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Die neue Formel 1-Generation 2010

Keine Angst vor Schumacher

Formel 1 Australien 2010 Foto: xpb 153 Bilder

Nach der Startkollision gab es für Michael Schumacher nur noch ein WM-Pünktchen in Melbourne. Die viertschnellste Rennrunde ist ein Lichtblick. Es blieb aber auch die Erkenntnis, dass keiner mehr vor dem siebenfachen Weltmeister freiwillig zurückweicht.

30.03.2010 Michael Schmidt

Michael Schumacher hat es bereits gemerkt: Das ist eine andere Formel 1 als noch im Jahr 2006, als er mit Fernando Alonso bis zum Finale um den WM-Titel kämpfte. In drei Jahren ist viel passiert. Die Autos haben ihre Charakteristik total geändert. Die Reifen sind vom Superkleber zum Allerweltsprodukt mutiert. Und sein Team hat im Augenblick kein Siegerauto.

Aber auch die Gegner haben heute eine andere Qualität. Es ist die Kartgeneration, für die der Ex-Champion das große Vorbild war. Die bestens ausgebildet und wie Schumacher seit dem Alter von sechs Jahren auf vier Rädern großgeworden ist. Gegen zwölf seiner Rivalen fährt der 251-fache GP-Veteran zum ersten Mal.

Zum Beispiel Jaime Alguersuari. Der 20-jährige Spanier hat es jetzt in die Bild-Zeitung geschafft. Weil er mit seinem Toro Rosso 38 Runden lang frech vor dem Superstar hergefahren ist. Erst ein Verbremser in Kurve 13 in Runde 53 brachte Schumacher am jüngsten GP-Teilnehmer im Feld vorbei. "Der Toro Rosso war auf der Geraden zu schnell für mich", entschuldigte sich der Mercedes-Pilot.

Doch Alguersuaris Gegenwehr zeigte Schumacher: Hier hat keiner mehr Respekt vor großen Namen. Vor vier Jahren wären Fahrer der Preisklasse Alguersuaris noch zusammengezuckt, wenn sie den signalroten Helm im Rückspiegel erkannt hätten. Heute ist es Motivation für sie, es der 41-jährigen Rennlegende zu zeigen. Auch Timo Glock kannte keinen Pardon, als sich Schumacher mit einer Spätbremsung an ihm vorbeipresste. Der Virgin-Pilot konterte eiskalt.

Dass Schumacher überhaupt in die Abgründe des Feldes abrutschte, lag an einer unverschuldeten Startkollision. Jenson Button schob Fernando Alonsos Ferrari in den Mercedes des Deutschen. Danach war der Frontflügel krumm. Er musste am Ende der ersten Runde getauscht werden. Schade für Schumacher, dass es für Trockenreifen noch zu nass war. Gut für ihn, dass das Safety-Car das Feld einbremste und er sofort ganz hinten Anschluss fand. Nach der Rennfreigabe zeigte der Altmeister sofort seinen alten Killerinstinkt. Binnen zehn Runden hatte er sich auf Platz 13 vorgekämpft. Bis er am Toro Rosso von Alguersuari anstand.

Damit war das Rennen für Schumacher gelaufen. Als er endlich an seinem spanischen Gegner vorbei war, blieben ihm nur noch fünf Runden Zeit, sich auf Platz zehn vorzukämpfen, der wenigstens noch einen WM-Punkt bringt. In der 57. von 58 Runden rang er seinen Erzfeind Pedro de la Rosa nieder. Der Spanier fuhr nach einem frühen Reifenwechsel in Runde 8 auf total abgefahrenen Reifen mit dem Rücken zur Wand. "Ich bin nur noch herumgerutscht und konnte Michael nichts entgegensetzen", bedauerte der Sauber-Pilot.

Schumacher markierte in den wenigen freien Runden, die ihm blieben, die viertschnellste Rennrunde. Im vorletzten Umlauf. Teamkollege Nico Rosberg war sogar Zweitschnellster. Daraus zu schließen, dass Mercedes GP große Fortschritte gemacht hat, wäre allerdings ein Trugschluss. Die schnellsten Rennrunden sagen über das tatsächliche Kräfteverhältnis wenig aus, weil die vier Erstplatzierten Fahrer am Ende mit uralten Reifen unterwegs waren. Die Rangliste der schnellsten Rennrunden zeigt, dass von Platz eins bis fünf samt und sonders Fahrer zu finden sind, die zwei Mal die Reifen gewechselt hatten.

Der Rennverlauf zeigte ganz klar, wo die Schwäche der Silberpfeile immer noch liegt. Das Auto strapaziert die Reifen zu stark. Wie in Bahrain waren es wieder die hinteren Walzen. Als Lewis Hamilton, Mark Webber und Nico Rosberg gemeinsam zum zweiten Reifenwechsel an die Box kamen, lagen sie noch dicht zusammen. Einige Runden konnte Rosberg dem McLaren und dem Red Bull folgen. Dann riss eine Achtsekunden-Lücke auf. Rosberg kam nur wieder heran, weil Hamilton und Webber schließlich von der Kampfgruppe Kubica-Massa-Alonso gebremst wurden. Und er profitierte davon, dass Webber den McLaren von Hamilton abräumte, als dieser versuchte Alonso auszubremsen.

Trotzdem wäre es interessant gewesen, was die Mercedes-Piloten bei einem normalen Rennverlauf geschafft hätten. Möglicherweise wäre nur bei Schumacher das Resultat deutlich besser ausgefallen. Im Rennen sind die Red Bull, Ferrari und McLaren für die Mercedes GP noch zu stark. Auf eine Runde im Training sah man eine deutliche Steigerung. Da wurden Rosberg und Schumacher unter Wert geschlagen.

Die starke Trainingsvorstellung lag aber auch am Streckentyp und den kühlen Temperaturen am Samstag. In den kurzen Kurvenradien bremst Untersteuern weniger als in lang gezogenen Kurven. Und niedrige Temperaturen helfen einem Reifen, der vom Fahrzeug stark beansprucht wird. Unter den Voraussetzungen wird Malaysia für die Mercedes-Piloten eine harte Prüfung. Die Kurven von Sepang sind lang und schnell, und das Thermometer fällt nie unter 30 Grad.

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