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Jules Bianchi im Interview

Das Junior-Talent der Hinterbänkler

Jules Bianchi Formel 1 GP China 2013 Foto: xpb 51 Bilder

Eigentlich hätte Jules Bianchi im Force India sitzen sollen. Doch dann machte Adrian Sutil das Rennen. Nun überrascht der Franzose, der zum Ferrari-Förderprogramm zählt, im Marussia am Ende des Feldes mit seinen guten Leistungen.

16.04.2013 Bianca Leppert

Es ist ein undankbarer Job. Wer in einem Caterham oder Marussia sitzt, fährt sein eigenes Rennen und wird in der Formel-1-Welt kaum beachtet. Die Chance auf Punkteränge geht gegen Null. Nur die eingefleischten Fans können mit den Namen Giedo van der Garde, Charles Pic, Max Chilton oder Jules Bianchi etwas anfangen. Sie sind sozusagen der Kindergarten der Formel 1.

Bianchi macht jedoch Anstalten, sich schon bald für höhere Aufgaben zu qualifizieren. Platz 15 in Australien und China sowie Platz 13 in Malaysia lässt einige im Fahrerlager aufhorchen. Wächst da im Schatten der großen Teams ein neues Talent heran? In Malaysia fehlten dem Schützling von Nicolas Todt im Qualifying gerade mal zwei Zehntel auf Valtteri Bottas im Williams. In Australien waren es nur rund vier Zehntel, die ihn von Esteban Gutierrez im Sauber trennten. Grund genug, uns mit dem 23-Jährigen zu unterhalten.

Erklären Sie doch einmal kurz, wie Sie zum Marussia-Cockpit kamen? Ihre Verpflichtung war für viele sehr überraschend.

Bianchi: Für mich war es auch etwas verwirrend. Ich hatte die Absage von Force India bekommen und zwei Tage später gebe ich plötzlich den Vertrag mit Marussia bekannt. Ich bin dem Team sehr dankbar für diese Möglichkeit. Ich habe am Freitag davon erfahren und am Freitagabend haben wir den Vertrag bekannt gegeben. Es ging alles sehr schnell.

Und wie fühlt man sich als Formel -1-Neuling?

Bianchi: Ich fühle mich ganz wohl. Die ersten Rennen liefen gut, ich konnte mich von Australien zu Malaysia steigern. In China hatten wir ein gutes Qualifying. Es war auf jeden Fall ein guter Start in die Saison.

Hatten Sie einen so unkomplizierten Einstieg erwartet?

Bianchi: Man kann es nicht als einfach bezeichnen. Ich versuche mein Bestes zu geben, aber ich musste in den ersten Rennen auch hart kämpfen. Ich muss mich selbst auch noch verbessern. Wir haben noch einige Arbeit vor uns. Es ist nie einfach. Die größte Herausforderung sehe ich beim Vertrauen in das Auto. Ich habe vor der Saison nicht viel getestet. Das wird Schritt für Schritt kommen.

Haben Sie das Gefühl, dass sich nun viele Leute für Sie interessieren?

Bianchi: Ja, sie haben nun mehr Interesse an mir. Und auch am Team. Denn die ersten Rennen waren ein gutes Zeichen. Natürlich kenne ich durch die Ferrari Academy einige Leute von Ferrari. Sie beobachten, was wir hier machen und haben mir gesagt, dass sie es gut finden.

Ist Marussia ein gutes Team als Sprungbrett für größere Aufgaben?

Bianchi: Es ist einfacher, wenn du nicht gezwungen bist, sofort Punkte einzufahren. Aber der Druck ist in der Formel 1 immer da. Das Ergebnis ist auch für dieses Team sehr wichtig. Du musst immer Gas geben und hast deshalb den gleichen Druck.

Caterham war früher der direkte Konkurrent. Hat sich Ihr Auto im Vergleich zu vergangenen stark verbessert oder ist Caterham einfach langsamer geworden?

Bianchi: Ich bin das Auto im vergangenen Jahr nicht gefahren. Aber das Team sagt, dass das Auto sich massiv verbessert hat. Die Entwicklung im Windkanal war sehr hilfreich und ein großer Fortschritt. Ich weiß nicht, was bei Caterham vor sich geht. Aber wir sind definitiv in besserer Form als letztes Jahr. Wir haben uns in allen Bereichen ein bisschen verbessert. Die Balance ist gut, wir brauchen einfach mehr Abtrieb.

Welche Updates sind für die nächsten Rennen geplant?

Bianchi: Manche Teams haben ein großes Update für Barcelona angekündigt. Bei uns sind es eher viele kleinere Sachen. Wir wollen nicht bis Barcelona warten. Sobald wir etwas Neues haben, kommt es ans Auto.

Sind Sie in Ihrem Heimatland Frankreich nun ein kleiner Star?

Bianchi: Nein, man muss realistisch bleiben. Ich habe ein paar gute Rennen abgeliefert. Aber ich muss mich noch beweisen und weiterentwickeln. Ich bleibe mit beiden Beinen auf dem Boden und mache einfach meinen Job. Aber natürlich sind in Frankreich viele Leute glücklich, weil es nun vier französische Fahrer gibt. Jetzt brauchen wir nur noch ein Rennen dort.

Wie sieht Ihr Plan für die nächsten Jahre aus?

Bianchi: Ich versuche meine erste Saison einfach mit so wenig Druck wie möglich anzugehen und mir nicht zu hohe Ziele zu stecken. Nach der Saison werden wir sehen, was in den nächsten Jahren passiert.

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