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Kaum Bewegung auf Transfermarkt

Nur 3 Fahrer wechseln das Team

F1-Klassenfoto - Formel 1 - GP Australien 2015 Foto: xpb

Es war die ruhigste Transfersaison aller Zeiten. Nur drei Fahrer haben das Team gewechselt. Bei sieben, vielleicht sogar acht Teams bleibt alles beim Alten. Nur wenn Red Bull und Toro Rosso aussteigen, kommt noch einmal Schwung in die Partie.

30.09.2015 Michael Schmidt

Die Engländer nennen es die "silly season". Jene Zeit, in der an der Fahrerbörse die besten Lenkradakrobaten der Welt gehandelt und von Team zu Team verschoben werden. Manchmal war sie spannender als das Geschehen auf der Rennstrecke. Weil von Zeit zu Zeit die Karten neu durchgemischt werden müssen, um frischen Wind in das Geschäft zu bringen.

Es gab Jahre, in denen sich die Formel 1 komplett neu aufstellte. 2010 zum Beispiel. Michael Schumacher kehrte zurück. Fernando Alonso ging von Renault zu Ferrari. Kimi Räikkönen wurde von Ferrari in eine vorübergehende Rente geschickt. Er tröstete sich mit der Rallye-WM.

Weltmeister Jenson Button traute sich bei McLaren gegen seinen Landsmann Lewis Hamilton anzutreten. Nico Rosberg wechselte von Williams zu Mercedes. Robert Kubica tauschte BMW gegen Renault. Und Williams spannte den Neuling Nico Hülkenberg mit dem Dienstältesten Rubens Barrichello zusammen.

Auch die aktuelle Saison lebte zu Saisonbeginn vom Reiz der Veränderung. Vom vergangenen auf dieses Jahr wechselten immerhin 2 Weltmeister die Farben. Fernando Alonso machte seinen Platz bei Ferrari für Sebastian Vettel frei. Der Spanier heuerte mangels Alternativen bei McLaren-Honda an. Toro Rosso gab zwei Junioren mit großem Namen eine Chance. Dem 17-jährigen Max Verstappen und Carlos Sainz junior, Sohn des Rallyemeisters von 1990 und 1992.

Teams wollen Ruhe und Stabilität

Im kommenden Jahr muss die Formel 1-Gemeinde Graubrot essen. Noch nie war es auf dem Transfermarkt so ruhig. Bei Mercedes, Ferrari, Red Bull, Williams, Force India, Sauber und Toro Rosso bleibt alles beim alten. Bei McLaren nach der jüngsten Aussage von Ron Dennis auch. Er will mit Fernando Alonso und Jenson Button weiterfahren.

Aber wollen das auch die Fahrer? Alonso zeigt erste Zeichen von Abnutzung. Manche interpretierten seine Kritik an Auto und Motor am Bordfunk als den Versuch, eine Entlassung zu provozieren. Bei Button geht es ums Geld. Sein Vertrag verspricht eine Gehaltserhöhung. Das Team will sie nicht bezahlen

Die Teams setzen auf Stabilität und Ruhe im Team. Ferrari verlängerte mit Kimi Räikkönen, weil er gut mit Vettel auskommt, einen leistungsbezogenen Vertrag akzeptierte und keine Politik macht. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert Mercedes. Deshalb bleibt Lewis Hamilton an Bord. Mit Alonso gäbe es nur Ärger.

Oder Force India. Nico Hülkenberg und Sergio Perez fahren im nächsten Jahr ihre dritte Saison zusammen. "Beide arbeiten extrem gut zusammen. Das bringt unser Auto weiter", sagt Sportdirektor Otmar Szafnauer. Felipe Massa und Valtteri Bottas bringen Williams regelmäßig Punkte. Das wird in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge für den dritten Platz in der Konstrukteurs-WM reichen. Mit einem Bezahlfahrer würde man unter Umständen mehr Geld riskieren als gewinnen.

Auch die kleinen Teams bleiben ihren Fahrern treu. Felipe Nasr und Marcus Ericsson sind die Lebensversicherung von Sauber, Pastor Maldonado der Geldesel von Lotus. Solange keine schnelleren Fahrer mit höherer Mitgift auf dem Markt sind, macht es keinen Sinn sich nach neuem Personal umzuschauen.

Wer wird zweiter Renault-Pilot?

2016 gibt es bis jetzt nur 3 Gesichter in neuen Farben. Romain Grosjean traute dem Braten bei Renault nicht und unterschrieb bei Haas F1, wo er 2016 zusammen mit Esteban Gutierrez für das erste amerikanische Formel 1-Team seit 1986 fährt. Mit der Option, ein Jahr später an Stelle von Kimi Räikkönen bei Ferrari zu landen. Haas F1 ist Ferraris US-Ableger. Die beiden Teams haben eine enge technische Zusammenarbeit vereinbart.

Das dritte neue Gesicht wird beim neuen Werksteam von Renault anheuern. Es ist noch nicht bekannt. Viele glauben, dass es ein Franzose wird und tippen auf Jean-Eric Vergne oder Esteban Ocon. Jonathan Palmer, der Vater von Testfahrer Jolyon, sieht seinen Sohn aktuell mit guten Chancen im Rennen um das zweite Cockpit.

Felipe Massa hat eine andere Idee. "Warum nicht Button? Hat Jenson nicht gesagt, dass er Optionen zu McLaren hat? Er wäre der ideale Mann, ein neues Team aufzubauen. Ocon kannst du als dritten Fahrer aufbauen." Offen ist auch noch die Fahrerpaarung bei Manor-Mercedes. Im Fahrerlager tippt man auf Pascal Wehrlein und Alexander Rossi.

Wenn bei McLaren nicht noch ein Erdrutsch passiert, wird einem die Formel 1 im nächsten Jahr sehr vertraut vorkommen. Das einzige, was den Fahrermarkt noch in Schwung bringen könnte, wäre ein Ausstieg von Red Bull. Dann wären plötzlich Daniel Ricciardo, Daniil Kvyat, Max Verstappen und Carlos Sainz frei. Fahrer, die jeder gerne in seiner Mannschaft sehen würde. Doch im Moment sind alle Plätze besetzt. Die Teams müssten sich schon auf den Einsatz eines dritten Autos einigen, um das Red Bull-Quartett noch unterzubringen.

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