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Kampf den hässlichen Formel 1-Nasen

2015 kommt neue Nasen-Regel

Sauber - Crash - Jerez Test 2014 Foto: Wilhelm 31 Bilder

Der Aufschrei der Formel 1-Fans gegen die hässlichen Nasen blieb nicht ungehört. Für diese Saison ist das Kind zwar in den Brunnen gefallen, doch für 2015 gibt es Hoffnung. Die FIA will die Nasen-Regel revidieren, um die hässlichsten Auswüchse zu verhindern.

11.02.2014 Michael Schmidt

Das war nicht im Sinne des Erfinders. Die Formel 1-Autos mussten sich Vergleiche aus dem Tierreich gefallen lassen, als die neue Formel 1-Generation in Jerez zum ersten Mal ausrückte. Von Ameisenbären, Nasenaffen, Elefanten, Welsen, Delphinen und Rochen war die Rede. Ein FIA-Mann gab zu: "Als wir die ersten Exemplare der Nasen bei den Crashtests gesehen haben, waren wir geschockt." Die Ingenieure hatten in ihren Kommentaren die Szene vorgewarnt, aber wer rechnet den gleich mit dem Schlimmsten?

Rundenzeit wichtiger als Styling

Adrian Newey ist ein Ästhet. Es tut ihm weh, ein hässliches Auto bauen zu müssen. Aber diesmal wäscht er seine Hände in Unschuld. "Vorrang hat die Rundenzeit. Styling ist da nur zweitrangig. Ich finde es schade, dass die Autos, die dabei herausgekommen sind, nicht attraktiv aussehen."

Die Fans senken den Daumen nach unten. Die 2014er Autos sind ein weiterer Schritt in die falsche Richtung. Die ständige Abrüstung lässt die Autos immer weniger aggressiv aussehen. Zuerst die Stufe im Chassis, jetzt die Rüssel-Nasen. Sie könnten für einen Comic-Film konstruiert worden sein.

Neue F1-Nasen im Dienste der Sicherheit

Die FIA hatte mit dem Tieferlegen der Nasen in erster Linie noch nicht einmal die Reduzierung des Abtriebs im Sinn. "Wir können uns als Regelhüter nicht den Kopf darüber zerbrechen, ob die Nase ästhetisch aussehen oder nicht. Was uns aber umtreibt ist, ob sie den Zweck erfüllen, den wir mit den Regeln beabsichtigt haben. Wir wollten die Gefahr des Aufsteigens bei einem Auffahrunfall verringern", verteidigt FIA-Rennleiter Charlie Whiting das Reglement.

"Alle Nasen haben den Crashtest bestanden. Sie erfüllen den Buchstaben des Gesetzes. Solange eine Konstruktion nicht gefährlich ist, müssen wir damit leben, dass die Nasen so aussehen wie sie aussehen. Wir haben in guter Absicht gehandelt, aber wir sind keine Designer. Die wollen so viel Luft wie möglich unter dem Auto durchbringen und reduzieren alles, das dem im Weg steht", so Whiting.

Neues Nasen-Reglement ab 2015

Ein Knackpunkt ist, dass die Verzögerung beim Crashtest auf den ersten 15 Zentimeter 10 g nicht überschreiten darf. Es gibt aber keine Mindestgröße für das kontrollierte Zusammenfalten beim Aufprall. Einige Teams haben den vorderen Teil der Nase so weich ausgelegt, als wäre er aus Pappkarton. Es soll zu Verzögerungswerten unter einem g gekommen sein. Erst dann folgt die harte Struktur. Und die liegt wegen des Anstiegs der Nase fast so hoch wie früher.

Genau das sollte eigentlich verhindert werden. Doch die FIA macht Hoffnung. Sie will für 2015 das Reglement in diesem Bereich nachbessern. Ideen dazu gibt es schon, wie Whiting ausführt: "Zum Beispiel, dass wir Symmetrie einfordern, dass wir für die ersten 150 Millimeter der Knautschzone nicht nur eine maximale, sondern auch minimale Verzögerung vorschreiben, und dass wir die für die Höhe relevante Fläche nicht nur vergrößern, sondern mehrere dieser Flächen auch weiter hinten verlangen. Dann würden die abrupten Übergänge von einem Querschnitt zum anderen vermieden."

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen das Nasen-Gruselkabinett der Formel 1-Generation 2014.

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