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Kamui Kobayashi

Der Mann für die unmöglichen Aufgaben

Kobayashi Maskottchen Foto: Sauber 19 Bilder

Kamui Kobayashi freute sich auf den Grand Prix der Türkei. Dabei startete der Japaner nur aus der letzten Startreihe. Doch das sind genau die Rennen, bei denen der Japaner und sein Sauber ihre Qualitäten auspacken können.

10.05.2011 Michael Schmidt

Normalerweise ist die letzte Startreihe ein Fall zum Abhaken. Von dort fährt man nur in die Punkte, wenn es beim Start eine große Kollision gibt und man selbst ungeschoren davonkommt. Nicht so Kamui Kobayashi.

Der 24-jährige Japaner ist der Mann für alle Fälle. Aufholjagden durch das ganze Feld sind Routine für ihn. Auch auf Strecken, auf denen man angeblich nicht überholen kann. Erinnern Sie sich noch an Suzuka im letzten Jahr? Oder den GP Ungarn? Da stürmte Kobayashi von Startplatz 23 in die Punkteränge. Für Platz neun gab es noch zwei WM-Zähler.

Kobayashi darf mit Ausnahmegenehmigung starten

Das Ungarn-Rennen geisterte sofort durch die Köpfe der Sauber-Truppe, als klar war, dass Kobayashi in Istanbul aus der letzten Startreihe losfahren musste. Der Sauber-Pilot durfte nur mit einer Ausnahmegenehmigung überhaupt am Rennen teilnehmen. Offiziell hatte er keine Rundenzeit und somit die 107-Prozent-Hürde nicht geschafft.

Doch bei Kobayashis Rundenzeiten aus den freien Trainingssitzungen war klar, dass die Qualifikationshürde für ihn nur Formsache gewesen wäre. "Er hätte es vielleicht sogar in die Top Ten der Startaufstellung schaffen können", glaubt Peter Sauber.

Kobayashi-Show startet vielversprechend

Die Kobayashi-Show ging schon in der ersten Runde los. Da tauchte der weiße Sauber bereits auf Rang 18 auf. Als in Runde neun die Serie der ersten Boxenstopps begann, war der Mann aus Amagasaki bereits 14. "Dabei habe ich am Anfang gar nicht viel riskiert. Ich wollte mir im Verkehr nicht irgendwo einen Streifschuss einfangen", grinste Kobayashi.

Er wusste, dass er mit seinem Auto taktisch die größte Flexibilität haben würde. Mit fünf neuen Satz Reifen hätte Kobayashi vom Zwei- bis zum Vierstopprennen alles fahren können. Je nach Bedarf. Bei dem Sauber geht die Taktik mit dem einen Stopp weniger immer auf. Kein anderes Auto im Feld behandelt so pfleglich seine Reifen.

Platter Reifen bremst Vorwärtsdrang

In Runde 22 sah alles nach dem besten Saisonergebnis für Kobayashi aus. Der Japaner lag bereits auf Rang 7. Seine Rundenzeiten waren auf abgefahrenen Reifen so gut wie die von Vettel, Webber und Alonso. Eigentlich hätte Kobayashi mit dem Satz Reifen noch bis Runde 28 fahren sollen, was ihn vor beide Renault und in den Bereich von Jenson Button gebracht hätte.

Dann rutschte er aber bei einem Überholversuch in Kurve 12 in den Toro Rosso von Sebastien Buemi. Der Schlag gegen den Hinterreifen war fatal. "Ich war in Kurve zwei der folgenden Runde, als sich das Auto hinten rechts ganz schwammig anfühlte. Ab da musste ich noch eine Dreiviertelrunde mit einem platten Reifen zurücklegen. Und mein zweiter Boxenstopp kam fünf Runden früher als geplant." Peter Sauber grantelte: "Die Aktion hat uns 17 Sekunden gekostet. Sonst wäre Platz sieben möglich gewesen."

Als alles vorbei war, fand sich Kobayashi auf Rang 17 wieder. Und startete unverdrossen eine zweite Aufholjagd. Mit dem Manko, dass die Dreistopp-Strategie mit einem Kompromiss behaftet war. Der letzte Turn würde 20 Runden dauern. Und das auf weichen Reifen. "Da kriegen sogar wir Probleme", berichtet Teammanager Beat Zehnder. In den letzten Runden richtete sich Kobayashis Blick nicht mehr nach vorn, sondern nach hinten.

Kobayashi verteidigt einen Punkt gegen Massa

Felipe Massa kam mit relativ frischen Gummis immer näher. Im Ziel fehlten dem Ferrari-Fahrer nur 1,8 Sekunden auf Platz zehn. "Es war heute einfacher als vor einem Jahr in Ungarn", resümierte der Held des Rennens. "Istanbul ist eine Strecke, auf der man leichter überholen kann. Die Pirelli-Reifen und der verstellbare Heckflügel sind eine zusätzliche Hilfe. Ohne den Reifenschaden hätte ich heute mit Rosberg gekämpft."

Peter Sauber schmeckte die Zigarre nach dem Rennen. "Ich war positiv überrascht vom Auto. Die anderen hatten technische Neuheiten dabei, wir nicht. Trotzdem waren wir voll dabei. Die Strategie war perfekt, auch dass wir Kamui mit harten Reifen haben losfahren lassen. Und ich habe echte Freude mit meinen Fahrern. Perez war noch schneller unterwegs als Kamui. Er muss jetzt nur noch ein ganzes Rennen ohne Zwischenfälle hinkriegen."

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