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Positives Fazit auch ohne Podium

Red Bull gewinnt 6 km/h Top-Speed

Max Verstappen - Red Bull - GP Kanada 2016 - Montreal Foto: sutton-images.com 65 Bilder

Am Freitag war es zu heiß für Red Bull, am Sonntag zu kalt. Nur in der Qualifikation stimmten die Bedingungen und damit die Reifentemperaturen. Und da hat Red Bull gezeigt, dass man auch vor Power-Strecken nicht mehr Angst haben muss.

13.06.2016 Michael Schmidt

Ein Podium stand auf dem Wunschzettel. Am Ende hat es Red Bull um 6,5 Sekunden verfehlt. Nicht gegen Mercedes oder Ferrari. Valtteri Bottas im Williams hatte die Nase vorn. Weil der Finne nur ein Mal Reifen wechselte, die Red Bull-Piloten dagegen zwei Mal. Ursprünglich hatte auch Red Bull nur mit einem Stopp geplant. Doch die tiefen Temperaturen machten Max Verstappen und Daniel Ricciardo einen Strich durch die Rechnung.

Beide Red Bull-Piloten verloren vor allem in der Anfangsphase und nach der virtuellen Safety-Car-Phase viel Zeit. „Wir haben nicht so viel Energie in die Reifen stecken können wie Mercedes und Williams“, konstatierte Teamchef Christian Horner.

Dazu kamen individuelle Probleme. Ricciardo fing sich bei einem Verbremser in der ersten Kurve einen Bremsplatten rechts vorne ein. Max Verstappen klagte über starkes Körnen. „Die Reifen haben am Ende der Stints zu stark abgebaut. Das hat uns einen Podiumsplatz gekostet.“

Red Bull-Speed gut genug für Podium

Horner konnte mit Ricciardo mitfühlen: „Daniel hatte nur eine freie Runde ohne Verkehr. Erst hing er hinter Max, dann hinter Kimi fest. Als er endlich frei fahren konnte, wollte er Tempo machen. Dabei hat er sich in der ersten Kurve verbremst. Die Vibrationen mit dem Bremsplatten haben uns gezwungen, einen zweiten Stopp zu machen. Das hat Daniel möglicherweise den dritten Platz gekostet.“

Da Ricciardo schon in der 38. Runde an die Boxen kam, bekam er eine zweite Garnitur Soft mit auf die Reise. Sie musste bis ins Ziel reichen. Verstappen hielt bis Runde 46 durch. Dann entschied sich Red Bull auch bei dem Holländer für einen dritten Satz Reifen, weil das Körnen zu viel Zeit kostete. „Der spätere Zeitpunkt hat es uns gerade so erlaubt, einen Satz Ultrasoft zu nehmen“, erklärt Horner.

Rückblickend wunderte sich Red Bull über seine Reifenprobleme. Am Freitag war es zu heiß, am Sonntag zu kalt. Das Ergebnis war das gleiche: Die Reifen bauten zu schnell ab. So erreichten Ricciardo und Verstappen nie ihre Form vom Samstag, als sie auf Sichtweite mit Mercedes und Ferrari fuhren.

„Wenn wir wüssten, woran es lag, würden wir es abstellen. Die Kunst bei diesen Reifen ist, sie unter allen Bedingungen zum Arbeiten zu bringen. Das haben wir in Montreal nicht geschafft“, übte Horner Selbstkritik.

Verstappen-Lob von allen Seiten

Prinzipiell war Red Bull mit dem Montreal-Wochenende zufrieden. Power-Strecken haben ihren Schrecken verloren. „Vor ein paar Monaten noch wäre Rosberg mit seinem Mercedes und der Hilfe von DRS auf der Geraden rechts und links an uns vorbeigeflogen. Jetzt können wir uns verteidigen. Im letzten Jahr wurden wir überrundet. Diesmal haben wir im Training nur 3 Zehntel verloren. Die letzte Ausbaustufe des Motors ist eine andere Welt“, lobt Horner und verrät: „Wir haben auf der Geraden rein von der Motorleistung 6 km/h im Vergleich zu vorher gewonnen.“

Max Verstappen rehabilitierte sich mit einem vierten Platz. So als hätte es die Monaco-Unfälle nie gegeben. „Unglaublich, wie Max diese Erfahrung weggesteckt hat“, wunderte sich Horner. Noch erstaunlicher war, mit welcher Ruhe Verstappen die Angriffe von Nico Rosberg abgewehrt hat. Er betonierte vor der Zielkurve einfach die Innenspur zu und bremste trotz der schlechteren Linie so spät wie sein Gegner.

„Einfach nur abgezockt“, freute sich sein Mentor Helmut Marko. Das musste auch Niki Lauda zugeben: „Verstappen hat gezeigt was er kann. Er fährt wie ein Alter, obwohl er noch so jung ist.“ Von den Fans gab es dafür wie schon in Barcelona Platz 1 in der offiziellen Online-Wahl zum Fahrer des Rennens.

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