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Kampf um Platz sechs

Es geht um neun Millionen

Adrian Sutil Force India GP Singapur 2011 Foto: Force India 25 Bilder

Die Weltmeisterschaft ist gelaufen. Doch im Mittelfeld wird noch gekämpft als ginge es um den Titel. Force India, Sauber und ToroRosso bewerben sich um Rang sechs. Dabei steht auch viel Geld auf dem Spiel.

30.09.2011 Michael Schmidt

Jetzt, wo die Weltmeisterschaft für Vettel nur noch eine Frage der Zeit ist, richtet sich der Brennpunkt auf die Positionskämpfe dahinter. Zwischen Force India, Sauber und ToroRosso geht es um die Plätze sechs bis acht. Oder um neun Millionen Dollar mehr oder weniger aus Bernie Ecclestones Kuchen. Im Augenblick hat Force India klar die Nase vorn. Der Zwölf-Punkte-Coup von Singapur stockte das Konto auf 48 Zähler auf. Sauber folgt mit 36, ToroRosso mit 29 Punkten.

Force India schielt sogar nach Platz fünf

Bei Force India träumt man heimlich noch von Rang fünf. Renault steckt in der Krise und ist nur 22 Punkte weg. Einmal groß absahnen, hofft man bei Force India, und es könnte noch eng werden für den Gegner aus Enstone. Zumal Force India mit Adrian Sutil und Paul di Resta auch fahrerisch besser besetzt ist als Renault mit Vitaly Petrov und Bruno Senna. Bei Sauber hat man ganz andere Pläne. Da will man verlorenen Boden auf Force India gutmachen. Und auch ToroRosso ist noch nicht hoffnungslos abgeschlagen.

Die Kombattanten sind von der Mannschaftsstärke und den Budgets her vergleichbar. Zwischen 280 und 300 Mitarbeiter, zwischen 80 und 100 Millionen Euro in der Kasse. Die ToroRosso-Piloten bringen es auf 91 Einsätze. Force India liegt mit 89 GP-Starts fast gleichauf, nur Sauber fällt mit 47 Grand Prix für Kobayashi und Perez etwas ab.

Die Unterschiede beginnen beim Entwicklungsfahrplan. Force India zog sich nach einem miserablen Testwinter mit einer hohen Trefferquote bei den Entwicklungsschritten achtbar aus dem Sumpf. Die Mannschaft um Andy Green kopierte mit Erfolg das Konzept des Red Bull. Vorne tief, hinten hoch, viel Federweg auf der Hinterachse, der Auspuff bläst innerhalb der Hinterräder unter den Diffusor. Force India zündete in Singapur sein letzte Technikstufe. Seitenkästen und Unterboden waren neu. Der VJM04 ist nicht mehr nur ein Auto für bestimmte Strecken sondern ein Allrounder. Der zunächst hohe Reifenverschleiß ist mittlerweile im Griff.
Saubers Stärke liegt im Rennen. Kein Auto geht so pfleglich mit den Reifen um. Die Umsetzung in WM-Punkte geriet zuletzt etwas ins Stocken, weil man zu selten die Zielflagge sieht. In Monza streikte im Ferrari-Getriebe zwei Mal eine Schaltklaue für den dritten Gang. Offenbar ging sie wegen aggressiver Schaltstrategien zu Bruch. Auch das Werksteam von Ferrari hatte Probleme, allerdings mit gutem Ausgang. In Singapur wurden die Getriebe geöffnet und die schadhaften Klauen repariert.

Sauber von Defekten geplagt

Insgesamt fünf Defekte könnten für Sauber zum Sargnagel werden. Force India steht mit zwei Defekten und 1.579 zu 1.454 Rennrunden wesentlich besser da. Bei ToroRosso sind eher die Fahrer das Problem. Sie warfen drei Mal Punkte durch Unfälle weg. Gesamtbilanz: 1.487 Rennrunden. Peter Sauber liegen immer noch die Disqualifikation von Melbourne wegen illegaler Heckflügel und die Ausfälle von Monza im Magen: "Wir haben 20 Punkte auf Force India hergeschenkt."

Sauber gab mitten in der Saison die Entwicklung an dem seitlich austretenden Auspuff auf. Als die FIA das Verbot des aktiven Anblasens ankündigte, hatte man in Hinwil Nachschub für den nach innen zielenden Auspuff bestellt. Hätte man nach dem Sinneswandel des Verbandes die abgebrochene Arbeit wieder aufgenommen, wären 500.000 Euro verbrannt worden. Technikchef James Key konzentrierte sich lieber auf 2012. In Suzuka werden Flügel und ein Unterboden präsentiert, die schon Vorboten des nächstjährigen C31 sind. Peter Sauber gibt sich kämperisch: "Wir werden Himmel und Hölle für diesen sechsten Platz in Bewegung setzen."
ToroRosso fuhr eine aggressive Entwicklungspolitik. Der Rennstall aus Faenza musste gleich drei Mal zum Crashtest. Eine neue Nase, neue Seitenkästen und der Umbau von Getriebe und Hinterachse verlangen nach den FIA-Bestimmungen zuerst einen Crash im Labor. Der ToroRosso glänzt mit ähnlichen Qualitäten wie der Sauber. Seine Stunde schlägt im Rennen. Erstens, weil das Auto die Reifen schont. Zweitens, weil an der Boxenmauer meistens die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Doch Force India hat auch da aufgeholt. Die Zweistopptaktik für di Resta und Sutil in Singapur erwies sich als goldrichtig.

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