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Kanada-Crash

Räikkönen lässt Dampf ab

Foto: dpa 47 Bilder

Nach seinem zweiten Crash-Ausfall in Folge ist die Stimmung bei Kimi Räikkönen im Keller. Nach ersten nüchternen Analysen schoss der Finne später doch noch einige Giftpfeile Richtung Lewis Hamilton.

09.06.2008 Michael Schmidt

Es war der kurioseste Unfall seit Jahren. Lewis Hamilton krachte an der Boxenausfahrt in den stehenden Ferrari von Kimi Räikkönen. Und dann fuhr auch noch Nico Rosberg von hinten auf. Damit waren zwei Sieganwärter und ein Kandidat für das Podest aus dem Rennen. 

Die Ampel an der Boxenausfahrt stand auf Rot. Montreal-Sieger Robert Kubica und Kimi Räikkönen hielten vorschriftsmäßig an, doch in ihrem Rücken gingen Hamilton und Rosberg die Nerven durch. Ausreden gibt es nicht. Alle beteiligten Fahrer waren über Funk gewarnt worden, dass die Ampel Rot zeigt. Aber Hamilton hatte sich so auf das Beschleunigungsduell zwischen Kubica und Räikkönen vor ihm konzentriert, dass er viel zu spät den stehenden Verkehr vor ihm realisierte. Rosberg schaute nur auf Hamilton. Sein Chef Frank Williams versuchte ihn noch in Schutz zu nehmen. "Vielleicht waren nach dem Boxenstopp die Reifen und die Bremsen noch kalt. Ich hatte den Eindruck, das Auto wollte nicht anhalten."

Nette Geste von Hamilton

Sieger Robert Kubica wunderte sich: "Einige meiner Kollegen scheinen das Reglement nicht zu kennen. Wir hatten im letzten Jahr die gleiche Situation. Ich hielt bei Rot an, Massa und Fisichella fuhren weiter. Diesmal sprang die Ampel erst in letzter Sekunde auf Rot, aber es reichte zum zum Bremsen. Plötzlich höre ich links neben mir einen Krach, und dann sehe ich schon, wie Hamilton über Kimis Auto fliegt. Es war nett von ihm, dass er sich Kimi und nicht mich ausgesucht hat."

Bei Ferrari wollte man sich gar nicht beruhigen. "Wir hatten das schnellste Auto im Feld, nachdem die Reifen die Phase des Körnens überstanden hatten", grollte Räikkönen. Der Finne blieb nach der Kollision cool, klopfte Hamilton auf die Schulter und zeigte auf die rote Ampel. Später ließ der sonst so wortkarge Weltmeister Dampf ab. "Jeder kann Fehler machen. Mir ist so einer vor zwei Wochen in Monaco passiert, als ich Sutils Rennen zerstört habe. Aber es ist ein Unterschied, ob dir ein Fehler bei 280 km/h passiert oder bei Schrittempo in der Boxengasse. Ich bin nicht sauer, weil das nichts ändern würde, aber es ärgert mich, dass wir hier eine Siegchance verschenkt haben."

Harte Strafe

Hamilton redete sich darauf hinaus, dass er von dem Kopf an Kopf-Rennen seiner beiden Rivalen vor seiner Nase abgelenkt gewesen sei. "Als sie dann plötzlich anhielten, konnte ich nicht mehr anhalten." Der WM-Zweite bestrafte sich doppelt. Er wird in Magny-Cours zehn Startplätze verlieren. "Ausgerechnet Magny-Cours, wo Überholen so schwierig ist", fluchte McLaren-Direktor Martin Whitmarsh. Rosberg sah es ähnlich: "Das Rennen kann ich auch gleich abhaken."

Offiziell akzeptierte McLaren die Strafe der Sportkommissare, aber intern stellte man die Frage: "Warum kam Räikkönen in Monte Carlo ungeschoren davon?" Auch Williams empfand die Strafe als zu hart. Rosberg habe im Gegensatz zu Hamilton nur sein eigenes Rennen zerstört und keinen anderen Fahrer mit hineingezogen. Bitter für den englischen Rennstall: Durch die Nullrunde rutschte Williams in der Konstrukteurs-WM von Platz vier auf Rang sechs ab.

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