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Katzenjammer bei Red Bull

"Alles besser als Siebter ist gut"

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Australien 2015 Foto: ams 24 Bilder

Red Bull stellt sich auf einen schwierigen Saisonstart ein. Die Motorprobleme sind nicht über Nacht lösbar. Aber auch in schnellen Kurven fehlt noch Speed. Daniel Ricciardo ist schon froh, wenn er seinen siebten Startplatz im Rennen verbessern kann.

14.03.2015 Michael Schmidt

Im letzten Jahr kam Red Bull bei den Wintertestfahrten kaum zum Fahren. Beim Saisonauftakt fuhr Daniel Ricciardo wie Phoenix aus der Asche auf den zweiten Platz. Zwölf Monate später hat Red Bull mit 4.322 Kilometern ausgiebig getestet. Und dann geriet der Saisonauftakt zu einem Fiasko. Am Freitag stieg Ricciardo nach 48 Kilometern mit einem Motorschaden aus seinem Red Bull aus.

Daniel Kvyat stoppte im dritten Training ein Motorbrand. Die Red Bull-Mechaniker mussten in Rekordzeit die verschmorten Kabel und Sensoren austauschen. Kvyat hatte im Q1 nur eine Runde, um ins Q2 zu springen. Diese Hürde nahm der Neuzugang noch, doch dann machte sich die mangelnde Vorbereitungszeit bemerkbar. Kvyat blieb auf dem 13. Startplatz hängen.

Red Bull geht die Puste aus

Ricciardo schlug sich im dritten Training mit Software-Ärger herum. Mit nur 19 Runden Training war Ricciardos siebter Startplatz ein Erfolg. "Für mich fand das freie Training in der Qualifikation statt. Das Auto wurde mit jeder Runde besser. Ich muss mit dem siebten Platz zufrieden sein. Im Rennen wäre jede Platzierung, die besser ist als Siebter, ein Erfolg."

Ricciardo glaubt auch: "Mit etwas mehr Training davor wäre der Abstand zu den Ferrari und Williams bestimmt nicht so groß ausgefallen." Red Bull war mit 2,0 Sekunden Rückstand auf die Mercedes und 0,6 Sekunden hinter Ferrari und Williams die vierte Kraft im Feld.

Ricciardo schob den Rückstand hauptsächlich auf die schlechte Fahrbarkeit des Renault V6-Turbo. "Ich verliere im ersten Teil der Beschleunigung, weil die Power zu brutal einsetzt. Und auf den letzten 200 Metern der Geraden geht dem Motor die Puste aus. Die Probleme mit der Traktion zwingen uns eine Fahrzeugabstimmung auf, die wieder Zeit kostet." GPS-Messungen zeigen aber auch, dass der Red Bull in seiner einstigen Domäne verloren hat. In den schnellen Kurven liegt der RB11 nur im Mittelfeld.

Alle Prüfstandstests in Graz

Die Motorprobleme werden nicht über Nacht gelöst werden können. Teamchef Christian Horner und Technikdirektor Adrian Newey bliesen im Anschluss an das Abschlusstraining Trübsal. "Das wird eine Zeitlang dauern, bis Renault das in den Griff bekommt. Vielleicht sogar das ganze Jahr", klagte Newey. Teamberater Helmut Marko meinte sarkastisch: "Renault hat über Nacht eine neue Software aufgespielt. Die hat die gestrige noch übertroffen."

Red Bull hat deshalb reagiert. In einer langen Nachtsitzung wurde Renault die Pistole auf die Brust gesetzt. "Wir haben die Arbeit neu verteilt. In Zukunft werden alle Prüfstandsläufe bei der AVL in Graz durchgeführt", verrät Marko. "Renault erzählt uns Wunderdinge von den Prüfständen in Paris, aber sie kommen nie auf der Rennstrecke an. Es muss sich etwas ändern."

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