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Kanada-Chaos

Button siegt im Rennen der Rekorde

Jenson Button Foto: xpb 51 Bilder

Es war der längste und langsamste Grand Prix der Geschichte. Auch Sieger Jenson Button schrieb Rekorde. Noch nie hat ein Fahrer gewonnen, der fünf Runden nach Halbzeit auf dem letzten Platz lag und auf seinem Weg zum Sieg sechs Mal durch die Boxengasse musste.

13.06.2011 Michael Schmidt

So lange mussten die Zuschauer noch nie auf einen Sieger warten. Jenson Button wurde 4:04.39,537 Stunden nach dem Start als Erster abgewunken. Eine Regen bedingte Pause von zwei Stunden und zwei Minuten zog den GP Kanada 2011 in die Länge. Damit wurde der bestehende Rekord vom Nürburgring 1954 mit 3:45.45,8 Stunden klar überboten.

Langsamstes Rennen in Montreal

Die Unterbrechung und fünf Safety-Car-Phasen machten das Rennen in Montreal zum langsamsten Grand Prix in der Geschichte. Kanada 2011 schlug Monte Carlo 1950 um Längen. Jenson Button legte die Distanz von 305,270 Kilometern mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 74,864 km/h zurück. Monaco-Sieger Juan-Manuel Fangio brauchte vor 61 Jahren 3.13 Stunden für die 318 Kilometer im Fürstentum und markierte dabei einen Schnitt von 98,701 km/h.

Jenson Button stellte noch weitere Rekorde an diesem nassen Nachmittag in Montreal auf. In Runde 40 von insgesamt 70 lag der spätere Sieger auf dem letzten Platz. Der McLaren-Pilot konnte später noch nicht einmal sagen, wie viele Gegner er an diesem Tag überholt hatte. "Manche Fahrer habe ich zwei Mal gesehen. Das Überholen hat genauso viel Spaß gemacht wie mein zehnter GP-Sieg. Ich kam super durch das Feld. Das war das Rennen meines Lebens."

Button sechs Mal in der Box

Auch mit seinen sechs Besuchen in der Boxengasse schrieb Button Geschichte. Der 31-jährige Engländer verbrachte insgesamt 2.21 Minuten in den Boxen. Einen Aufenthalt zwang ihm die Rennleitung auf. Die Durchfahrtsstrafe gab es für zu schnelles Fahren in der Safety-Car-Phase. Er wurde auf dem Weg zum Reifenwechsel 2,5 Sekunden zu schnell gemessen.

Button war zudem in zwei Kollisionen verwickelt. Zuerst handelte er sich einen Streifschuss von Teamkollege Lewis Hamilton ein. Dann ging im Zweikampf mit Fernando Alonso der linke Vorderreifen kaputt. Der Nasenwechsel war überflüssig. "Wir hatten Angst, dass dabei der Frontflügel etwas abgekriegt haben könnte. Deshalb haben wir ihn getauscht. Es wäre eigentlich gar nicht nötig gewesen", rekapitulierte Teamchef Martin Whitmarsh.

Kollisionen bleiben ohne Folgen

Und dann sang der erste Mann von McLaren ein Loblied auf seinen Fahrer: "Dieser Sieg geht zu 90 Prozent auf das Konto des Fahrers und zu zehn Prozent auf das Auto. Jenson fuhr ein makelloses Rennen, absolut fehlerlos. Es war sein großer Tag. Viele Leute vergessen immer wieder, was für ein großartiger Rennfahrer er ist."

Dass der Sieger nach der Pressekonferenz bei der Rennleitung gleich wegen zwei Vorfällen vorsprechen musste, ist ebenfalls ein Novum. "Ich sehe dem gelassen entgegen", meinte Button vor dem Gang zu den Schiedsrichtern. "Dieses Rennen kann mir keiner mehr wegnehmen. Das werde ich nie vergessen." Am Ende hatten auch die Kommissare ein Einsehen. Der Sieger blieb der Sieger im Rennen der Rekorde.

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