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Kampf um Ferrari-Vertrag

Massa zieht Kopf aus der Schlinge

Formel 1 Felipe Massa GP Belgien 2012 Foto: Ferrari 45 Bilder

Das Duell Felipe Massa gegen Nico Hülkenberg um Platz vier beim GP Belgien war auch ein Duell um das zweite Ferrari-Cockpit für 2013. Hülkenberg hat auf der Rennstrecke gewonnen. Trotzdem sammelte Massa ein paar Pluspunkte.

04.09.2012 Michael Schmidt

Nach dem Training von Spa zeigte sich Felipe Massa todunglücklich. Startplatz 14, mit einem Rückstand von 0,549 Sekunden auf Fernando Alonso, der aus der fünften Position ins Rennen ging. Massa wusste. Das ist zu viel, wenn er seinen Stammplatz bei Ferrari um ein Jahr verlängern will. Ferrari sucht eine Nummer 1B, keine Nummer zwei. Da darf der Brasilianer nicht mehr als drei Zehntel auf seinen Teamkapitän einbüßen.

Der große Abstand hatte Gründe. Ferrari trimmte seine Autos mit Blickrichtung Rennen auf minimalen Abtrieb. Die F2012 waren schwer zu fahren, besonders auf dem Reifentyp "medium". Alonso kommt damit klar. Massa nicht.

Massa darf sich keine Fehler mehr leisten

Für Felipe Massa sind nun alle Grand Prix Schicksalsrennen. Jeder Ausrutscher kann ihn den Job für 2013 kosten. Ferrari braucht in der Konstrukteurs-WM jeden Punkt. Derzeit liegen die Roten nur auf Platz vier. Mit 19 Zählern Rückstand auf McLaren und acht Punkte hinter Lotus.

Von den 199 Punkten von Ferrari hat Massa 35 beigetragen. Das sind gerade mal 17,5 Prozent. Ferrari erwartet sich von seinem zweiten Fahrer mindestens die doppelte Quote. Besonders wichtig wird Massas Rolle, wenn Fernando Alonso wie in Spa als Punktelieferant ausfällt.

Massa hat aus seinem schlechten Startplatz am Ende noch das Beste gemacht. Er wurde Fünfter. Dummerweise hinter seinem schärfsten Konkurrenten um das zweite Ferrari-Cockpit. Nico Hülkenberg schlug den Brasilianer im Kampf um Platz vier um 2.002 Sekunden. Das hat die Chancen des Deutschen sicher nicht verschlechtert. Doch es hat Massa auch nicht alle Türen zugeworfen. Gerüchten zufolge kann der Brasilianer bleiben, aber nur wenn er in den nächsten Rennen bestimmte Leistungen erfüllt.

Ferrari zufrieden mit Massa

Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali war mit Massas Leistung zufrieden: "Felipe ist ein großartiges Rennen gefahren. Wir freuen uns mit ihm, weil er zu diesem Zeitpunkt der Saison gute Resultate braucht." Das war ja schon fast eine Bestätigung der Spekulationen. Massa meinte vorsichtig: "Ich weiß nicht, ob dieses Rennen etwas an meiner Zukunft ändert, aber ich bin sehr zufrieden."

Es gab aber auch Kritikpunkte. Mit dem ersten Reifensatz verlor Massa zu viel Zeit. Nach acht Runden brachen die "Medium"-Reifen ein. Erst als Ferrari die härtere Mischung aufzog, kam Massa in Schwung. Zeitweise war er sogar der schnellste Mann im Feld. Der Vize-Weltmeister von 2008 überholte Bruno Senna und Mark Webber auf der Strecke. Wichtig aus Sicht von Alonso. Webber ist einer seiner Gegner im Titelrennen.

Massa günstiger als Hülkenberg

Doch im Heck von Nico Hülkenbergs Force India war Endstation für Ferraris Nummer zwei. Das wird auch Luca di Montezemolo daheim vor dem Fernseher in Maranello gesehen haben. Man weiß, wie der Präsident tickt: Ein Ferrari hinter einem Force India, das darf nicht sein.

Hülkenberg ist auf dem Radar der Roten, doch so einfach kommt man an den langen Rheinländer nicht heran. Wenn Force India auf Hülkenberg besteht, muss Ferrari die Staatskasse öffnen und eine Ablösesumme an den Rennstall aus Silverstone entrichten. Massa gibt es umsonst.

Der Brasilianer würde sicher auch jeder Gehaltskürzung zustimmen. Er hat praktische keine Alternativen. Zeit hat man auf beiden Seiten genug. Force India hätte nichts dagegen, mit seinen beiden Fahrern weiterzumachen. Und wenn es für Hülkenberg im letzten Augenblick eine Entschädigung gibt, dann sind immer noch genug gute Optionen auf dem Markt. Adrian Sutil wäre eine von ihnen.

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