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Erstes Podium für Williams

Das Geheimnis der Reifen-Arbeitsgruppe

Valtteri Bottas - GP Kanada 2016 Foto: sutton-images.com 115 Bilder

Valtteri Bottas hat Williams mit seinem dritten Platz in Montreal das erste Podium der Saison beschert. Geheimnis waren gutes Reifen-Management, der schnellste Boxenstopp im Feld und die Einstopp-Strategie. Die interne Reifen-Arbeitsgruppe zeigt erste Erfolge.

13.06.2016 Michael Schmidt

Zwei Jahre lang war Williams die Nummer 3 im Feld. Doch in dieser Saison fehlen nach sieben Grand Prix schon 49 Punkte auf den dritten Platz. Mercedes, Ferrari und Red Bull scheinen zu stark für den britischen Traditionsrennstall. Auch wenn Valtteri Bottas mit seinem dritten Platz Williams das erste Erfolgserlebnis des Jahres bescherte. Und das Vorjahresergebnis bestätigte. Montreal ist gnädig mit Bottas und Williams.

Das Training ließ noch nicht auf ein Podium hoffen. „Wir waren vom Trainingsergebnis etwas enttäuscht“, urteilte Einsatzleiter Rob Smedley über die Startplätze 7 und 8. Der Schlüssel zum Erfolg war der erste Boxenstopp in Runde 23. „Dadurch kam ich an den beiden Red Bull und Kimi vorbei“, lobte Bottas. Unglaublich, aber wahr: Williams wickelte zum sechsten Mal im siebten Rennen den schnellsten Boxenstopp im Feld ab. Bottas verbrachte nur 22,184 Sekunden in der Boxengasse. „Standzeit 2,1 Sekunden“, rechnet Smedley vor.

Verstappen hilft Bottas im Kampf gegen Rosberg

Das Einstopprennen war immer geplant. Williams ging mit der Zuversicht ins Rennen, dass die Garnitur Soft-Reifen 50 Runden lang halten würde. Am Ende hätte Bottas noch 10 Runden länger fahren können. Und das obwohl ihn seine Renningenieure in Runde 55 bitten mussten, das Tempo anzuziehen.

Smedley: „Rosberg kam mit Riesenschritten näher. Wir hatten Angst, dass er uns einholt, wenn er problemlos an Verstappen vorbeikommt. Deshalb haben wir Valtteri gesagt, dass er Qualifikationsrunden fahren muss, um den Abstand so groß wie möglich zu halten, so lange Rosberg noch hinter Verstappen liegt. Wir können uns bei Verstappen bedanken, dass er uns die Aufgabe leicht gemacht hat.“

Dass ausgerechnet ein Williams seine Reifen so gut in Schuss hält, überrascht. Die Autos aus Grove gelten nicht gerade als Reifenstreichler. Doch Williams hat über den Winter genauso am Reifenmanagement gearbeitet wie an den Boxenstopps. Und die so genannte Reifen-Arbeitsgruppe zahlt sich langsam aus.

„Wir arbeiten daran seit einem Jahr und haben seitdem große Fortschritte beim Verständnis und der Behandlung der Reifen erzielt. Es gab keine Tabus. Wir haben uns eingestanden, dass wir da ein Defizit haben, und dass wir das abstellen müssen. Das Wissen teilt sich jetzt auf eine Gruppe von Leuten auf und nicht mehr auf einen Reifen-Guru“, verrät Smedley.

Der Chef am Williams-Kommandostand verweist auf die guten Rundenzeiten auf der abtrocknenden Strecke von Monte Carlo und den konstanten Speed von Bottas über einen Zeitraum von 47 Runden in Montreal. „Wir haben gute Strategien entwickelt, wie wir die Vorderreifen schneller in ihr Arbeitsfenster bringen und sie dort auch drin halten. Wenn du mal die Vorderreifen so weit hast, sind die Hinterreifen kein Problem mehr.“

Kälte ließ Reifen länger leben

Smedley räumt ein, dass die tiefen Temperaturen Williams geholfen haben. „Der Soft-Reifen ist normalerweise für hohe Temperaturen gebaut. Bei nur 20 Grad auf dem Asphalt hat er nie überhitzt. Und deshalb hat er langsamer abgebaut als üblich.“

Smedley gibt aber auch zu, dass die Reifen-Arbeitsgruppe von Williams noch nicht am Ziel ist. „Unsere Baustellen liegt am anderen Ende der Temperaturskala. Wenn es heiß ist, fallen wir gerne noch oben aus dem Fenster raus.“

Obwohl Red Bull in der Gesamtwertung in weiter Ferne liegt, hat man bei Williams die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. „Die nächsten 3 Rennstrecken liegen unserem Auto. Wir müssen daran glauben, dass wir da die Red Bull schlagen können“, treibt Bottas sein Team an.

Felipe Massa trottete dagegen mit gesenktem Kopf aus dem Fahrerlager. Williams nahm ihn aus dem Rennen, als die Wassertemperatur in seinem Mercedes-Motor in einen gefährlichen Bereich kletterte. „Wäre Felipe ins Ziel gekommen, hätten wir in der Punktewertung Boden auf Red Bull gutgemacht. Er war im Prinzip so schnell unterwegs wie Valtteri“, ärgerte sich Smedley.

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