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Karun Chandhok über den Grand Prix Indien

Chandhok: "Es ist alles ein bisschen verrückt"

Karun Chandhok - GP England - Training - Silverstone - 8. Juli 2011 Foto: xpb 42 Bilder

Der indische Lotus Test- und Ersatzfahrer Karun Chandhok spricht im Interview mit auto-motor-und-sport.de über die Strecke in Indien, die verrückte indische Kultur und den Schock, den die Formel 1 erleben wird.

23.10.2011 Bianca Leppert
Was erwartet die Formel 1 in Indien?

Karun Chandhok: Die Strecke ist ziemlich interessant. Ich denke, die Fahrer werden sie mögen. Ich war vor rund drei Wochen da und habe ein paar Runden in einem alten Auto gedreht. Es geht hoch und runter. Die Fahrer, die die Strecke schon im Simulator gefahren sind, fanden sie auch klasse. Es ist ein guter Mix aus schnellen und langsamen Kurven, Höhenwechsel und hat gute Überholmöglichkeiten. Es wird also auch für die Fans interessant.

Wie war ihr Eindruck von der Strecke?

Chandhok: Es sah alles gut aus. Die Strecke ist fertig, auch die Zäune und die Garagen. Die Rennleitungs-Gebäude und das Medical Center sind auch fertig. Es waren nur noch Kleinigkeiten an ein paar Hospitality-Häuser fertigzustellen.

Welches Abtriebsniveau erwartet die Techniker?

Chandhok: Ich denke, es ist eine Medium-Downforce Strecke. Aber das hängt von der Reifenabnutzung ab. Es gibt eine sehr lange Gerade mit 1,2 Kilometern. Danach kommen aber nur noch Kurven. Es könnte wie Suzuka Medium bis High-Downforce sein.

Was wird die Formel 1 neben der Rennstrecke erwarten?

Chandhok: Was das Land angeht, wird es ganz anders, als an den Orten, an denen wir sonst sind. Ich denke, die indische Kultur wird für viele Leute in der Formel 1 ein Schock sein. Es ist so anders. Es ist Chaos. Organisiertes Chaos. Man kann es mit keinem anderen Ort vergleichen. Es ist vielleicht eine Mischung aus Brasilien und Malaysia. Es ist alles ein bisschen verrückt.

Können Sie uns ein paar Beispiele nennen?

Chandhok: Es betrifft alles. Den Verkehr. Unsere Lebensweise. Wir sind alle sehr laut und chaotisch. Von dem Moment an, wo du ankommst, wirst du den Wahnsinn erleben. Das wird einige Leute überraschen. Aber das bedeutet auch, dass Indien ein Land mit Seele ist. Es ist nicht so strukturiert wie in Deutschland. Wenn du 12.30 Uhr sagst, dann meint man zwischen 13 und 13.45 Uhr. Es ist eher wie in Italien.

Wie können sich die Leute vorbereiten?

Chandhok: Ich höre von vielen Leuten, dass sie sich impfen lassen müssen. Du musst mit dem Essen aufpassen. Nur das Wasser aus den Flaschen trinken, kein Eis nehmen, kein Salat essen. Aber wenn du nur das gekochte Essen zu dir nimmst, dürfte es kein Problem geben. Das Essen in Indien ist fantastisch. Vor allem in Delhi, da bekommt man ganz tolles Essen.

Welches indische Gericht darf man sich nicht entgehen lassen?

Chandhok: In Delhi kann ich Dhabas empfehlen. In diesen kleinen Imbissen gibt es traditionelles nordindisches Essen. In Delhi gibt es ganz viele von diesen kleinen Imbissständen. Es gibt viele Dinge, auf die sich die Leute freuen können.

Welche Sehenswürdigkeiten sollte man anschauen?

Chandhok: In Delhi gibt es viele Märkte, die interessant sind. Man kann auch nach Alt-Delhi gehen, der ältere Teil der Stadt. Von Delhi nach Agra fährt man zweieinhalb Stunden. Dort kann man den Taj Mahal sehen. Auch in Delhi selbst kann man viel anschauen.

Im Fahrerlager sprechen viele von einer Tollwut-Impfung. Ist die wirklich nötig?

Chandhok: In Indien sind vielleicht Hunde. Aber ich war 27 Jahre lang in Indien und mich hat noch nie ein Hund gebissen.

Sehen wir Sie in Indien auch hinterm Steuer?

Chandhok: Das Team muss noch entscheiden. Aber das Team war vor allem mit meinem Job in Suzuka zufrieden.

Wie populär ist Motorsport in Indien?

Chandhok: Es gibt nationale Rennserie und Rallyesport. Volkswagen richtet den Polo Cup aus. Insgesamt ist die Situation in Ordnung, aber nicht auf einem hohen Level. Ich denke, der Grand Prix wird helfen. Es gibt schon mehr Aufmerksamkeit.

Kann die Formel 1 mit vielen Fans rechnen?

Chandhok: Indien ist anders als China oder die Türkei. Wir haben schon eine Fanbase. Seit 1993 kommt die Formel 1 dort im Fernsehen. Viele Fans kommen schon nach Malayasia, Singapur oder Abu Dhabi. Nun können sie zu ihrem eigenen Rennen kommen. Wir haben 25 Millionen Zuschauer im Fernsehen. Sie haben schon 60.000 Karten für das Rennen verkauft. Das ist nicht so schlecht. In den letzten zwei Wochen wird das noch etwas anziehen.

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