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Spektakulärer Kanada-Auftakt

Die vier Crashtest-Dummies von Montreal

Kamui Kobayashi GP Kanada 2011 Foto: xpb 80 Bilder

Die Mauern stehen in Montreal näher als auf anderen Rennstrecken. Das mussten am Freitag gleich vier Piloten erkennen. Sebastian Vettel, Adrian Sutil, Jerome D’Ambrosio und Kamui Kobayashi sorgten für viel Arbeit bei ihren Mechanikern.

11.06.2011 Tobias Grüner

Montreal ist ein Dinosaurier. Eine Rennstrecke, wie es sie heute kaum noch gibt. Im Zeitalter der Retortenkurse mit Auslaufzonen so groß wie Supermarktparkplätzen werden Fehler kaum noch bestraft. Nicht so auf der Highspeed-Strecke mitten im Sankt Lorenz-Strom. Auf der Ile Notre Dame warten hinter den Kerbs nur Leitplanken und Reifenstapel.

Die Widerstandsfähigkeit der Banden wurden am Trainingsfreitag auf eine besondere Probe gestellt. Gleich vier Piloten hinterließen Spuren in den Streckenbegrenzungen. Die Mechaniker hatten noch lange nach dem Trainingsende alle Hände voll zu tun. Drei Mal mussten die Sitzungen unterbrochen werden, um die havarierten Autos zu bergen.

Vettel im Wall of Champions-Club

Den Anfang machte am Vormittag Sebastian Vettel. Der Weltmeister ging die Schikane vor Start-Ziel etwas zu optimistisch an und rutschte in die berühmt berüchtigte "Wall of Champions". Mit Jacques Villeneuve, Michael Schumacher und Damon Hill hatten sich hier 1999 gleich drei ehemalige Weltmeister ins Aus gekegelt. Vettel hätte wohl gerne auf die Aufnahme in diesen ehrenwerten Club verzichtet.

Lange war unklar, ob die Mechaniker das Auto rechtzeitig zur zweiten Sitzung hinbekommen. Aus Cockpitsicht war der Crash allerdings nicht ganz so spektakulär. "Der Einschlag war ziemlich mild. Bis dahin hatte ich schon ziemlich viel Geschwindigkeit abgebaut", erklärte Vettel. Für einen Lacher sorgte ein Streckenposten, der dem Deutschen zu Hilfe eilen wollte und sich über die Reifenstapel abrollte. "Den hab ich gesehen. Da hat wohl etwas Traktion gefehlt", grinste Vettel.

Sutil mit nur 16 Runden

Am Nachmittag ging das Crashfest in die zweite Runde. Den Anfang machte ein weiterer Deutscher. Nach seinen ersten 16 Runden touchierte Adrian Sutil in Kurve sieben die Bande. Begleitet von einem heftigen Funken kollabierte die Aufhängung vorne links. Dem Force India-Piloten blieb nur noch die Schleichfahrt in die nächste Auslaufzone.

"Am Ausgang der Kurve vorher habe ich gemerkt wie das Auto leicht wird. Und dann ging gar nichts mehr. Keine Chance", klagte Sutil anschließend. Da der Gräfelfinger schon vormittags zuschauen musste als Nico Hülkenberg im Auto saß, war der vorzeitige Stopp doppelt schmerzhaft. "Eigentlich ist es auf dieser Strecke besonders wichtig, dass man ständig im Auto sitzt. Ich kann das nicht ganz nachvollziehen, dass das so gelaufen ist."

Chassiswechsel bei Kobayashi

Da Sutil seinen Force India noch in Sicherheit bringen konnte, verzichtete die Rennleitung auf eine Unterbrechung. Kamui Kobayashi sorgte allerdings wenig später dafür, dass doch noch die roten Fahnen geschwenkt wurden. Der Japaner krachte in Kurve vier in die Bande. "Mir ist ein Fehler unterlaufen, als ich versucht habe auf den superweichen Reifen eine schnelle Runde zu fahren. Das nehme ich auf meine Kappe."

Die Sauber-Mechaniker mussten extralange Überstunden schieben. Ein Teil, das fest mit der Karosserie verbunden war, brach bei dem Unfall ab. Bis zum dritten Training muss das Chassis gewechselt werden. Mit seinem Crash erwies Kobayashi seinem Team noch einen weiteren Bärendienst. Pedro de la Rosa, der kurzfristig für Sergio Perez einsprang, musste durch die Unterbrechung auf wertvolle Fahrpraxis verzichten.

Sorgt Regen für noch mehr Chaos?

Und kaum war die Strecke wieder freigegeben, gab es schon den nächsten Crash. An der gleichen Stelle wie zuvor Kobayashi zerlegte Jerome D'Ambrosio seinen Virgin. "Ich habe schon in Kurve 3 einen Fehler gemacht, was mich auf den Kerbs in Kurve 4 nach außen gedrängt hat. Da konnte ich nicht mehr einlenken und landete in der Mauer", analysiert der Rookie seinen Unfall. Auch bei Virgin ist ein Chassis-Wechsel notwendig.

Am Samstag und Sonntag stehen die Chancen gut, dass die Unfallserie weitergeht. Die Meteorologen haben pünktlich zum Qualifying die ersten Regenschauer angekündigt. Bis Sonntag soll es dann immer wieder feucht werden. Die Fans können sich also jetzt schon auf ein echtes Spektakel freuen.

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