralls war so groß, dass die gesamte linke Seite des Autos abgerissen wurde. Der Sensor im Ohr von Bianchi zeichnete eine Verzögerung von 92 g auf.

In mehreren Operationen versuchten die Ärzte Blutungen und Schwellungen unter der Schädeldecke zu stillen. Nach seiner Erstversorgung in Japan wurde der im Koma liegende Bianchi schließlich in seine Heimat nach Nizza verlegt. Am Ende war der Kampf allerdings aussichtslos. "Es war schlimmer, als wenn er direkt gestorben wäre. Es war eine Qual", erzählte Vater Philippe Bianchi erst wenige Tage vor dem endgültigen Tod.

"Jules ist ein außergewöhnlicher Rennfahrer und ein außergewöhnlicher Mensch", so Marussia-Sportdirektor Graeme Lowdon über den Verstorbenen. "Ich kenne nicht eine einzige Person, die ihn nicht mag. Jules hat so viele Freunde, so dass eine Menge Leute sehr hart von dem Unfall getroffen wurden." Bianchis Familie dankte dem medizinischen Personal, das den im Koma liegenden Rennfahrer gepflegt habe.

Bianchi auf dem Weg zu Ferrari

Bianchi, der seit 2013 für Marussia in der Formel 1 unterwegs war, galt als eines der größten Nachwuchstalente in der Königsklasse. Der ehemalige Formel 3-Champion war Mitglied der Ferrari Junior-Akademie und absolvierte in den vergangenen Jahren regelmäßige Testtage für die Scuderia - zuletzt im Juli 2014 in Silverstone. Der Franzose hätte gute Chancen gehabt, Kimi Räikkönen nach Ablauf seines Vertrags 2016 bei Ferrari zu beerben. Bianchi wäre dann Vettels Teamkollege geworden .

Bianchis Weg an die Spitze der Motorsport-Welt war schon früh vorgezeichnet. Opa Mauro Bianchi wurde 3 Mal GT-Weltmeister. Großonkel Luciano Bianchi fuhr 19 Mal in der Formel 1, landete dabei einmal auf dem Podium (Monaco 1968) und gewann im gleichen Jahr auch den 24h-Klassiker in Le Mans.

Seine größte Sternstunde erlebte Jules Bianchi und sein Marussia-Team beim GP Moncao 2014. Nach einer beherzten Fahrt fuhr der Franzose an 9. Stelle liegend über die Ziellinie und sicherte Marussia die ersten und einzigen 2 WM-Zähler in der Geschichte des kleinen Rennstalls.

In unserer Bildergalerie blicken wir noch einmal auf den Aufstieg Jules Bianchis in die Königsklasse und das viel zu frühe Ende seiner Formel 1-Karriere.

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